
Notte della Taranta 2026 versammelt 150.000 Besucher in Melpignano unter Ermal Meta
Die 29. Ausgabe des Konzerts in Melpignano verband die Volksmusik aus Salento mit mediterranen Traditionen, unter der Leitung des Sängers und Songwriters Ermal Meta.
Konzert in Melpignano
Die 29. Ausgabe des Notte-della-Taranta-Konzerts fand am Samstag, den 22. August 2026, in Melpignano statt, das in der Region Salento in Süditalien liegt. Die Organisatoren rechneten mit 150.000 Besuchern auf dem Platz und der Wiese neben dem ehemaligen Augustinerkloster. Die Menschenmengen trafen bereits am frühen Nachmittag ein, mit Tamburinen und Bandanas, um zu traditionellen Pizzica-Rhythmen zu tanzen. Das Konzert wurde live im italienischen Fernsehen auf Rai 3 übertragen und über das Eurovision-Netzwerk verbreitet. Die Organisatoren widmeten diese Ausgabe außerdem der italienischen Festa della Repubblica und dem 80. Jahrestag des Frauenwahlrechts in Italien.
Mediterrane Themen und musikalische Leitung
Der Sänger und Komponist Ermal Meta war der Konzertmeister der Ausgabe 2026 und baute das Programm um das Thema der mediterranen Routen auf. Seine Arrangements kombinierten salentische Volkslieder mit synkopierten, melancholischen und rockigen Tempi, die die Dialekte Salentino, Griko und Arbereshe mit portugiesischem Fado und urbanem Pop verbanden. Meta beschrieb das Mittelmeer als eine kulturelle Kraft, die der salentischen Tradition durch jahrhundertelange Interaktion eine unreine und einzigartige Identität verliehen habe. Massimo Bray, Präsident der Fondazione La Notte della Taranta, erklärte das Ziel, das regionale Erbe mit breiteren internationalen Themen zu verbinden.
Ich möchte der Stiftung danken, dass sie mir diese Aufgabe anvertraut hat, die eine große Verantwortung, aber auch eine immense Freude ist, und allen Musikern des Orchesters, die eine Geschichte, ein Land und tiefe Bindungen repräsentieren, die ich mir wie die Wurzeln eines Olivenbaums vorstelle.
Originalkompositionen und politische Kommentare
Während des Auftritts stellte Meta Nu simu nienti vor, einen unveröffentlichten Song, der im salentischen Dialekt in Zusammenarbeit mit dem Musiker Claudio Prima geschrieben wurde. Das Stück drückte Widerstandsfähigkeit gegen äußere Unternehmensmächte aus und bezog sich auf Proteste gegen die Pläne der Familie Trump, die albanische Insel Sazan in ein Luxusresort umzuwandeln. Meta erklärte, dass der Song Land verteidige, das den einfachen Menschen gehöre, vor unnötiger Zerstörung durch mächtige Entitäten. Er erläuterte die kollektive Philosophie hinter den Texten und die Kraft vereinter Chorstimmen.
Der Sinn beginnt mit einem einfachen Gedanken: Obwohl wir nichts sind, können wir zusammen dennoch etwas bewirken. Wir sehen das in der Volksmusik und wir sehen es in der Vereinigung der Menschen, denn Menschen zusammen haben eine überwältigende Stärke. Ich sage immer, wenn wir in einer sehr großen Gruppe jede Person einzeln singen ließen, wären wahrscheinlich viele verstimmt; aber wenn alle zusammen singen, stimmen sie sich aufeinander ein. Das Volk kann, wenn es vereint ist, niemals verstimmt sein.
Gastkünstler und Bühnenproduktion
Die Produktion auf der Bühne in Melpignano kombinierte traditionelle Instrumente mit einer vielfältigen Gruppe von Gastsängern. Zum Line-up gehörten die italienischen Sängerinnen Alessandra Amoroso, Levante, Maria Mazzotta, Sayf und Giulia Vecchio sowie die portugiesische Fado-Sängerin Gisela Joao. Der Urban-Künstler Welo führte eine Rock-Interpretation des traditionellen Stücks Core meu mit dem Orchester auf. Die Tänzer, die die musikalischen Nummern begleiteten, führten Choreografien von Fredy Franzutti während der gesamten Open-Air-Veranstaltung auf.


