Kurz gefasst
Papst Leo XIV. sprach am Freitag, dem 16. Oktober 2026, telefonisch mit Wladimir Putin – das zweite Gespräch zwischen beiden, seit Leo Papst wurde, nach einem ersten Anruf im Juni 2025.
Nach Angaben des Presseamts des Vatikans bat der Papst um eine Waffenruhe, damit Nahrungsmittel- und Medikamentenhilfe nach Oleschky gelangen und die Zivilbevölkerung freiwillig und sicher evakuiert werden kann.
Die ukrainischen Behörden und Medien warnten am Mittwoch, dem 14. Oktober, dass etwa 6.000 Menschen noch in Oleschky seien und von einer Hungersnot bedroht würden, während El Periódico eine niedrigere Zahl von etwa 2.000 Einwohnern nannte.
Am 2. Oktober beschrieb die EU-Kommissarin Hadja Lahbib die Lage in Oleschky als entsetzlich und forderte Zugang für Hilfe sowie die Erlaubnis für die Zivilbevölkerung, die Stadt zu verlassen.
- Juni 2025Erstes Telefonat zwischen Papst Leo XIV. und Wladimir Putin
- 2.10.EU-Kommissarin Hadja Lahbib bezeichnet die Lage in Oleschky als entsetzlich
- 14.10.Ukrainische Behörden und Medien warnen vor Hungersnot für etwa 6.000 in Oleschky verbliebene Menschen
- 16.10.Papst Leo XIV. und Wladimir Putin führen ein Telefonat, und der Papst bittet um eine Waffenruhe
Das Telefonat
Papst Leo XIV. sprach am Freitag, dem 16. Oktober 2026, telefonisch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, während er sich im Gemelli-Krankenhaus in Rom von einer Operation wegen Lungenkrebs erholte. Das Presseamt des Vatikans veröffentlichte ein Kommuniqué zu dem Gespräch. Darin äußerte der Heilige Vater seine Besorgnis über die Lage in Oleschky, einer Stadt in der Region Cherson in der Ukraine, und bat um eine Waffenruhe.
„Während des Gesprächs brachte der Heilige Vater seine tiefe Besorgnis über die ernste humanitäre Lage in der Stadt Oleschky in der Region Cherson zum Ausdruck“
Das Kommuniqué lässt offen, wer das Gespräch initiiert hat und wie lange es dauerte, und es hält weder Putins Antwort noch eine konkrete Vereinbarung über eine Waffenruhe fest. ABC berichtete, Putin habe den Papst am Nachmittag des 16. Oktober angerufen – ein Detail, das in der Erklärung des Vatikans fehlt. Es war das zweite Gespräch zwischen den beiden seit Leo XIV. Papst wurde, nach einem ersten Anruf im Juni 2025. Der Vatikan erklärte zudem, der Papst habe das Engagement des Heiligen Stuhls für die Förderung des Dialogs und des Friedens bekräftigt.
Die Lage in Oleschky
Oleschky liegt am Ufer des Dnipro, und ukrainische Berichte beschreiben die Stadt als zwischen den beiden Armeen eingeklemmt. Die ukrainischen Behörden und Medien warnten am Mittwoch, dem 14. Oktober, dass etwa 6.000 Menschen noch in der Stadt lebten und von einer Hungersnot bedroht seien. Russische Truppen haben die Stadt von der Außenwelt abgeschnitten, sodass die verbliebenen Zivilisten, darunter 200 Kinder, keine neue Quelle für Nahrung, Medikamente, Trinkwasser oder Grundversorgung haben. El Periódico nannte eine niedrigere Zahl von etwa 2.000 verbliebenen Einwohnern; die Quellen gleichen die beiden Angaben nicht ab. Die vom Papst erbetene Waffenruhe würde einen Weg für Nahrungsmittel- und Medikamentenhilfe sowie für die freiwillige und sichere Evakuierung der Zivilbevölkerung öffnen.
Brüssel und frühere Warnungen
Am 2. Oktober bezeichnete die EU-Kommissarin für Krisenvorsorge und Krisenmanagement, Hadja Lahbib, die Lage in Oleschky als entsetzlich und sagte, die Zivilbevölkerung sei unter der Belagerung durch russische Streitkräfte eingeschlossen, ohne Zugang zu Nahrung, Medikamenten, Trinkwasser oder Grundversorgung. Sie forderte, dass Hilfe die Bedürftigen erreicht und dass die Zivilbevölkerung die Stadt verlassen darf. Brüssel erklärte, es stehe mit den relevanten Akteuren in Kontakt und prüfe jede verfügbare Möglichkeit zu helfen, auch für Menschen, die in den vorübergehend besetzten Gebieten festsitzen. Der Appell des Papstes kam zwei Wochen nach dieser Warnung.
Was unklar bleibt
Keiner der acht Artikel berichtet, dass eine Waffenruhe vereinbart wurde oder dass eine Evakuierung aus Oleschky begonnen hat. Die Erklärung des Vatikans ist die einzige Quelle für die Worte des Papstes selbst, und sie sagt nicht, ob Putin irgendeinen Teil der Bitte akzeptiert hat. Die Quellen widersprechen sich zudem darin, wie viele Menschen noch in der Stadt sind, sodass das Ausmaß des Bedarfs weiterhin ungewiss ist.