Film & Medien · Teheran

Iran verurteilt Regisseur Jafar Panahi in Abwesenheit zu fünf Jahren Haft

Ein Teheraner Gericht hat den Palme-d'Or-Preisträger in Abwesenheit verurteilt und die Beschlagnahme seines Vermögens angeordnet, wie sein Anwalt am Dienstag, 27. Oktober 2026, mitteilte. Der Anwalt erklärt, ihm sei nie mitgeteilt worden, dass eine Verhandlung angesetzt war.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von europa press, Deutsche Welle, Notícias ao Minuto und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Foto: Kacy Bao / WikiPortraits, CC BY-SA 4.0 (Wikimedia Commons, Ausschnitt)
Wie es dazu kam
  1. März 2026Panahi kehrt nach Angaben seines Anwalts in den Iran zurück
  2. September 2026Panahi erscheint in einem weiteren Verfahren vor der Justiz
  3. 27.10.Ein Teheraner Gericht verurteilt Panahi in Abwesenheit zu fünf Jahren und einem Monat Haft

Ein Urteil in Abwesenheit

Ein Revolutionsgericht in Teheran hat Jafar Panahi in Abwesenheit für schuldig befunden und zu fünf Jahren und einem Monat Haft verurteilt, wie sein Anwalt Mostafa Nili der reformorientierten Zeitung Etemad sagte. Das Gericht ordnete zudem die Einziehung seines gesamten beweglichen und unbeweglichen Vermögens an, verhängte ein Ausreiseverbot sowie ein zweijähriges Verbot der Nutzung sozialer Medien und ließ seine Bankkonten sperren. Nach Angaben Nilis stammt das Urteil von der Zweigstelle 26 des Teheraner Revolutionsgerichts und wurde am Dienstag, 27. Oktober 2026, bekannt. Auch die halbamtliche Nachrichtenagentur Isna gab die Darstellung des Anwalts wieder.

Benachrichtigung und Aufenthaltsort

Nili sagte, seinem Mandanten sei nie eine Verhandlung in dem Verfahren mitgeteilt worden, das dem neuen Urteil zugrunde liegt. Die Konten seien kurz vor Bekanntwerden des Urteils gesperrt worden, und das Verteidigerteam habe von der Strafe erst nach einem Besuch bei der Vollstreckungsabteilung der Staatsanwaltschaft für Kultur und Medien erfahren. In der Akte werde Panahi außerhalb Irans verortet; die Behörden hätten ihn nicht ausfindig machen können, obwohl er nach Angaben Nilis am 30. März in das Land zurückgekehrt sei. Ein Bericht nennt den 10. April als Rückkehrdatum, während der Kampfhandlungen im Iran-Krieg. Nili sagte zudem, gegen Panahi sei am 20. Mai von der Zweigstelle 16 der Staatsanwaltschaft für Kultur und Medien ein Haftbefehl erlassen worden – am selben Tag, an dem Panahi in einem anderen Verfahren bei der Zweigstelle 26 des Revolutionsgerichts anwesend war. Im September erschien er in einem weiteren Verfahren vor der Justiz, und nun sind drei Verfahren gegen ihn offen.

Eine Reihe früherer Urteile

Panahi wurde mehrfach festgenommen und inhaftiert. 2020 wurde er zu sechs Jahren Haft und 20 Jahren ohne das Recht verurteilt, Filme zu drehen, Drehbücher zu schreiben oder ins Ausland zu reisen. Im Juli 2022 trat er die Strafe im Evin-Gefängnis an und kam im Februar 2023 nach rund sieben Monaten Haft wieder frei. LaVanguardia berichtet von einer weiteren einjährigen Haftstrafe im Dezember 2025 wegen Propaganda gegen das System. HRANA, eine persischsprachige Nachrichtenagentur für Menschenrechtsfragen, schreibt, dieses frühere Urteil habe ebenfalls zweijährige Reise- und Social-Media-Verbote umfasst. Mizan Online, die Nachrichtenagentur der Justiz, über die die Behörden Verurteilungen üblicherweise publik machen, hat das neue Urteil nicht gemeldet.

Erfolg in Cannes und internationales Profil

Panahi ist einer der bekanntesten Regisseure Irans. 1995 gewann er in Cannes die Caméra d'Or für „Der weiße Ballon“, 2000 in Venedig den Goldenen Löwen für „Der Kreis“ und 2015 in Berlin den Goldenen Bären für „Taxi“. Im Mai 2025 verließ er Iran erstmals seit 15 Jahren, um seinen Film Un simple accidente in Cannes vorzustellen, wo er die Palme d'Or gewann. Der Film wurde 2026 für zwei Oscars nominiert. Das neue Urteil fällt nach dieser internationalen Tour und seiner Rückkehr in den Iran im Frühjahr.

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

Teheran · Iran

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