
Österreichischer Schauspieler Johannes Krisch, Star von ‚Revanche‘ und ‚Braunschlag‘, im Alter von 59 Jahren nach Krebserkrankung gestorben
Der in Wien geborene Charakterdarsteller, Ensemblemitglied am Burgtheater und Theater in der Josefstadt, starb am Montagmorgen in einem Wiener Krankenhaus. Seine Agentin bestätigte einen langen Kampf gegen den Krebs.
Todesmeldung durch das Theater in der Josefstadt
Johannes Krisch starb am Montagmorgen, dem 27. Juli 2026, in einem Wiener Krankenhaus im Alter von 59 Jahren. Das Theater in der Josefstadt, wo er langjähriges Ensemblemitglied war, bestätigte die Nachricht der Austria Presse Agentur (APA). Krisch wurde am 8. Dezember 1966 in Wien geboren und prägte jahrzehntelang das österreichische Theater, Film und Fernsehen.
Seine Agentin Daniela Fruhmann sagte der Bild-Zeitung, der Schauspieler habe einen langen Kampf gegen den Krebs geführt. "Johannes hat einen langen Kampf gegen den Krebs geführt. Das letzte halbe Jahr war für ihn sehr schwierig, er musste sich eine Auszeit nehmen," sagte sie. Sie fügte hinzu, Krisch sei ein Kämpfer gewesen, der trotz der Krankheit nie aufgegeben habe. Die genaue Krebsart wurde nicht öffentlich bekannt gegeben.
Eine beeindruckende Präsenz auf Leinwand und Bühne
Krisch wurde einem breiten Publikum durch Fernsehserien wie David Schalkos Erfolgskomödie "Braunschlag" (2012) und mehrere Folgen der ARD-Krimireihe "Tatort" bekannt, in der er viermal auftrat, zuletzt 2018. Er spielte auch in "Kommissar Rex" und verschiedenen "SOKO"-Serien mit. Seinen Durchbruch im internationalen Kino feierte er 2008 mit Götz Spielmanns Oscar-nominiertem Drama "Revanche", in dem Krisch die Hauptrolle spielte.
2013 trat er neben der Oscar-nominierten deutschen Schauspielerin Sandra Hüller in "Finsterworld" auf, und 2017 spielte er an der Seite von Hollywoodstar Diane Kruger in "Aus dem Nichts". Seine Darstellung des Serienmörders Jack Unterweger im Film "Jack" (2015) brachte ihm den Österreichischen Filmpreis als bester Hauptdarsteller ein. 2022 übernahm Krisch die Rolle des Elias, eines Mannes, der sich aus der Gesellschaft zurückzieht, in Adrian Goigingers "Märzengrund". Auf der Bühne des Theaters in der Josefstadt spielte er in "Der Bockerer" einen starrsinnigen Fleischer, der sich weigert, mit den Nazis zu kooperieren.
- Geboren in Wien. Ausbildung zum Tischler, bevor er über den Bühnenbau zur Schauspielerei kam.
- Hauptrolle in Götz Spielmanns ‚Revanche‘, das für den Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert wurde.
- Auftritt in David Schalkos erfolgreicher TV-Serie ‚Braunschlag‘. Erleidet einen schweren Sturz bei einer Premiere in Berlin.
- Gewinnt den Österreichischen Filmpreis als bester Hauptdarsteller für seine Darstellung des Serienmörders Jack Unterweger in ‚Jack‘.
- Spielt neben Diane Kruger in Fatih Akıns ‚Aus dem Nichts‘.
- Übernimmt die Hauptrolle des Elias in Adrian Goigingers ‚Märzengrund‘.
- Zieht sich aus gesundheitlichen Gründen von Bühnenrollen und den Raimundspielen Gutenstein zurück. Wird erneut Vater.
- Stirbt nach langer Krebserkrankung im Alter von 59 Jahren in einem Wiener Krankenhaus.
Würdigungen aus der Theaterwelt
Herbert Föttinger, ehemaliger Direktor des Theaters in der Josefstadt, würdigte Krisch als "einen der bedeutendsten Schauspieler seiner Generation". Föttinger lobte Krischs seltene Fähigkeit, Figuren vollständig im Moment zu erleben und das Publikum daran teilhaben zu lassen.
Johannes Krisch besaß die seltene Gabe, Figuren nicht zu spielen, sondern sie im Augenblick zu erleben — und das Publikum daran teilhaben zu lassen.
Krisch selbst beschrieb sein Vorbereitungsritual vor Auftritten einmal in charakteristisch derber Art: "Ich spuck' dreimal auf den Bühnenboden und klopf' auf Holz."
Gesundheitsprobleme und Privatleben
Krisch hatte in den letzten Jahren mit erheblichen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. 2012 stürzte er während einer Premiere in Berlin fast zwei Meter tief und erlitt eine Wirbelverletzung sowie einen Zwerchfellriss. 2023 musste er sich sowohl von der Hauptrolle in der Uraufführung von Peter Turrinis "Es muss geschieden sein" als auch von seiner Position als künstlerischer Leiter der Raimundspiele Gutenstein zurückziehen. In einem Interview mit der Presse im Jahr 2024 äußerte er sich zu seinen gesundheitlichen Problemen: "Meinen gesundheitlichen Problemen musste ich mich stellen, denn mein Körper ist ja mein Instrument. Ohne ihn geht es nicht."
Bevor er Schauspieler wurde, absolvierte Krisch eine Tischlerlehre und kam fast zufällig zum Beruf, nachdem er im Bühnenbau gearbeitet hatte. Er hinterlässt fünf Kinder – drei Söhne aus erster Ehe sowie einen Sohn und eine Tochter aus zweiter Ehe mit der Schauspielerin Larissa Fuchs, mit der er 2023 ein weiteres Kind bekam.


