Norwegen schließt Flughafen Oslo Gardermoen – Lotsenstreik annulliert 150 Flüge
Eine fünfstündige Schließung am Osloer Flughafen Gardermoen legte am Sonntag den landesweiten Flugverkehr lahm und erzwang mindestens 150 Annullierungen, nachdem Fluglotsen ein jährliches Gehaltsangebot von 62.000 Kronen abgelehnt hatten.
Fünfstündige Schließung am Osloer Flughafen Gardermoen
Norwegens wichtigster Luftverkehrsknotenpunkt, Oslo Gardermoen, stellte am Sonntag, 23. August, nach einem koordinierten Ausstand der Fluglotsen den gesamten Flugbetrieb ein. Der Flughafenbetreiber Avinor ordnete eine vollständige Schließung der Anlage von 06:30 bis 11:30 Uhr an, wodurch planmäßige Ankünfte und Abflüge am größten Flughafen des Landes vorübergehend unterbrochen wurden. Avinor gab bekannt, dass die Wiedereröffnung um 11:30 Uhr den normalen Betrieb nicht wiederherstellen werde, da schwere Flugverspätungen und zusätzliche Annullierungen den Rest des Sonntags anhalten würden. Landesweit bestätigte der Betreiber, dass aufgrund des laufenden Arbeitskampfes mindestens 150 Flüge am Sonntag gestrichen wurden. Fluggesellschaften, die nationale und europäische Strecken bedienen, sind aufgrund der am Boden bleibenden Flotte mit weitreichenden Störungen ihrer Flugpläne konfrontiert.
Flugannullierungen in norwegischen Netzwerken
Kommerzielle Fluggesellschaften in Norwegen haben ihre Flugpläne als Reaktion auf die Schließung von Gardermoen und regionale Luftraumbeschränkungen umfassend geändert. Die Fluggesellschaft Norwegian strich 72 Flüge aus ihrem Sonntagsplan und ließ sowohl Inlandsverbindungen als auch internationale Dienste, darunter Direktflüge von Norwegen nach Krakau, am Boden. Scandinavian Airlines (SAS) entfernte einen erheblichen Teil ihrer geplanten Sonntagsvormittagsflüge aus den Fluglisten. Die Flugstörungen betrafen Passagiere an mehreren norwegischen Transitknotenpunkten und verhinderten, dass Tausende Reisende ihre geplanten Wochenendreisen abschließen konnten. Avinor warnte Passagiere in ganz Norwegen, dass die Störungen auch am Sonntagabend anhalten würden, selbst nachdem die Start- und Landebahnen in Gardermoen wieder Flugzeuge abfertigen.
Luftraumbeschränkungen und gestrandete Passagiere in Bergen
Die aktuelle Reisekrise folgt auf eine Eskalation, die begann, als Fluglotsen am Freitag erstmals in den Streik traten. Am Samstagabend verließen die Lotsen ihre Posten, was die Luftfahrtbehörden dazu veranlasste, den Luftraum über Westnorwegen vorübergehend für den regulären kommerziellen Flugverkehr zu sperren. Die plötzliche Luftraumsperrung am Samstagabend ließ mehrere hundert Passagiere am Flughafen Bergen stranden, die gezwungen waren, die Nacht in den Terminalgebäuden zu verbringen. Hotels in der Umgebung von Bergen erreichten Vollbelegung, sodass gestrandete Reisende keine lokalen Übernachtungsmöglichkeiten hatten. Avinor koordinierte Nothilfe mit dem Roten Kreuz und setzte Personal ein, um Feldbetten, Decken und Wasserflaschen an Passagiere zu verteilen, die auf dem Flughafenboden schliefen.
- Fluglotsen beginnen landesweit Streikaktionen
- Luftraum über Westnorwegen vorübergehend geschlossen, Passagiere in Bergen gestrandet
- Flughafen Oslo Gardermoen für geplante fünfstündige Schließung geschlossen
- Flughafen Oslo Gardermoen unter anhaltenden Flugstörungen wieder geöffnet
- Betrieb in Oslo Gardermoen und Bergen soll allmähliche Erholung beginnen
- Fluglotsen planen Ausweitung des Streiks auf Mittel- und Nordnorwegen
Tarifkonflikt und abgelehntes Gehaltsangebot
Der Arbeitskampf wird durch einen ungelösten Streit zwischen Fluglotsen und Flughafenmanagement über Arbeitsbedingungen und Grundvergütung angetrieben. Streikende haben auf Arbeitszeitpläne und Gehaltsstrukturen als Hauptgründe für den Ausstand verwiesen. Während der Verhandlungen legte der Arbeitgeber einen Schlichtungsvorschlag vor, der eine durchschnittliche jährliche Lohnerhöhung von etwa 62.000 Norwegischen Kronen vorsah, was etwa 24.000 Polnischen Zloty entspricht. Vertreter der Lotsen lehnten die vorgeschlagene Gehaltserhöhung ab und erklärten, dass das Finanzpaket ihre Forderungen nicht erfülle. Der Arbeitgeber hat sich geweigert, zusätzliche Gewerkschaftsforderungen zu erfüllen, sodass beide Seiten ohne vereinbarten Rahmen zur Beendigung des Streiks dastehen.
Ausblick und geplante Ausweitung auf nordnorwegische Flughäfen
Die Flughafenbehörden erwarten, dass der Flugbetrieb am Osloer Flughafen Gardermoen und in Bergen am Montag, 24. August, einen allmählichen Erholungsprozess beginnt. Trotz der prognostizierten betrieblichen Verbesserungen an den beiden Hauptknotenpunkten deutete Avinor an, dass die kaskadenartigen Folgen der Sonntagsannullierungen, Flugzeugfehlplatzierungen und Passagierrückstände auch in der neuen Woche zu Reisebeeinträchtigungen führen würden. Die Störung soll sich am Dienstag, 25. August, weiter ausweiten, wenn die streikenden Lotsen planen, ihren Arbeitskampf auf weitere Regionen auszudehnen. Ab Dienstag wird sich der Streik auf Flughafenanlagen in Mittel- und Nordnorwegen erstrecken, was neue Risiken von Flugannullierungen und Fahrplanänderungen für regionale Reisende schafft.


