
Niederlande schlagen Belgien 1:0 im WM-Halbfinale nach aberkanntem späten Ausgleich
Ein Treffer von Fréderique Matla brachte die Niederlande ins WM-Finale, während Belgien ein später Ausgleich von Famke Van Heel durch eine Videoüberprüfung in Amstelveen aberkannt wurde.
Umstrittenes Halbfinale in Amstelveen
Die belgische Frauen-Hockeymannschaft, bekannt als die Red Panthers, verpasste den Einzug in ihr erstes WM-Finale nach einer 1:0-Niederlage gegen Gastgeber Niederlande am Donnerstagabend in Amstelveen. Vor rund 9.500 niederländischen Anhängern und etwa 500 mitgereisten belgischen Fans traf Belgien auf eine niederländische Mannschaft, die seit 2017 in Europameisterschaften, Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen ungeschlagen war. Die dreimaligen Titelverteidiger hielten die weltweite Spitzenposition und sicherten sich den Einzug ins Finale, während Belgien um den dritten Platz kämpfen muss.
- Niederländische Anhänger
- 9500 Fans
- Belgische Anhänger
- 500 Fans
Torlose erste Hälfte und Führungstor
Belgien hielt dem frühen niederländischen Offensivdruck im ersten Viertel stand, darunter eine Strafeckengelegenheit von Marijn Veen, die am Tor vorbeiging. Die Red Panthers erspielten sich Torchancen in der späten Phase des ersten Viertels, erarbeiteten sich aufeinanderfolgende Strafecken, die Charlotte Englebert und Stephanie Vanden Borre nicht in Tore umwandeln konnten. Die Niederlande brachen den Bann kurz vor der Halbzeitpause, als Fréderique Matla nach einer schnellen Passkombination am kurzen Pfosten an der belgischen Torhüterin Elodie Picard vorbei traf. Belgien behielt nach dem Gegentreffer die defensive Struktur bei und drängte in der zweiten Hälfte weiter, während die niederländische Mannschaft trotz mehrerer Strafecken im vierten Viertel ihren Vorsprung nicht ausbauen konnte.
- Marijn Veen schießt bei einer niederländischen Strafecke daneben, während Charlotte Englebert und Stephanie Vanden Borre belgische Eckengelegenheiten vergeben
- Fréderique Matla trifft am kurzen Pfosten an Elodie Picard vorbei zur 1:0-Führung für die Niederlande
- Famke Van Heel trifft unter die Latte, aber das Tor wird nach einer Videoüberprüfung wegen Behinderung aberkannt
- Niederlande sichern sich einen 1:0-Sieg und erreichen das WM-Finale, während belgische Spielerinnen die Schiedsrichter zur Rede stellen
Videoüberprüfung hebt späten Ausgleich auf
Belgien schien fünf Minuten vor Schluss im vierten Viertel den Ausgleich zu erzielen, als Famke Van Heel den Ball unter die Latte an der niederländischen Torhüterin Anne Veenendaal vorbei schoss. Die Niederlande hatten zuvor im Spiel ihr Kontingent an Video-Überprüfungen ausgeschöpft, aber Schiedsrichterin Aleisha Neumann machte von ihrer eigenen Befugnis Gebrauch, eine offizielle Videoüberprüfung zu beantragen. Nach einer längeren Videoüberprüfung erkannten die technischen Offiziellen den Ausgleichstreffer wegen einer Behinderung durch Stürmerin Justine Rasir ab. Die Entscheidung löste sofortige Proteste von der belgischen Bank aus und führte zu hitzigen Auseinandersetzungen auf dem Spielfeld zwischen belgischen Spielerinnen und den Schiedsrichtern beim Schlusspfiff.
Das ist eine sehr seltsame Entscheidung. Ich habe keine Behinderung gesehen. Das sind Situationen, die 100 Mal pro Spiel im Kreis vorkommen und nie gepfiffen werden. Es ist wirklich schade, dass das heute passiert. Meiner Meinung nach ist dieses Tor zu 100% gültig.
Belgische Frustration und Fokus auf Bronze
Das belgische Lager äußerte tiefe Frustration sowohl über die selbstinitiierte Überprüfung als auch über die Entscheidung wegen Körperkontakts und stellte die Entscheidung in Gegensatz zu früheren Spielphasen. Stürmerin Justine Rasir kritisierte die Schiedsrichterleistung unmittelbar nach dem Spiel scharf, während Mannschaftskapitänin Charlotte Englebert anmerkte, dass das Team nach dem Betrachten der Stadionbildschirme sicher war, dass das Tor gültig war. Mittelfeldspielerin Judith Vandermeiren stellte auch die Gültigkeit des niederländischen Führungstors in Frage und argumentierte, dass es nach einem hohen Ballverstoß erzielt wurde, betonte aber gleichzeitig den Stolz, gegen die weltbeste Mannschaft knapp bestanden zu haben. Belgien bereitet sich nun auf das Spiel um die Bronzemedaille am Samstag vor, mit dem Ziel, sich von früheren vierten Plätzen bei kontinentalen und olympischen Turnieren zu erholen.
Es kommt nicht in Frage, hier ohne Medaille abzureisen. Bei all der Arbeit, die wir geleistet haben, wäre es zu schade, alles zu ruinieren, nur weil wir heute Abend enttäuscht sind. Wir werden bis zum Ende kämpfen, um diese Bronzemedaille zu holen.

