Kurz gefasst
Präsident Abelardo de la Espriella erklärte, bei einem Bombenangriff im ländlichen El Tambo in Cauca seien am Donnerstag, 22. Oktober 2026, neun ELN-Mitglieder getötet worden.
Der Präsident sagte, unter den Toten sei der Mann mit dem Aliasnamen Marcos Pacífico, dessen Identität noch durch einen Fingerabdruckabgleich bestätigt werden müsse, und beschrieb ihn als militärischen Chef der Südwestkriegsfront der ELN.
Europa Press zählt den Bombenangriff vom Donnerstag als fünften vom Präsidenten angeordneten Luftschlag, nach dem ersten am 10. August in Guaviare und einem Angriff Ende August, bei dem zehn Menschen getötet wurden, darunter drei Minderjährige.
Europa Press meldete mindestens acht Tote in Nariño, während der Präsident den Angriff in El Tambo in Cauca verortete und von neun Toten sprach.
Le Temps zählte mehr als 50 Tote durch die Angriffe, darunter mindestens sieben Minderjährige, während Europa Press die Gesamtzahl auf nahezu 60 bezifferte.
- 10.08.Erster vom Präsidenten angeordneter Luftschlag, gegen die ELN in Guaviare
- Ende August 2026Zweiter Angriff in Guaviare tötete zehn Menschen, darunter drei Minderjährige
- Anfang Oktober 2026Vierter Angriff in Catatumbo tötete Berichten zufolge ein 16-jähriges Mädchen
- 22.10.Angriff in El Tambo, Cauca, tötete laut dem Präsidenten neun ELN-Mitglieder
Der Angriff in El Tambo
Präsident Abelardo de la Espriella erklärte am Donnerstag, 22. Oktober 2026, die Streitkräfte hätten bei einem Bombenangriff im ländlichen El Tambo im Departamento Cauca im Südwesten Kolumbiens neun Mitglieder der Ejército de Liberación Nacional (ELN) getötet. Er verkündete das Ergebnis in einem Beitrag auf X, in dem er auch ein Video eines Telefonats teilte, in dem Verteidigungsminister General Eduardo Mora um seine Genehmigung für den Angriff bat. Le Temps berichtete, der Bombenangriff habe in der Nacht stattgefunden, während der Beitrag des Präsidenten das Telefonat in die frühen Morgenstunden verlegte.
Ein mutmaßlich ranghoher Funktionär unter den Toten
De la Espriella sagte, unter den Toten sei ein Mann mit dem Aliasnamen Marcos Pacífico, dessen Identität noch durch eine Fingerabdruckanalyse bestätigt werden müsse. Er beschrieb Pacífico als stellvertretenden Kommandeur und militärischen Chef der Südwestkriegsfront der ELN sowie als Kopf der Front José María Becerra und erklärte, er sei für drei narko-terroristische Fronten in Cauca, Nariño und Valle del Cauca verantwortlich gewesen. Laut dem Präsidenten wurde Pacífico mit Entführungen und Angriffen auf Sicherheitskräfte in den Städten Cali und Buenaventura in Verbindung gebracht. Der Präsident fasste das Ergebnis mit diesen Worten zusammen:
„Dieses Ergebnis ist ein wuchtiger Schlag gegen die militärische Struktur der ELN, ihr territoriales Kommando und ihre städtischen Netzwerke im kolumbianischen Pazifikraum.“
Widersprüchliche Zahlen und eine Serie von Angriffen
Europa Press berichtete am selben Tag, der Bombenangriff habe ELN-Stellungen in Nariño getroffen und mindestens acht Tote gefordert, was nicht mit den vom Präsidenten verkündeten neun Toten in Cauca übereinstimmt. Laut Europa Press ist der Angriff vom Donnerstag der fünfte Luftschlag, den de la Espriella seit seinem Amtsantritt gegen bewaffnete Gruppen angeordnet hat. Der erste gegen die ELN in Guaviare erfolgte am 10. August, drei Tage nach seiner Vereidigung. Ein zweiter Bombenangriff Ende August in Guaviare tötete nach Angaben von Notícias ao Minuto und der Deutschen Welle zehn Menschen, darunter drei Minderjährige im Alter von 15 und 16 Jahren. Der vierte Anfang Oktober in der Region Catatumbo in Norte de Santander tötete Berichten zufolge ein 16-jähriges Mädchen, während Europa Press die Zahl der Toten mit vier angab, darunter ein Minderjähriger.
Le Temps zählte seit dem Amtsantritt von de la Espriella mehr als 50 Tote durch die Luftschläge, darunter mindestens sieben Minderjährige, während Europa Press die Gesamtzahl über die fünf Bombenangriffe auf nahezu 60 bezifferte. Beide Zahlen wurden zum Zeitpunkt der Berichterstattung veröffentlicht und in den Artikeln nicht aktualisiert.
Debatte über Minderjährige und der Hintergrund der ELN
Kritiker der Bombenangriffe verweisen auf die wachsende Präsenz Minderjähriger in bewaffneten Gruppen, die sie mit Zwangsrekrutierung in Verbindung bringen. Die Regierung und frühere Regierungen halten daran fest, dass die Angriffe einem strengen Protokoll folgen. Le Temps berichtet, die Kampagne werde von den Vereinigten Staaten unterstützt und sei Teil einer harten Linie gegen Gruppen, die nach dem Friedensabkommen von 2016, das die FARC entwaffnete, bewaffnet blieben. Die ELN, beschrieben als älteste Guerilla des Kontinents mit mehr als sechs Jahrzehnten Aktivität, finanziert sich laut Le Temps durch Drogenhandel, illegalen Bergbau und Erpressung. Die Gruppe führte Friedensgespräche mit der vorherigen linken Regierung von Gustavo Petro, ohne eine Einigung zu erzielen.
Zahlen weiterhin ungeklärt
Die Identität Pacíficos, die Zahl von neun Toten und der von Europa Press gemeldete Ort Nariño bleiben in den Artikeln ungeklärt. Europa Press erklärte, man warte auf weitere Informationen zur Operation. Der Beitrag des Präsidenten versprach zudem, ELN-Mitglieder in ganz Kolumbien zu verfolgen und ihre Strukturen zu zerschlagen.