
Low-Budget-Animationsfilm Niu Lai spielt nach viralem Anstieg 17,1 Millionen Yuan in China ein
Über fünf Jahre von einer Mutter und ihrem Sohn mit einem Budget von 1.600 Yuan geschaffen, erholte sich der Animationsfilm von nahezu null Ticketverkäufen, nachdem das Publikum seine rudimentäre Optik als Anti-KI-Handwerk annahm.
Vom Kinodesaster zum viralen Phänomen
Der chinesische Low-Budget-Animationsfilm „Niu Lai“ („Der Stier kommt“) hat nach einem Start in nahezu völliger Unbekanntheit 17,1 Millionen Yuan (2,5 Millionen US-Dollar) an den Kinokassen eingespielt. Der am 5. August 2026 veröffentlichte Film spielte am Eröffnungstag 342 Yuan (50 US-Dollar) ein und verzeichnete in den ersten neun Tagen 236 Besucher. In den ersten zehn Tagen beliefen sich die gesamten Ticketverkäufe auf 7.705 Yuan (etwa 1.140 US-Dollar), wobei die täglichen Einnahmen laut der Filmverfolgungsplattform Maoyan auf bis zu 200 Yuan fielen. Nach einem Anstieg der viralen Aufmerksamkeit in den chinesischen sozialen Netzwerken Mitte August vervielfachten die heimischen Kinos die täglichen Vorführungen um das Zehnfache. Am Montag, dem 17. August 2026, erreichten die täglichen Ticketverkäufe 8,2 Millionen Yuan (1,2 Millionen US-Dollar) bei fast 300.000 Besuchern, womit die Mikro-Budget-Produktion neben Hollywood-Veröffentlichungen wie „Spider-Man: Brand New Day“ und „The Odyssey“ lag.
- Niu Lai startet in chinesischen Kinos und spielt am ersten Tag 342 Yuan ein
- Die ersten 10 Tage enden mit einem kumulierten Einspielergebnis von 7.705 Yuan
- Virale Verbreitung treibt Tagesumsatz auf 8,2 Millionen Yuan bei fast 300.000 Besuchern
- Gesamteinspielergebnis erreicht 17,1 Millionen Yuan, während Staatsmedien Kritik veröffentlichen
Fünf Jahre Zweipersonen-Produktion
Die Produktion entstand vollständig außerhalb des chinesischen kommerziellen Animationsstudiosystems. Laut lokaler Berichterstattung von Chengdus Red Star News schufen Regisseur Xin Yumeng und seine Mutter, Drehbuchautorin Sun Lifang (in Berichten auch als Sun Lifan identifiziert), den Film über fünf Jahre ohne externe Produktionsteams, Rendering-Einrichtungen oder ausgelagerte Animationsmitarbeiter. Xin kümmerte sich um 3D-Modellierung, Animation, Schnitt und Synchronsprecher, während Sun das Drehbuch schrieb und die Synchronisation übernahm. Das Produktionsbudget wurde auf bis zu 1.600 Yuan (etwa 200 US-Dollar) geschätzt. Die 80-minütige Handlung folgt einem schüchternen neugeborenen Kalb, das das Wüstenlied einer Lerche namens Bao La hört, bevor es in eine abstrakte Traumwelt eintritt. Der Film kam ohne Trailer oder Werbung in die Kinos, was Kinomitarbeiter dazu veranlasste, Werbeplakate mit schwarzem Stift von Hand zu zeichnen, die Slogans wie „Keine Rückerstattung“ und Einladungen an neugierige Zuschauer auf skurrile Inhalte trugen.
- Eröffnungstag
- 342 Yuan
- Kumuliert nach 10 Tagen
- 7705 Yuan
- Tagesumsatz Montag
- 8200000 Yuan
- Gesamtumsatz kumuliert
- 17100000 Yuan
Ironie, Trollkultur und Anti-KI-Appeal
Zuschauer machten den Film zu einem Online-Trend auf Plattformen wie Douban, Weibo und TikTok, indem sie Videoclips posteten, die seine rudimentäre visuelle Qualität verspotteten. Kommentare in sozialen Medien nahmen den Titel als ironisches Symbol für Authentizität an und stellten seinen groben visuellen Stil als handgefertigte Alternative zu algorithmisch generierten KI-Bildern dar. Andere Zuschauer scharten sich um den Titel „Niu Lai“, was „Der Stier kommt“ bedeutet, und behandelten Kinobesuche als abergläubischen Wunsch nach einem Bullenmarkt an den heimischen Börsen. Auch Streichkultur trieb die Ticketverkäufe an, wobei Kinogänger Bekannte zu Vorführungen herausforderten. Du Mingxi, ein 19-jähriger Student in Shanghai, der zwei Freunde zu einer Vorführung mitbrachte, beschrieb die Motivation:
Meine ursprüngliche Absicht war es immer, meinen Freunden einen Streich zu spielen.
Staatsmedien-Kritik und Kinodebatten
Der plötzliche kommerzielle Aufstieg hat Kritik von offiziellen Kulturkritikern hervorgerufen. Die staatliche Zeitung Beijing News veröffentlichte einen Leitartikel, der Kinoketten davor warnte, die Vorführungsplätze für schlecht gemachte Produktionen auszuweiten. Das Blatt argumentierte, dass übermäßiger Raum für minderwertige Projekte die künstlerischen Maßstäbe senke und das langfristige Vertrauen der zahlenden Zuschauer gefährde, und forderte Kinomanager auf, als Gatekeeper zu fungieren, anstatt von viralen Neuheiten zu profitieren. Nach dem Leitartikel deuteten einige inländische Berichte darauf hin, dass ausgewählte Kinos begonnen hatten, die Vorführungen des Films zu reduzieren.


