
Rumänien ernennt Brigadegeneral Lucian Marciu zum Leiter der Katastrophenschutzbehörde IGSU
Der Interims-Ministerpräsident Ilie Bolojan hat einen Regierungsbeschluss unterzeichnet, mit dem Brigadegeneral Lucian Dumitru Marciu für sechs Monate ab dem 1. September 2026 zum Leiter der Generalinspektion für Notfallsituationen (IGSU) ernannt wird. Er tritt die Nachfolge von Dan-Paul Iamandi an.
Ernennung des neuen Katastrophenschutzchefs
Der Interims-Ministerpräsident Ilie Bolojan hat am Freitag, den 28. August 2026, einen Regierungsbeschluss unterzeichnet, mit dem Brigadegeneral Lucian Dumitru Marciu zum Generalinspekteur der rumänischen Generalinspektion für Notfallsituationen (IGSU) ernannt wird. Der im Amtsblatt (Monitorul Oficial) veröffentlichte Erlass bestimmt Marciu für eine sechsmonatige Übergangszeit ab dem 1. September 2026 zum Leiter der Behörde. Die Ernennung erfolgte auf formellen Vorschlag des Interims-Innenministers Cătălin Predoiu. Marciu wechselt auf den nationalen Posten, nachdem er zuvor als Chefinspektor der Notfallinspektion 'Țara Bârsei' (ISU) im Kreis Brașov tätig war.
Nachfolgestreit in der Inspektion
Die Ernennung schließt die Lücke, die durch das Ausscheiden von Vier-Sterne-General Dan-Paul Iamandi entstanden war, der die IGSU seit 2017 geführt hatte. Iamandis Abberufung folgte auf monatelange administrative und rechtliche Reibereien, die begannen, als Predoiu am 14. April 2026 einen Abordnungserlass erließ, der Iamandi von seinem Posten entfernte. Iamandi focht die plötzliche Versetzung vor Gericht an und machte Verfahrensverstöße und unangemessene politische Einflussnahme auf die militärische Führung geltend, was ihm eine vorläufige Rückkehr auf seinen Dienstposten bis zu weiteren Verfahren ermöglichte. Von seiner Verteidigung eingereichte Gerichtsunterlagen hoben die Plötzlichkeit der Versetzungsmitteilung hervor.
Der Kläger hatte keine reale Möglichkeit, eine mögliche Ablehnung der Abordnung zu äußern und Beweise für die Umstände vorzulegen, die eine solche Ablehnung rechtfertigen. Diese Angelegenheit wurde ihm am 14.04.2026 um 16:04 Uhr zur Kenntnis gebracht, mit sofortiger Wirkung, ohne vorheriges Treffen oder vorherige Benachrichtigung durch das Innenministerium.
Vertreter des Innenministeriums argumentierten während des Rechtsstreits, dass die Versetzung dazu dienen sollte, Iamandis Erfahrung bei bestimmten operativen Missionen zu nutzen, ohne seine Gehaltsansprüche zu schmälern. Der Konflikt endete am 20. August 2026, als Präsident Nicușor Dan ein präsidiales Dekret unterzeichnete, das Iamandi offiziell in den Reservedienst des Innenministeriums versetzte.
Beruflicher Werdegang und operative Ausbildung
General Marciu bringt mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung im Katastrophenschutz auf den nationalen Posten; seine Karriere begann 2003 in Brandschutzstrukturen im Kreis Brașov. Im Laufe seiner Laufbahn durchlief Marciu mehrere operative Führungspositionen, unter anderem als Stationskommandant, stellvertretender Abteilungskommandant, Verbandskommandant, Abteilungskommandant und erster stellvertretender Chefinspektor, bevor er 2019 zum Leiter der ISU Brașov befördert wurde. Er schloss 2003 sein Studium an der Feuerwehrfakultät der Polizeiakademie 'Alexandru Ioan Cuza' mit einer Spezialisierung auf Gebäudeinstallationen für die Feuerwehr ab und erwarb später 2009 an derselben Einrichtung einen Masterabschluss im Management von Notfallsituationen.
Marciu absolvierte außerdem spezielle technische Ausbildungsprogramme in den Bereichen Katastrophenhilfe, Krisenmanagement, Führung und Waldbrandbekämpfung. 2018 schloss er das Programm 'Continuity of Operations Excellence Series' in Emmitsburg in den Vereinigten Staaten ab und erwarb die Zertifizierung als Professional Continuity Practitioner. 2020 schloss er das Programm 'Strategisches Management des Innenressorts' am Nationalen Kolleg für Innere Angelegenheiten ab.
Umsetzung und Zeitplan
Das sechsmonatige Mandat ermächtigt Marciu, ab Anfang September die nationalen Einsätze im Katastrophenschutz, die Koordinierung des Zivilschutzes und die Logistik der regionalen Inspektionen zu leiten. Die Regierung hat die Amtsübergabe für den 1. September 2026 vorgesehen und damit eine Übergangsleitung der rumänischen Zivilschutzdienste etabliert.
- Dan-Paul Iamandi übernimmt die Leitung der Generalinspektion für Notfallsituationen
- Lucian Dumitru Marciu wird zum Chefinspektor der ISU Brașov ernannt
- Innenminister Cătălin Predoiu erlässt Abordnungserlass, der Iamandi von seinem Posten entfernt
- Präsident Nicușor Dan unterzeichnet Dekret zur Versetzung von General Iamandi in den Reservedienst
- Interims-Ministerpräsident Ilie Bolojan unterzeichnet Entscheidung zur Ernennung Marcius zum IGSU-Chef
- Brigadegeneral Marciu beginnt sechsmonatiges Mandat als Generalinspekteur der IGSU


