
Novartis kehrt im zweiten Quartal zum Wachstum zurück: Neue Krebsmedikamente gleichen 50-prozentigen Einbruch bei Entresto aus
Neuere Medikamente Kisqali und Pluvicto trieben einen Umsatzsprung von 36 % auf fast 7 Milliarden Dollar an, was dem Schweizer Pharmakonzern einen Umsatz von 14,4 Milliarden Dollar und einen stabilen Kerngewinn von 5,94 Milliarden Dollar bescherte.
Entresto unter Druck
Der Verlust der US-Marktexklusivität für Entresto, das umsatzstärkste Herzinsuffizienz-Medikament von Novartis, führte zu einem starken Umsatzrückgang. Im zweiten Quartal brachen die Entresto-Verkäufe um 50 Prozent auf 1,18 Milliarden Dollar ein, nach einem Rückgang von 42 Prozent in den ersten drei Monaten des Jahres. Das Medikament hatte 2025 einen Umsatz von 7,7 Milliarden Dollar erzielt, was 14 Prozent des Konzernumsatzes entsprach. Die Patentklippe traf auch andere frühere Blockbuster: Promacta, Tasigna und vier weitere Medikamente unter den Top 20 nach Umsatz erlitten zweistellige prozentuale Rückgänge.
Neue Medikamente treiben Erholung an
Eine Gruppe von acht neueren Medikamenten, angeführt von den Krebstherapien Kisqali (Brustkrebs) und Pluvicto (Prostatakrebs), glich die Generika-Erosion mehr als aus. Der kombinierte Umsatz dieser Wachstumstreiber stieg im zweiten Quartal um 36 Prozent auf fast 7 Milliarden Dollar. Die starke Leistung ermöglichte es dem in Basel ansässigen Pharmakonzern, nach einem durch die erste Welle von Generika-Einführungen verursachten Umsatzrückgang im ersten Quartal wieder zum Umsatzwachstum zurückzukehren. Das Unternehmen hat sein Portfolio geschickt verjüngt und sich auf innovative Onkologie- und Spezialmedikamente konzentriert.
## Finanzergebnisse Der Konzernumsatz erreichte 14,4 Milliarden Dollar, ein Anstieg von 3 Prozent in US-Dollar und 1 Prozent in konstanten Währungen. Das Ergebnis übertraf die durchschnittliche Analystenschätzung um mehr als 3 Prozent. Der Kernbetriebsgewinn, die wichtigste Kennzahl für Anleger, blieb stabil bei 5,94 Milliarden Dollar und lag deutlich über dem AWP-Konsens von 5,3 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn fiel von 4,0 Milliarden Dollar im Vorjahr auf 3,3 Milliarden Dollar, hauptsächlich aufgrund höherer Steuerbelastungen und gestiegener Zinsaufwendungen.
- Patente für Entresto, Promacta und Tasigna laufen aus
- Entresto-Verkäufe fallen um 42 %; Konzernumsatz sinkt
- Umsatz kehrt zum Wachstum zurück (+1 % in konstanten Währungen); neue Krebsmedikamente schießen um 36 % in die Höhe
- Management erwartet, dass der Generika-Einfluss nachlässt, prognostiziert niedriges einstelliges Umsatzwachstum
Sicht des Managements und Aktienreaktion
CEO Vas Narasimhan hatte zuvor signalisiert, dass die negativen Auswirkungen der Generika in der ersten Jahreshälfte 2026 deutlich stärker sein würden als in der zweiten. Novartis hat wiederholt erklärt, dass die Erosion durch Nachahmermedikamente in der ersten Jahreshälfte wahrscheinlich ihren Höhepunkt erreicht hat. Das Unternehmen ließ seine Prognose für das Gesamtjahr unverändert: niedriges einstelliges Umsatzwachstum in konstanten Währungen, wobei der Kernbetriebsgewinn voraussichtlich um einen ähnlich niedrigen einstelligen Prozentsatz zurückgehen wird. Trotz des besser als erwarteten Quartals hob das Management den Ausblick nicht an, eine Entscheidung, die einige Analysten erhofft hatten. Die Anleger belohnten die Aktie dennoch: Die Novartis-Aktie ist seit Jahresbeginn um 17 Prozent auf fast 127 CHF gestiegen und ist damit die teuerste europäische Pharmaaktie gemessen an der Bewertung. In fünf Jahren haben die Aktien um 58 Prozent zugelegt, während die Roche-Aktie im gleichen Zeitraum um 4 Prozent verloren hat.


