Musik · Burgas und Wien

Niederlande ziehen sich erneut wegen Israels Teilnahme vom Eurovision Song Contest 2027 zurück

Die NPO teilte am 27. Oktober 2026 mit, dass die Niederlande keinen Beitrag zum Wettbewerb 2027 in Bulgarien entsenden werden. Der Sender hatte Ende September eine Rückkehr angekündigt, nahm den Plan aber nach Einwänden anderer Sender und von mehr als 400 Mitarbeitenden wieder zurück.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von NOS, N-tv, De Standaard und weiteren Medien. Geändert . So entsteht er

Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).

Kurz gefasst

Burgas, Wien · Bulgarien, Österreich
Wie es dazu kam
  1. September 2026Die NPO kündigt einen gemeinsamen Beitrag der öffentlich-rechtlichen Sender für 2027 an (Ende September)
  2. Oktober 2026Mehr als 400 NPO-Beschäftigte schicken einen offenen Brief gegen eine Teilnahme (Anfang Oktober)
  3. 27.10.Die NPO gibt bekannt, dass die Niederlande nicht am Eurovision Song Contest 2027 teilnehmen

Ein zweiter niederländischer Rückzug binnen eines Jahres

Der niederländische öffentlich-rechtliche Senderverbund NPO teilte am 27. Oktober 2026 mit, dass die Niederlande keinen Beitrag zum Eurovision Song Contest 2027 in Burgas, Bulgarien, entsenden werden. Die NPO hatte Ende September erklärt, das Land werde nach einem Jahr Pause zurückkehren, doch dieser Plan ist nun vom Tisch. Die Niederlande hatten bereits den Wettbewerb 2026 im Mai in Wien ausgelassen – ebenso wie Spanien, Island, Irland und Slowenien –, aus Protest gegen die fortgesetzte Teilnahme Israels trotz der Militäroperationen in Gaza. Die Ankündigung fiel auf den Tag, an dem in Israel die Wahllokale für die Neuwahl der Knesset öffneten.

Wie es zur niederländischen Entscheidung kam

Im August erklärte AVROTROS, das traditionell für den niederländischen Beitrag zuständig war, man werde 2027 nicht teilnehmen, da der Wettbewerb nicht länger als neutral gelten könne, solange ein teilnehmendes Land in einen groß angelegten militärischen Konflikt verwickelt sei. Im September sprang die NPO ein, verwies auf Regeländerungen der Europäischen Rundfunkunion (EBU) und schlug einen gemeinsamen Beitrag unter Koordination des Senderverbunds vor. Mehr als 400 NPO-Beschäftigte unterzeichneten daraufhin einen offenen Brief gegen eine Teilnahme, der Anfang Oktober verschickt wurde. Nach Gesprächen mit einer Delegation der Belegschaft lenkte die NPO ein und erklärte, es fehle die nötige Unterstützung, um einen Beitrag zu entsenden.

Den Gesprächen nahestehende Quellen berichteten, die Sender EO und WNL seien bereit gewesen, bei der Auswahl und Unterstützung eines niederländischen Beitrags zu helfen, wobei EO betonte, der Wettbewerb gehöre zwar zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk, passe aber nicht zu EO selbst. Jurre Bosman, Medienchef der NPO, sagte, bis zum Vorabend seien konstruktive Ideen erörtert worden, darunter eine Kombination mehrerer Sender, doch der letzte Schritt sei zu groß gewesen:

„Der letzte Schritt, Leute zu entsenden und dafür zu unterschreiben, war einfach zu groß, so sensibel ist die Teilnahme Israels.“

Jurre Bosman

Sender, Gewerkschaften und die EBU

NPO-Vorsitzende Jet de Ranitz sagte, die NPO habe zunächst genügend Rückhalt für eine Rückkehr gesehen, doch habe sich keine passende Formel gefunden; für einen Beitrag 2027 sei es zudem noch zu früh. Sie nannte es unverantwortlich, einen Sender zu einem so sensiblen und polarisierenden Thema zu verpflichten. Die NPO hätte den Sender NTR formell mit der Organisation des Beitrags beauftragen können, entschied sich aber dagegen. Die EBU hat nach dem Streit über Israels Teilnahme beschlossen, dass Länder im Krieg den Wettbewerb nicht mehr ausrichten dürfen.

In Belgien drängten die Gewerkschaften ACOD-VRT und ACV VRT die VRT-Führung am 27. Oktober, dem niederländischen Beispiel zu folgen und sich vom Wettbewerb 2027 zurückzuziehen; sie brachten eine Petition ins Spiel. Die VRT erklärte, sie habe die niederländische Entscheidung zur Kenntnis genommen, die sie als Ergebnis interner Beratungen bezeichnete, und diese mache bereits eingeleitete Veränderungen innerhalb der EBU nicht rückgängig. Auch der tschechische Sender hat mit Verweis auf Haushaltsgründe eine Teilnahme abgelehnt. Der NOS wird den Wettbewerb mit Kommentar, einer Vorabshow, beiden Halbfinals und dem Finale übertragen.

Was noch offen ist

Die Haltung Spaniens wird unterschiedlich berichtet. De Standaard schreibt, Spanien habe angekündigt, zum zweiten Mal in Folge nicht teilzunehmen – ebenso wie Irland und Island –, während El Confidencial meldet, Spanien habe noch keine Antwort gegeben. ANSA berichtet, Spanien könnte einen Boykott bald bestätigen. Das Finale 2027 ist laut Berliner Zeitung für den 15. Mai in Burgas angesetzt.

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