
Brent-Öl überspringt 90-Dollar-Marke – USA bombardieren Iran in neunter Nacht, Tanker in der Straße von Hormus abgefangen
Brent-Rohöl stieg erstmals seit dem 11. Juni über 90 Dollar pro Barrel, nachdem Iran zwei Tanker in der Straße von Hormus abgefangen hatte und die USA Iran in der neunten Nacht in Folge bombardierten, wobei seit Freitag mindestens drei amerikanische Soldaten getötet wurden.
## Preisanstieg Brent-Rohöl, die internationale Benchmark, ist am Montag erstmals seit dem 11. Juni über 90 Dollar pro Barrel gestiegen. Im frühen asiatischen Handel sprang der September-Kontrakt um bis zu 6 % auf über 90 Dollar und lag um 9:10 Uhr GMT bei 90,90 Dollar – ein Tagesplus von 3,18 % – nachdem er über Nacht einen Höchststand von 91,42 Dollar erreicht hatte. West Texas Intermediate, der US-Referenzwert, stieg um 2,72 % auf 84,73 Dollar, nachdem er zuvor bei 85,39 Dollar den höchsten Stand seit dem 12. Juni erreicht hatte. Die Rallye im Juli hat Brent um fast ein Viertel steigen lassen – der stärkste monatliche Anstieg seit Beginn des Konflikts mit Iran am 28. Februar.
Blockade der Straße von Hormus
Der unmittelbare Auslöser war Irans Abfangen von zwei Tankern, die versuchten, die Straße von Hormus ohne die von Teheran als erforderlich bezeichnete Genehmigung zu durchfahren. Die Revolutionsgarden gaben die Beschlagnahmungen im Staatsfernsehen bekannt, während das britische Maritime Trade Operations ein brennendes Schiff 8 Seemeilen nordwestlich des omanischen Dorfes Kumzar meldete. Die Meerenge, durch die vor dem Krieg ein Fünftel des globalen Kohlenwasserstoffhandels floss, wird von der Islamischen Republik erneut blockiert, und Washington hat als Reaktion seine Blockade iranischer Häfen wieder verhängt.
Militärische Eskalation
Die Vereinigten Staaten führten ihre neunte Nacht in Folge Luftangriffe gegen Iran durch und trafen Kommandozentralen und Kommunikationsnetzwerke. Präsident Donald Trump sagte: „Wir haben sie heute Nacht wieder sehr hart getroffen.“ Seit Freitag wurden nach Angaben des US-Militärs mindestens drei amerikanische Soldaten bei iranischen Angriffen getötet. Teheran reagierte mit neuen Angriffen im Golf, und Analysten der Deutschen Bank stellten fest, dass sich der Konflikt eindeutig verschärft habe, wobei die jüngste Welle gegenseitiger Angriffe verdeutliche, wie schnell sich die Lage verschlechtere.
Wir haben sie heute Nacht wieder sehr hart getroffen.
Der Konflikt im Nahen Osten hat sich eindeutig verschärft, und die jüngste Welle gegenseitiger Angriffe zeigt, wie schnell sich die Lage verschlechtert.
Zusammenbruch der Friedenshoffnungen
Der sprunghafte Anstieg stellt eine scharfe Kehrtwende gegenüber Mitte Juni dar, als ein am 17. Juni unterzeichnetes Protokollabkommen Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung geweckt und Brent unter 90 Dollar gedrückt hatte. Dieser Waffenstillstand wurde nun, wie Les Echos schrieb, „torpediert“, nachdem die USA ihre Bombardierungen wieder aufgenommen haben und Iran Vergeltung übt. Die Märkte haben die Erwartungen an einen dauerhaften Frieden endgültig aufgegeben, und die in den Rohölpreisen enthaltene Risikoprämie ist zurückgekehrt.
Kraftstoffpreise und der Russland-Faktor
In Frankreich hat der Dieselpreis an der Zapfsäule wieder die Marke von 2 Euro pro Liter überschritten, während Superbenzin SP95-E10 1,97 Euro erreichte. Der Anstieg ist nicht allein auf die Spannungen im Nahen Osten zurückzuführen. Am 8. Juli verhängte Russland, ein wichtiger Dieselsexporteur, ein Ausfuhrverbot, um die durch ukrainische Angriffe auf seine Raffinerien verursachten Engpässe im Inland zu beheben. Olivier Appert, Berater des Ifri-Energie- und Klimazentrums, erklärte, der Nahe Osten bleibe der dominierende Treiber, aber der russische Schritt habe zusätzlichen Aufwärtsdruck erzeugt.
## Marktdynamik Patrice Geoffron, Direktor des Centre de Géopolitique de l'Énergie et des Matières Premières, warnte, die Ölmärkte preisten nicht nur tatsächliche Angebotsausfälle ein, sondern auch das Risiko künftiger Versorgungsstörungen, was die Preisbewegungen verstärke. Er sagte, der Anstieg werde durch die Erwartung des worst-case-Szenarios zusätzlich befeuert und könne sich vorübergehend als überzogen erweisen, wenn das extreme Szenario nicht eintrete. Eine Stabilisierung sei möglich, wenn sich der Schiffsverkehr normalisiere und keine größere Infrastruktur getroffen werde, doch angesichts der kriegerischen Rhetorik auf beiden Seiten bleibe die Aussicht ungewiss.
- USA und Iran unterzeichnen Friedensprotokoll; Ölpreise fallen unter 90 Dollar.
- Russland verhängt Dieselsexportverbot nach Angriffen auf ukrainische Raffinerien.
- Irans Revolutionsgarden fangen zwei Tanker in der Straße von Hormus ab; brennendes Schiff nahe Kumzar (Oman) gemeldet.
- Brent-Rohöl schießt um 6 % auf über 90 Dollar – höchster Stand seit 11. Juni.
- Brent erreicht 90,90 Dollar, WTI 84,73 Dollar; USA schließen neunte Nacht der Angriffe ab.
