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Sicherheit·vor 3 Std.

Indonesisches Paar nach Kuss auf TikTok-Livestream öffentlich ausgepeitscht

Ein Scharia-Gericht in Aceh verurteilte einen 22-jährigen Mann und eine 25-jährige Frau zu je 21 Hieben, nachdem ihr Livestream im Februar viral gegangen war, was Kritik von Amnesty International hervorrief.

Der Livestream und die Festnahme

Am 27. Februar küssten sich ein 22-jähriger Mann und eine 25-jährige Frau während eines TikTok-Livestreams aus einem Auto in Banda Aceh. Das Video verbreitete sich schnell viral, was zu einer Anzeige bei den örtlichen Scharia-Behörden führte. Das Paar wurde im April festgenommen und angeklagt, gegen islamische Moralgesetze wegen körperlicher Intimität ohne Trauschein verstoßen zu haben.

Vom Livestream zur Auspeitschung
  1. 27. Feb. 2026Paar küsst sich während TikTok-Livestream; Video wird viral.
  2. 1. Apr. 2026Paar festgenommen und von Scharia-Gericht zu je 25 Hieben verurteilt.
  3. 2. Juli 2026Strafe auf je 21 Hiebe reduziert; öffentliche Auspeitschung im Park von Banda Aceh durchgeführt.

Muhammad Rizal, Chef der Scharia-Polizei in Banda Aceh, sagte Reportern, dies sei der erste Fall in der religiös konservativen Provinz, bei dem Menschen wegen Verstoßes gegen islamisches Recht über soziale Medien bestraft wurden.

Sie haben eindeutig gegen die islamische Scharia verstoßen. Es war das erste Mal, dass Menschen wegen Verstoßes gegen islamisches Recht über soziale Medien bestraft wurden.

— Muhammad Rizal

Die Auspeitschung

Am 2. Juli wurde die Strafe auf einer Bühne im Bustanussalatin City Park in Banda Aceh vor mindestens hundert Zuschauern vollstreckt. Personen in Roben und Kapuzen verabreichten jedem der beiden 21 Hiebe mit einem Rattanstock. Die ursprüngliche Strafe von 25 Hieben war herabgesetzt worden, weil sie bereits vier Monate in Haft verbracht hatten.

Vier weitere Personen wurden am selben Tag ausgepeitscht: Ein weiteres Paar erhielt je 27 Hiebe wegen körperlicher Intimität, und zwei Männer erhielten 29 bzw. 8 Hiebe wegen Online-Glücksspiels.

Am 2. Juli 2026 vollstreckte Auspeitschungsstrafen · Hiebe
Mann (Kuss)
21
Frau (Kuss)
21
Zweites Paar (pro Person)
27
Mann (Glücksspiel, 29 Hiebe)
29
Mann (Glücksspiel, 8 Hiebe)
8
Mann (Kuss)
21 Hiebe
Frau (Kuss)
21 Hiebe
Zweites Paar (pro Person)
27 Hiebe
Mann (Glücksspiel, 29 Hiebe)
29 Hiebe
Mann (Glücksspiel, 8 Hiebe)
8 Hiebe

Bobbi Sandri, Leiter der Staatsanwaltschaft, sagte, die öffentlichen Auspeitschungen sollen andere davon abhalten, gegen die religiösen Vorschriften der Provinz zu verstoßen.

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Acehs Scharia-Recht

Aceh an der nordwestlichen Spitze Sumatras ist die einzige Provinz im mehrheitlich muslimischen Indonesien, die eine Version des islamischen Strafrechts anwendet. Die Zentralregierung gewährte der Provinz 2006 im Rahmen eines Friedensabkommens zur Beendigung eines jahrzehntelangen Separatistenkonflikts Sonderautonomie und das Recht, religiöse Gesetze einzuführen. Das Gesetz wurde 2015 auf Nicht-Muslime ausgedehnt.

Nach dem Qanun Jinayat (islamisches Strafgesetzbuch) ist die Auspeitschung eine vorgeschriebene Strafe für Straftaten wie außerehelichen Sex, Alkoholkonsum, Glücksspiel und gleichgeschlechtliche Beziehungen. In den letzten Jahren haben Gerichte Strafen von bis zu 100 Hieben verhängt. Im Januar 2026 erhielt ein Paar mehr als 100 Hiebe pro Person wegen Sex außerhalb der Ehe und Trinkens; die Frau wurde ohnmächtig und mit einem Krankenwagen abtransportiert. Im August 2025 wurden zwei junge Männer zu je 80 Hieben verurteilt, weil sie sich in einer öffentlichen Toilette umarmt und geküsst hatten.

Verurteilung

Amnesty International Indonesien bezeichnete die Auspeitschung als Menschenrechtsverletzung. Sprecher Haeril Halim beschrieb die Strafe als einen erschreckenden Akt der Diskriminierung, der die Reichweite von Acehs islamischem Strafgesetzbuch auf die digitale Sphäre ausdehnt.

Dies zeigt, dass Acehs islamisches Strafgesetzbuch seine Reichweite ausgedehnt hat, um friedliche Äußerungen in der digitalen Sphäre zu treffen, mit der Auspeitschung dieses jungen Paares.

— Haeril Halim

Exekutivdirektor Usman Hamid argumentierte, dass das Verhalten, wenn auch vielleicht unangemessen auf einer Plattform, die von allen Altersgruppen gesehen wird, keine Inhaftierung oder Auspeitschung rechtfertige. Amnesty fordert Indonesien seit langem auf, die Auspeitschung abzuschaffen, da sie gegen das internationale Folterverbot nach dem ICCPR verstoße, den Indonesien ratifiziert hat.

Banda Aceh
Muhammad RizalBobbi SandriHaeril HalimUsman Hamid
Usman HamidBanda AcehMuhammad RizalBobbi SandriHaeril Halim

8 Quellen

  • Der Tag: Nach Kuss auf TikTok: Paar öffentlich ausgepeitscht
    N-tv·vor 4 Std.
  • Kuss auf TikTok: Paar in Indonesien öffentlich ausgepeitscht
    watson.ch/·vor 5 Std.
  • Koppel in Indonesië veroordeeld tot stokslagen vanwege zoenen in TikTok-video
    NOS·vor 6 Std.
  • Indonésie: un couple qui semblait s'embrasser sur les réseaux sociaux flagellé publiquement
    France 24·vor 6 Std.
  • Couple publicly caned in Indonesia after kissing on TikTok livestream
    The Independent·vor 7 Std.
  • 21 Schläge mit Rohrstock: Paar in Indonesien nach Kuss im Livestream öffentlich bestraft
    RP Online·vor 7 Std.
  • Baci durante una diretta su Tik Tok e in Indonesia scatta la punizione choc: 21 frustate a una coppia
    il Giornale.it·vor 7 Std.
  • Indonesia, coppia frustata in piazza per essersi baciata su TikTok
    Tgcom24·vor 7 Std.

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