Münchner Oberbürgermeister entzieht Die Linke den Oktoberfest-Tisch nach Ohrfeige gegen FDP-Politiker
Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause hat der Die-Linke-Fraktion ihren reservierten Oktoberfest-Tisch entzogen, nachdem eine Frau dem FDP-Fraktionsvorsitzenden Jörg Hoffmann während eines Streits über propalästinensische Sprechchöre in der Stadtratsloge eine Ohrfeige verpasst hatte.
Handgreiflichkeiten im Schottenhamel-Zelt
Ein politischer Streit in der Münchner Stadtratsloge auf dem Oktoberfest eskalierte in einen körperlichen Übergriff auf einen Kommunalpolitiker. Die Auseinandersetzung ereignete sich in dem reservierten Bereich für politische Fraktionen und Rathausmitarbeiter auf dem Balkon des Schottenhamel-Festzelts. Die FDP-Stadträtin Patricia Riekel erklärte, eine Gruppe am Tisch der Die-Linke-Fraktion habe den Text des Liedes Sweet Caroline abgewandelt und propalästinensische Parolen gesungen. Der FDP-Fraktionsvorsitzende Jörg Hoffmann trat an die Gruppe heran, der teils Mitglieder der Linksjugend angehörten, und forderte sie auf, die Sprechchöre zu beenden. Der Zelt-Sicherheitsdienst wies die Beteiligten anschließend des Zeltes verwiesen. Mehrere Frauen aus der Gruppe kehrten später an Hoffmanns Tisch zurück, beschimpften ihn als Täter und Genozid-Freund, und eine Frau schlug ihm ins Gesicht.
Sanktionen des Oberbürgermeisters bei der Stadtratsbestuhlung
Nach dem Vorfall griff Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause von den Grünen ein und entzog Die Linke ihre reservierten Plätze in der Stadtratsloge für den Rest des Festes. Die Disziplinarmaßnahme bleibt bis zum Ende des Oktoberfests am kommenden Sonntag in Kraft. Die Stadtratsfraktionen in München erhalten traditionell einen oder mehrere zugewiesene Tische in der Schottenhamel-Loge, die sie an Stadträte, Verwaltungsmitarbeiter und persönliche Gäste vergeben dürfen. Krause verurteilte die Tat als inakzeptablen Verstoß gegen die Umgangsformen und betonte, dass körperliche Auseinandersetzungen im demokratischen Diskurs keinen Platz hätten.
Das Oktoberfest ist kein Ort für politische Agitation. Der körperliche Angriff auf unseren Stadtratskollegen Jörg Hoffmann, dem ich meine volle Solidarität ausspreche, ist völlig inakzeptabel. Gewalt darf niemals ein Mittel der politischen Auseinandersetzung sein.
Krause fügte hinzu, die rasche Entschuldigung der Die-Linke-Fraktionsspitze sei ein positiver erster Schritt zur Aufarbeitung des Vorfalls.
- Eine Gruppe am Die-Linke-Tisch singt propalästinensische Parolen zur Melodie von Sweet Caroline.
- Jörg Hoffmann fordert die Gruppe auf, damit aufzuhören, und wird später von einer weiblichen Person konfrontiert und geohrfeigt.
- Oberbürgermeister Dominik Krause entzieht Die Linke den Tisch in der Stadtratsloge für den Rest des Festes.
- Die FDP entscheidet sich gegen eine Strafanzeige wegen der Auseinandersetzung.
Entschuldigung der Fraktion und disziplinarische Maßnahmen
Stefan Jagel, der Vorsitzende der Die-Linke-Fraktion im Münchner Rathaus, sprach Hoffmann eine direkte Entschuldigung aus und kündigte interne Prüfungen an. Jagel erklärte, die für die Ohrfeige verantwortliche Frau sei als Freundin eines Parteimitglieds anwesend gewesen und gehöre weder Die Linke noch der Linksjugend an. Er zeigte sich persönlich betroffen von dem Vorfall und versicherte, die Beteiligten würden dauerhaft keine Einladungen der Fraktion zu Festen mehr erhalten. Jagel bestätigte zudem Pläne, direkt mit der an der Auseinandersetzung beteiligten Frau zu sprechen.
Was mir geschildert wurde, ist ein No-Go. Ich bin auch persönlich sehr betroffen. Ich habe mich bei Herrn Hoffmann dafür sofort entschuldigt.
Jagel erklärte, die Angelegenheit werde auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Bezirksvorstands gesetzt. Während Jagel Verständnis für die Entscheidung von Oberbürgermeister Krause äußerte, den Tisch zu entziehen, zeigte er sich verärgert darüber, dass unbeteiligte Gäste der Linke-Fraktion durch das pauschale Verbot ihre Reservierungen verloren. Vertreter der FDP erklärten ihrerseits, sie würden keine Strafanzeige gegen die Angreiferin stellen.

