
Huthi-Kräfte erobern Küste der Bab al-Mandab – Drohnenangriff legt saudische Pipeline lahm
Jemenitische Huthi-Rebellen haben die Kontrolle über die Küste der Bab al-Mandab und die Insel Perim übernommen, während ein irakischer Drohnenangriff die vorsorgliche Stilllegung der saudischen Ost-West-Pipeline erzwang.
Küstenoffensive und Meerengen-Blockade
Huthi-Kräfte im Jemen haben nach einem raschen militärischen Vorstoß die Kontrolle über die gesamte Küste des Landes am Roten Meer übernommen. Rebellenverbände eroberten am Donnerstag die Hafenstadt Mokka, gefolgt von der Einnahme der Insel Perim am Freitag. Die Insel Perim liegt direkt in der Meerenge Bab al-Mandab und teilt die Wasserstraße, die an ihrer schmalsten Stelle etwa 20 Kilometer breit ist. Jemenitische Regierungsvertreter bestätigten, dass die Gruppe alle Inseln in der Meerenge kontrolliert und den Schifffahrtskorridor damit der direkten Kontrolle der Rebellen unterstellt. Das Institute for the Study of War berichtete, dass die Einrichtung eines sicheren Handelsschifffahrtskorridors durch die enge Passage unter Rebellenbeschuss schwierig sein werde.
- Huthi-Kämpfer nehmen die Hafenstadt Mokka ein, Drohnen treffen saudische Pumpstation 11
- Huthis erobern Insel Perim, Saudi-Arabien kündigt Pipeline-Stilllegung an
- Irakische Streitkräfte finden Drohnenstartvorrichtungen nahe der iranischen Grenze, Satellitenbilder bestätigen Pipelineschäden
Drohnenangriffe auf saudische Pipeline-Infrastruktur
Gleichzeitig zielten vom Irak aus gestartete Drohnenangriffe auf die saudische Ost-West-Pipeline, beschädigten die Pumpstation 11 und verletzten mehrere Menschen. Die Anlage pumpt Rohöl über das Hedschas-Gebirge entlang der Leitung, die die Felder am Persischen Golf mit dem Rotmeerhafen Yanbu verbindet. Das saudische Energieministerium gab am Freitag nach dem Angriff eine vorsorgliche Stilllegung der Pipeline bekannt, während das Außenministerium die irakische Herkunft der unbemannten Flugzeuge bestätigte. Satellitenbilder vom 12. September zeigten Rußablagerungen und extreme Trockenheitsanzeichen auf der Anlage. Am Samstag entdeckten irakische Sicherheitskräfte Drohnenstartvorrichtungen nahe der iranischen Grenze. ARD-Korrespondent Ramin Sina beschrieb den operativen Druck, dem das Königreich ausgesetzt ist.
Im Grunde steht Saudi-Arabien unter Druck. Es gab viele Angriffe. Es wird für Saudi-Arabien zunehmend schwieriger, Öl zu exportieren.
Handelsstörungen und Marktauswirkungen
Die gleichzeitige Unterbrechung der Ost-West-Pipeline und der Meerenge Bab al-Mandab verschärft die bestehenden Schließungen der Schifffahrtswege in der Straße von Hormus, die normalerweise etwa 20 % des globalen Energiehandels abwickelt. Saudi-Arabien produziert täglich rund 10 Millionen Barrel Rohöl und exportiert täglich 7 Millionen Barrel. Schiffsverfolgungsdaten von Vortexa zeigen, dass die Rohölverladungen in Yanbu von etwa 0,8 Millionen Barrel pro Tag Ende Februar auf 4,6 Millionen Barrel pro Tag Ende März gestiegen waren, da die Exporte von Hormus weg umgeleitet wurden. Der tägliche Schiffsverkehr durch den Korridor Bab al-Mandab sank von einem Durchschnitt von 47 Schiffen vor der Offensive auf 37 Schiffe pro Tag. Die Rohölpreise stiegen nach den beiden Infrastrukturunterbrechungen wieder über 100 Dollar pro Barrel.
- Durchschnitt vor der Offensive
- 47 Schiffe/Tag
- Volumen nach der Offensive
- 37 Schiffe/Tag
- Ende Februar 2026
- 0.8 Mio. bpd
- Ende März 2026
- 4.6 Mio. bpd
Strategische Reibungen und internationale Reaktionen
Die schnelle Offensive fiel mit operativen Reibungen zwischen den verbündeten Kräften in der Region zusammen. Mit den jemenitischen Streitkräften verbundene Quellen berichteten CNN, dass Anfragen nach militärischer Intervention der Vereinigten Staaten und saudischer Luftunterstützung während des Vormarsches der Rebellen an der Küste unerfüllt blieben. US-Präsident Donald Trump erklärte, dass der Iran wahrscheinlich für den Drohnenangriff auf die Pipeline verantwortlich sei, während er anmerkte, dass die Huthi-Kämpfer versuchten, die Vereinigten Staaten aus dem jemenitischen Kriegsschauplatz herauszuhalten. Der Sicherheitsexperte Frank Umbach erklärte, dass die koordinierten Aktionen der vom Iran unterstützten Gruppen die saudische Wirtschaft zu ersticken drohten und ein schweres Risiko für die internationalen Handelsrouten nach Europa und Ostasien darstellten.


