Kurz gefasst
Präfekt Hugues Moutouh rechnet am Samstag, 24. Oktober, mit 20.000 bis 30.000 Menschen aus ganz Frankreich, darunter nach seiner Schätzung 2.000 bis 3.000 radikale Elemente.
Präfekt Hugues Moutouh verbot aus Sicherheitsgründen alle Versammlungen am Sonntag, 25. Oktober; für den Parteitag werden an diesem Tag rund 10.000 Menschen erwartet.
Die Straßenbahnen fahren am Samstag, 24. Oktober, den ganzen Tag nicht, und das Parken an der Oberfläche im Zentrum ist ab Mitternacht am Freitag, 23. Oktober, verboten, so Bürgermeister Serge Grouard.
Am Wochenende werden fast 3.000 Sicherheitskräfte eingesetzt, darunter fast 2.000 zusätzliche CRS-Kräfte und mobile Gendarmen.
- Samstag, 24. Oktober, ganztägigDie Straßenbahnlinien werden eingestellt und Leihfahrräder aus dem Stadtzentrum entfernt
- Samstag, 24. Oktober, 10:30 UhrDer zentrale Gegenprotest-Marsch startet vom Vorplatz der Kathedrale
- 25.10.Das Verbot des Präfekten für alle Versammlungen tritt in Kraft
Der Parteitag und seine Bedeutung
Das Rassemblement national hält an diesem Wochenende seinen Parteitag in Orléans ab. Die Versammlung dürfte die Wiederwahl von Jordan Bardella zum Parteivorsitzenden bestätigen. Der Präsidentschaftswahlkampf von Marine Le Pen soll während des Parteitags mit einer großen Kundgebung offiziell eröffnet werden. Nach Angaben eines örtlichen Parteifunktionärs werden am Samstag, 24. Oktober, rund 5.000 Menschen erwartet, am Sonntag, 25. Oktober, etwa 10.000. Die Veranstaltung findet vor dem Hintergrund von Gewalt in den Städten statt; der Präfekt erinnerte an die Plünderungen, die bei den Demonstrationen am 17. Oktober zahlreiche Städte getroffen hatten.
Gegenproteste und das Verbot des Präfekten
Präfekt Hugues Moutouh kündigte am Donnerstag, 22. Oktober, an, dass am Samstag 20.000 bis 30.000 Menschen aus ganz Frankreich in Orléans erwartet werden, um gegen den Parteitag zu protestieren. Aus Sicherheitsgründen verbot er alle Versammlungen am Sonntag. Unter den Demonstranten rechnet er mit 2.000 bis 3.000 „radikalen Elementen“ und erklärte, der Ultralinken zugerechnete Organisationen beabsichtigten, den Parteitag und die Kundgebung Le Pens mit allen Mitteln zu blockieren. Die Mittel des Innenministeriums bezeichnete er als „absolut massiv“, darunter fast 2.000 zusätzliche CRS-Kräfte und mobile Gendarmen sowie ein gepanzertes Fahrzeug vom Typ Centaure und Wasserwerfer.
Mit Blick auf eine Wiederholung der Gewalt in anderen Städten sagte er:
„Ich werde nicht zulassen, dass gewalttätige Gruppen eine friedliche Demonstration als Geisel nehmen, die Polizei angreifen, Anwohner bedrohen oder Geschäfte und öffentliche Gebäude beschädigen.“
Maßnahmen des Bürgermeisters in der ganzen Stadt
Serge Grouard, der Bürgermeister von Orléans, kündigte eine „außergewöhnliche“ Vorsorgeregelung an, die massive Verkehrsbeschränkungen und die Schließung mehrerer öffentlicher Einrichtungen umfasst. Die Straßenbahnlinien werden am Samstag den ganzen Tag über eingestellt, Leihfahrräder aus dem Stadtzentrum entfernt, Museen geschlossen und einige Vorstellungen abgesagt. Das Parken an der Oberfläche im Zentrum ist ab Mitternacht am Freitag, 23. Oktober, verboten. Geschäfte dürfen geöffnet bleiben, sofern die Café-Terrassen geräumt werden; sollte sich die Lage ändern, könne er jedoch die Schließung aller Geschäfte anordnen. Er sei besorgt mit Blick auf den späten Samstag, die Nacht und den Sonntag.
Bei der Vorstellung des Plans sagte er:
„Mein Ziel ist es, Orléans zu schützen. Hier wird es kein Chaos geben, und es darf auch keines geben.“
Innenminister Laurent Nuñez hatte am Mittwoch, 21. Oktober, erklärt, das Sicherheitsdispositiv für Orléans werde extrem umfangreich sein, mit vielen mobilen Einheiten, die sowohl den Parteitag als auch die angemeldeten Demonstrationen absichern sollen.
Mobilisierung der Linken
Für Samstag ist um 10:30 Uhr ein großer Marsch vom Vorplatz der Kathedrale gegen Rassismus, Faschismus und Imperialismus angesetzt. Rund fünfzig Organisationen, vor allem linke Gruppen, Gewerkschaften und politische Bewegungen, haben dazu aufgerufen. Olivier Faure, Erster Sekretär der Sozialistischen Partei, Bally Bagayoko, LFI-Bürgermeister von Saint-Denis, und Sophie Binet, Generalsekretärin der CGT, werden dort erwartet. Faure sagte, es gehe darum, sich der Rede von Marine Le Pen entgegenzustellen, und die extreme Rechte könne bei der Präsidentschaftswahl für viele Wähler zu einem Zufluchtsort werden. Bagayoko bezeichnete den Protest als demokratischen Moment politischer Meinungsäußerung; die Grünen und die Kommunistische Partei Frankreichs werden durch ihre Sprecher vertreten sein.
Konkurrierende Schätzungen zur Teilnehmerzahl
Die Schätzungen für den Gegenprotest änderten sich im Laufe des Donnerstags. Zuvor hatten Polizeikreise 10.000 bis 15.000 Menschen genannt, andere Sicherheitskreise 20.000 bis 25.000. Die Zahl des Präfekten von 20.000 bis 30.000 ist die jüngste und die, die er öffentlich verkündet hat.
- RN-Parteitag, Samstag 24. Oktober
- 5000 Personen
- RN-Parteitag, Sonntag 25. Oktober
- 10000 Personen
- Gegenprotest, niedrige Schätzung des Präfekten
- 20000 Personen
- Gegenprotest, hohe Schätzung des Präfekten
- 30000 Personen
Daten aus dem Artikeltext