
Frankreich gedenkt zehn Jahre nach dem Lastwagenanschlag am Nationalfeiertag in Nizza mit 86 Toten – Opfer fordern Prozess zu Sicherheitsversäumnissen
Präsident Emmanuel Macron leitete eine Gedenkzeremonie auf der Promenade des Anglais, derselben Strandpromenade, an der am 14. Juli 2016 ein 19-Tonnen-Lastwagen in die Menschenmenge raste, die das Feuerwerk zum Nationalfeiertag verfolgte, und 86 Menschen tötete. Überlebende und Angehörige fordern weiterhin einen Prozess zu den Sicherheitslücken.
Der Anschlag am Nationalfeiertag
Am Abend des 14. Juli 2016, als Zehntausende auf der Promenade des Anglais versammelt waren, um das jährliche Feuerwerk zum Nationalfeiertag zu sehen, raste ein 19-Tonnen-Kühllastwagen, gesteuert von dem tunesischen Einwohner Mohamed Lahouaiej-Bouhlel, fast zwei Kilometer weit durch die Menge. Der Anschlag tötete 86 Menschen und verletzte mehr als 400, wobei einige Berichte die Zahl der Verletzten auf nahezu 500 beziffern. Fünfzehn der Toten waren Kinder und Jugendliche; das jüngste Opfer war zwei Jahre alt, das älteste 79. Der Attentäter, der vor dem Anschlag mindestens zehn Erkundungsfahrten entlang der Promenade unternommen hatte, wurde von der Polizei erschossen, nachdem er gestoppt worden war. Die Terrororganisation Islamischer Staat bekannte sich später zu dem Blutbad.
Zehn Jahre des Gedenkens
Die Gedenkfeierlichkeiten begannen am Sonntag, dem 12. Juli, mit einem stillen Marsch entlang desselben Abschnitts der Promenade. Etwa 1.000 Menschen, die meisten in Weiß gekleidet und mit weißen Rosen, folgten der Route des Attentäters, und fast 300 Angehörige der Opfer führten den Zug an. Eine Kranzniederlegung fand in der Nähe des Ortes statt, an dem der Attentäter getötet wurde. Am Montagabend brachte ein interreligiöser Gottesdienst in der Villa Masséna katholische, orthodoxe, jüdische, muslimische, protestantische und buddhistische Geistliche zusammen. Die Namen aller 86 Opfer wurden verlesen, und 86 Kerzen wurden angezündet.
Wir beten für die trauernden Familien, für die körperlich und seelisch Verletzten und für alle, die noch immer die Narben jener Nacht tragen.
Möge Frieden mit allen sein.
Am Dienstag, dem 14. Juli, leitete Präsident Macron die zentrale Gedenkzeremonie. Vor dem Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft gegen Spanien wurde eine Schweigeminute eingelegt. Die Organisatoren stellten fest, dass die Opfer die Vielfalt der Stadt widerspiegelten: Sie stammten aus rund 20 Ländern, und fast ein Drittel von ihnen waren Muslime.
Unbeantwortete Fragen und juristische Auseinandersetzungen
Acht Personen wurden im Zusammenhang mit dem Anschlag verurteilt, aber der Haupttäter ist tot. Angehörige der Opfer und Überlebende fordern weiterhin einen Prozess, um mögliche Sicherheitslücken zu untersuchen, die es dem Lastwagen ermöglichten, auf die Promenade zu gelangen. Ein Polizeibericht aus jener Zeit wirft Fragen auf: Warum waren trotz der mehrfachen Erkundungsfahrten des Attentäters keine Betonbarrieren vorhanden? Warum löste das umfangreiche Überwachungskamerasystem von Nizza keine Echtzeitwarnung aus? Der Attentäter war in den Tagen vor dem Anschlag dutzende Male auf der Promenade beobachtet worden, ohne dass eingegriffen wurde.
Eine aktuelle Notiz des Observatoriums Hexagone zeigt, dass seit 2012 fast 300 Menschen in Frankreich durch islamistischen Terrorismus getötet wurden. Ein Forscher warnt in Le Figaro, dass die Ideologie den Untergang des Islamischen Staates überlebt hat und sich neu erfindet.
- Mohamed Lahouaiej-Bouhlel fährt einen 19-Tonnen-Lastwagen in die Menschenmenge am Nationalfeiertag, tötet 86 und verletzt über 400.
- Etwa 1.000 Menschen nehmen an einem stillen Marsch entlang der Promenade des Anglais teil und folgen der Route des Attentäters.
- Interreligiöser Gottesdienst in der Villa Masséna; Namen aller 86 Opfer verlesen und 86 Kerzen angezündet.
- Präsident Macron leitet Gedenkzeremonie; Schweigeminute vor dem WM-Halbfinale gegen Spanien.


