Stadtrat von Palermo stimmt für Ausstieg aus Pferdekutschen zugunsten von Elektrofahrzeugen
Die sizilianische Hauptstadt stimmt für die schrittweise Ersetzung von Pferdekutschen für Touristen durch Elektrofahrzeuge und verabschiedet eine neue Tierschutzverordnung, was Forderungen nach Nachahmung durch andere italienische Städte auslöst.
Der Stadtrat von Palermo beschloss am 25. Juli 2026, die Pferdekutschen für den Touristenverkehr schrittweise abzuschaffen und den Dienst auf Elektrofahrzeuge umzustellen, während gleichzeitig eine neue kommunale Tierschutzverordnung verabschiedet wurde.
Die Abstimmung und der Übergangszeitplan
Der Beschluss des Rates, der mit fraktionsübergreifender Unterstützung verabschiedet wurde, verpflichtet die Verwaltung, innerhalb von drei bis sechs Monaten einen detaillierten Umstellungsplan vorzulegen. Während einer einjährigen Übergangsfrist dürfen bestehende Lizenzinhaber ihren Betrieb fortsetzen, es werden jedoch keine neuen Lizenzen für tiergezogene Fahrzeuge erteilt. Ziel ist es, die Betreiber zu Elektrofahrzeugen zu führen und gleichzeitig die Beschäftigungsniveaus zu erhalten.
- Stadtrat genehmigt Ausstieg aus Pferdekutschen und neue Tierschutzverordnung.
- Verwaltung legt Umstellungsplan vor.
- Bestehende Betreiber müssen sich anpassen; keine neuen Lizenzen für tiergezogene Fahrzeuge ausgestellt.
Ein neuer Tierschutzrahmen
Neben der Kutschenentscheidung verabschiedete der Rat eine umfassende Tierschutzverordnung. Der Text, den Stadtrat Fabrizio Ferrandelli als organische und innovative Norm beschrieb, bündelt Instrumente zum Schutz aller Tierarten, zur Anerkennung ihrer Rechte und zur Verhinderung von Misshandlung, Missbrauch oder Ausbeutung. Die Bürger erhalten konkrete Meldeinstrumente, und die Strafverfolgungsbehörden erhalten einen klaren operativen und sanktionierenden Rahmen. Ferrandelli nannte die Verordnung einen einzigartigen regulatorischen Präzedenzfall von absoluter Bedeutung auf nationaler Ebene. Die Verordnung wurde in Zusammenarbeit mit Tierverbänden, Ratsausschüssen, dem örtlichen Gesundheitsamt, dem Tierschutzbeauftragten und Branchenvertretern erstellt.
Politische und aktivistische Reaktionen
Die regionale Berichterstatterin von Oipa, Ornella Speciale, nannte die Maßnahme einen „historischen Wendepunkt für Tierrechte“ und sagte, das Ergebnis spiegele die aktive Zusammenarbeit zwischen Tierrechtsgruppen, Ratsgremien und anderen Interessengruppen wider.
Ein bedeutender Wandel, der auf eine wachsende kulturelle Sensibilität im Sinne des Pferdewohls reagiert. Wir hoffen, dass Palermos Entscheidung auch für andere italienische Städte ein Vorbild sein kann.
Bürgermeister Roberto Lagalla betonte die Balance zwischen Tierschutz und Beschäftigung.
Der erste Beschluss stellt eine zivilisatorische Wende dar, die es uns ermöglicht, eine auf der Ausbeutung des Pferdes basierende Wirtschaftstätigkeit hinter uns zu lassen.
Warum die Entscheidung jetzt
Das Pferdekutschengewerbe ist seit Jahren umstritten. In heißen Sommern sind Pferde auf Palermos Straßen vor Hitze zusammengebrochen, was die Gemeinde zwang, wiederholt Notverordnungen zur Aussetzung des Dienstes zu erlassen. Die verabschiedeten Maßnahmen zielen darauf ab, ein System zu ersetzen, das von Beamten als unvereinbar mit dem Tierwohl beschrieben wird. Mit der in Kraft getretenen Verordnung und dem in Entwicklung befindlichen Umstellungsplan verlagert sich der Fokus nun auf die praktische Umsetzung. Das Modell könnte in anderen italienischen Städten Nachahmung finden, in denen ähnliche Debatten über den Pferdekutschen-Tourismus im Gange sind.


