
US-Justizministerium zieht Vorladungen der NYT im Zusammenhang mit Berichterstattung über katarischen Jet nach richterlicher Prüfung zurück
Der Rückzug erfolgte bei einer Anhörung vor dem Bundesgericht in Manhattan am Donnerstag, wo ein Staatsanwalt erklärte, die Regierung sei „bereit, die Vorladungen zu diesem Zeitpunkt einseitig zurückzuziehen“, nachdem Richter Arun Subramanian fast eine Stunde lang Fragen gestellt hatte.
## Hintergrund Am 10. Juli erließ der Manhattaner US-Staatsanwalt Jay Clayton, den Präsident Trump zum nächsten Direktor der nationalen Nachrichtendienste nominiert hat, Vorladungen an Journalisten der New York Times. Die Vorladungen forderten Telefonaufzeichnungen und Aussagen vor der Grand Jury im Zusammenhang mit Berichten an, denen zufolge Trump die Türkei mit der älteren Air Force One verließ, weil ein kürzlich gespendetes katarisches Flugzeug keine Abwehrraketen- und andere Verteidigungssysteme besaß. Die auf anonyme Quellen gestützten Artikel wurden veröffentlicht, als ein Waffenstillstand im US-israelischen Krieg gegen den Iran zusammenbrach. Das Justizministerium argumentierte später, die Berichterstattung habe ein „erhebliches nationales Sicherheitsbedenken“ hinsichtlich der Offenlegung geheimer nationaler Verteidigungsinformationen aufgeworfen, während der Präsident inmitten von Feindseligkeiten mit einem ausländischen Gegner, offenbar dem Iran, flog.
Die Anhörung und der Rückzug
Der US-Bezirksrichter Arun Subramanian hatte die Vollstreckung der Vorladungen bis zu einer Anhörung am Donnerstag um 14:00 Uhr ET vor dem Bundesgericht in Manhattan ausgesetzt. Während der Anhörung baten die Staatsanwälte den Richter zunächst, die Vorladungen für zwei Wochen auszusetzen, mit Verweis auf laufende Ermittlungsschritte. Die Times forderte das Gericht auf, sie gänzlich für ungültig zu erklären. Nachdem Richter Subramanian die Anwälte der Regierung fast eine Stunde lang befragt hatte, verkündete Sean Buckley, ein hochrangiger Beamter der US-Staatsanwaltschaft, den Rückzug.
Die Regierung ist bereit, die Vorladungen zu diesem Zeitpunkt einseitig zurückzuziehen.
Der Richter stellte fest, dass das Justizministerium die Vorladungen erneut ausstellen könne, wenn es die entsprechenden Verfahren einhalte.
Rechtliche Argumente
Die Times argumentierte, die Vorladungen seien dazu bestimmt, Journalisten zu belästigen und einzuschüchtern, was gegen den Ersten Verfassungszusatz verstoße. Die Zeitung behauptete zudem, das Justizministerium habe gegen seine eigenen internen Richtlinien verstoßen, die eine Genehmigung auf hoher Ebene für Vorladungen gegen Reporter vorschreiben und solche Schritte als selten behandeln. Die Staatsanwälte wiesen diese Behauptungen zurück und argumentierten, der Erste Verfassungszusatz befreie Reporter nicht davon, wesentliche Informationen in strafrechtlichen Ermittlungen zu liefern. Sie betonten die nationale Sicherheitslage und verwiesen auf die Sensibilität von Details über die Flugzeugabwehr des Präsidenten.
Kontext der Pressefreiheit
Die Vorladungen sind Teil dessen, was Presseorganisationen als breitere Druckkampagne der Trump-Administration gegen unabhängige Medien beschreiben. Die Administration hat zuvor die Washington Post und das Wall Street Journal mit Vorladungen und Durchsuchungsbefehlen belegt. Während sowohl republikanische als auch demokratische Verwaltungen versucht haben, Journalisten zur Preisgabe von Quellen in Leckuntersuchungen zu zwingen, kritisieren Beobachter, dass die derzeitige Administration solche Mittel aggressiver einsetze. Die Times bezeichnete die Vorladungen als Versuch, ihre Reporter einzuschüchtern.
Wie geht es weiter?
Mit dem Rückzug der Vorladungen endet die unmittelbare rechtliche Auseinandersetzung, aber die Entscheidung des Richters lässt die Tür für künftige Vorladungen offen, wenn die Regierung die ordnungsgemäßen Verfahren einhält. Der Fall unterstreicht die anhaltenden Spannungen zwischen dem Weißen Haus und der Presse über die Berichterstattung zur nationalen Sicherheit, insbesondere hinsichtlich der Reisen des Präsidenten und der Fähigkeiten des von Katar gespendeten Flugzeugs.
- Manhattaner US-Staatsanwalt Jay Clayton erlässt Vorladungen an NYT-Journalisten.
- Anhörung vor Richter Arun Subramanian beginnt; Regierungsanwälte werden fast eine Stunde lang befragt.
- Justizministerium kündigt einseitigen Rückzug der Vorladungen an.


