
Kim Jong Un weiht neue Nuklearbrennstoff-Anlage ein und ordnet ‚exponentielle‘ Erweiterung des nordkoreanischen Arsenals an
Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un besuchte eine neu eröffnete Produktionsstätte für Nuklearmaterial und kündigte Pläne an, die Atomstreitkräfte des Landes ‚exponentiell‘ auszubauen, wie Staatsmedien am Donnerstag berichteten.
Der Anlagenbesuch
Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un besuchte am Mittwoch eine neu eröffnete Produktionsanlage für Nuklearmaterial, wie die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Donnerstag berichtete. Von Staatsmedien veröffentlichte Fotos zeigten Kim beim Durchschreiten enger Gänge, gesäumt von dichten Reihen silberner Röhren und Rohre, in einer offenbar großen Zentrifugenhalle. Ein weiteres Bild zeigte ihn im Gespräch mit hochrangigen Beamten in einem Besprechungsraum, wo eine unscharfe Grafik mit einem kegelförmigen Objekt auf einem Tisch ausgebreitet war. Es war nicht sofort klar, ob die Grafik einen Sprengkopf zeigte.
KCNA erklärte, die Anlage nutze ‚raffiniertete Technologie‘, nannte aber keine weiteren Details, etwa wo sie sich befindet oder wann sie ihren Betrieb aufnahm. Die Enthüllung erfolgte weniger als zwei Jahre, nachdem Nordkorea im September 2024 eine weitere geheime Urananreicherungsanlage enthüllt hatte – die erste öffentliche Bekanntgabe einer solchen Anlage seit der Vorführung einer Anlage im Nuklearkomplex Yongbyon für zu Besuch weilende amerikanische Wissenschaftler im Jahr 2010.
Produktionsbehauptungen
Während des Besuchs behauptete Kim, dass die Produktionskapazität Nordkoreas für waffenfähiges Nuklearmaterial im Vergleich zu vor fünf Jahren mehr als verdoppelt worden sei, so KCNA. Es gibt so gut wie keine Möglichkeiten, seine Behauptung unabhängig zu überprüfen. Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) hatte bereits im April bewertet, dass Nordkorea seine Produktionskapazität für Atomwaffen ‚sehr deutlich‘ erweitert habe. Die IAEO schätzt, dass Nordkorea Dutzende Atomsprengköpfe besitzt.
Die Dringlichkeit, die nukleare Kriegsabschreckung des Landes sowohl qualitativ als auch quantitativ zu verstärken, ist aufgrund der Konfrontation mit den erbittertsten Feinden gestiegen.
Der exponentielle Plan
Nach einem Treffen in der Anlage bestätigten Kim und andere hochrangige Beamte ‚die Prioritätsreihenfolge für die Umsetzung des ehrgeizigen Zukunftsplans zur exponentiellen Verstärkung unserer staatlichen Atomstreitkräfte‘, berichtete KCNA. Kim führte ‚bestehende Bedrohungen, die sich von Tag zu Tag verschlechtern, potenzielle Bedrohungen und unvorhersehbare langfristige Krisen‘ als Rechtfertigung für die beschleunigte Aufrüstung an.
Wir haben einen ehrgeizigen Zukunftsplan verabschiedet, der darauf abzielt, unsere staatlichen Atomstreitkräfte in exponentiellem Tempo zu stärken.
Jüngste Waffentests
Anfang dieser Woche testete Nordkorea ein neues Raketenstartsystem und ein neues Marschflugkörper-Waffensystem, wobei Kim die Tests am Dienstag persönlich überwachte. KCNA berichtete, dass während des Tests ein ‚hochpräzises autonomes Navigationssystem‘ zum Einsatz kam. Das südkoreanische Militär bestätigte die Starts und erklärte, Nordkorea habe neben ‚mehreren Projektilen‘ eine Kurzstreckenrakete ins Gelbe Meer abgefeuert.
Internationaler Kontext
Nordkorea unterliegt seit 20 Jahren strengen UN-Sanktionen wegen seines Atomwaffenprogramms. Pjöngjang trat 1993 aus dem Atomwaffensperrvertrag aus, hat sechs Atomtests und Dutzende von Raketentests durchgeführt, von denen einige nach Expertenansicht US-Territorium erreichen können. 2022 erklärte Nordkorea seinen Atomwaffenstatus für ‚unumkehrbar‘. Das Regime verweigert IAEO-Inspektoren seit 2009 den Zugang zu seinen Nuklearanlagen. Der erste Atomtest wurde 2006 durchgeführt.
Die Führung in Pjöngjang hält konsequent daran fest, ihre Atomwaffen niemals aufzugeben, und argumentiert, sie seien notwendig zur Abschreckung gegen das, was sie als militärische Bedrohungen durch die Vereinigten Staaten und verbündete Staaten wie Südkorea bezeichnet. Das Regime betrachtet sein Arsenal – auf einige Dutzend Sprengköpfe geschätzt – als Versicherung gegen jeden ausländischen Versuch, sein Territorium zu besetzen oder sein Regime zu stürzen.
- Nordkorea tritt aus dem Atomwaffensperrvertrag aus
- Erster Atomtest durchgeführt
- IAEO-Inspektoren von Nuklearanlagen ausgeschlossen
- Erste Zentrifugenanlage amerikanischen Wissenschaftlern in Yongbyon gezeigt
- Nordkorea erklärt Atomwaffenstatus für 'unumkehrbar'
- Weitere geheime Urananreicherungsanlage enthüllt
- IAEO bewertet Nordkoreas Nuklearkapazität als 'sehr deutlich' erweitert
- Tests eines neuen Raketenstartsystems und eines Marschflugkörpersystems
- Kim besucht neue Nuklearmaterialanlage, ordnet exponentielle Arsenalexpansion an


