
Papst Leo XIV. nennt Todesstrafe unzulässig – USA planen live übertragene Hinrichtung
Papst Leo XIV. hat am Samstag, dem Welttag gegen die Todesstrafe, auf X gepostet, während das Pentagon für den 3. Dezember ein live übertragenes Erschießungskommando für Nidal Malik Hasan auf einem Militärstützpunkt in Texas vorbereitet.
Die Botschaft des Papstes
Papst Leo XIV. erklärte am Samstag, die Todesstrafe sei unzulässig, und markierte den Welttag gegen die Todesstrafe mit einem Post auf X, der den Hashtag #NoDeathPenalty trug. Die Botschaft wurde auf neun Konten in neun Sprachen veröffentlicht, darunter Spanisch, Englisch, Italienisch, Französisch, Deutsch, Portugiesisch, Arabisch, Polnisch und Latein. Der Post nannte weder die Vereinigten Staaten noch das Pentagon oder einen einzelnen Fall, erschien jedoch zu einem Zeitpunkt, an dem eine geplante Hinrichtung in den Vereinigten Staaten große Aufmerksamkeit erregte.
Die Todesstrafe ist unzulässig, weil sie die Unantastbarkeit und die Würde der Person angreift.
Der zweite Teil der Botschaft argumentiert, das Gemeinwohl lasse sich auch ohne Hinrichtungen schützen, weil wirksame Haftsysteme die Bürger bereits schützten, ohne den Schuldigen jede Chance auf Umkehr zu nehmen.
Es wurden wirksame Haftsysteme entwickelt, die die Bürger schützen und zugleich die Schuldigen nicht vollständig der Möglichkeit berauben, sich zu läutern.
Der Hinrichtungsplan für Hasan
Nidal Malik Hasan, ein ehemaliger Major der Armee, wurde für den Angriff auf Fort Hood im Jahr 2009 verurteilt, bei dem 13 Menschen getötet und 32 verletzt wurden. Seine Hinrichtung ist für den 3. Dezember auf dem Militärstützpunkt in Texas angesetzt. Verteidigungsminister Pete Hegseth kündigte an, die Hinrichtung werde von einem Erschießungskommando aus Soldaten vollstreckt und live übertragen. Das Pentagon machte die Ankündigung am Tag vor dem Post des Papstes, also am 9. Oktober. Präsident Donald Trump sagte, Hasan „verdiene" die Hinrichtung – eine Äußerung, die fiel, als der Übertragungsplan in den Vereinigten Staaten auf Kritik stieß. Die Botschaft des Papstes bezog sich nicht direkt auf den Fall.
- Getötet
- 13 Personen
- Verletzt
- 32 Personen
Die Opferzahl des Angriffs bildet die Grundlage für das Urteil und die öffentliche Reaktion: 13 Menschen wurden getötet, 32 verletzt.
- Das Pentagon kündigt eine live übertragene Erschießung von Nidal Malik Hasan an
- Papst Leo XIV. postet auf X, die Todesstrafe sei unzulässig
- Angesetzte Hinrichtung von Hasan auf dem Militärstützpunkt in Texas
Reaktion des Vatikans und der US-Kirche
Die Botschaft des Papstes folgte auf eine scharfe Verurteilung durch amerikanische Bischöfe und die Empörung von Kardinal Pietro Parolin, dem Staatssekretär des Vatikans. Parolin nannte es „unannehmbar, den Tod zu einem Spektakel zu machen". Die geplante Übertragung könnte von Millionen von Smartphones und Tablets aus abrufbar sein – eine Aussicht, die die Vereinigten Staaten ins Zentrum eines moralischen und politischen Streits mit dem Vatikan und der Trump-Regierung rückt. Das UN-Menschenrechtsbüro erinnerte separat daran, dass die Ankündigung, jemanden öffentlich per Live-Übertragung hinzurichten, eine Form der Folter darstellen könne und eine absolut verbotene Handlung sei.
Christa Pike und die US-Debatte
Der Post des Papstes fiel in eine Phase, in der die US-Debatte über die Todesstrafe auf die fehlgeschlagene Hinrichtung von Christa Pike gerichtet war. Pike überlebte zwei tödliche Dosen Pentobarbital. Die gescheiterte Hinrichtung hat die intensive Diskussion über die Todesstrafe in den Vereinigten Staaten, dem Heimatland von Leo XIV., neu entfacht. Die Botschaft des Papstes erwähnte weder Pike noch Hasan noch das Pentagon.
Die Lehre der Kirche
Im Jahr 2018 änderte Papst Franziskus den Katechismus der Katholischen Kirche und erklärte die Todesstrafe in allen Fällen für „unzulässig". Leo XIV. hat diese Haltung fortgeführt und in seine apostolischen Reisen auch Gefängnisbesuche aufgenommen. Der Katechismustext wurde unter dem früheren Wiener Erzbischof Christoph Schönborn erarbeitet, und die Katholische Kirche lehnt die Todesstrafe seit Langem ab. Der Post wiederholt diese Lehre an einem Tag, der jedes Jahr am 10. Oktober begangen wird. Die Hinrichtung im Zentrum der Kontroverse ist weiterhin für den 3. Dezember angesetzt.

