Neuer nach Ecuador-Niederlage unter Beschuss: Kroos warnt – DFB-Abwehr und Star-Duo müssen sich für WM-Titel steigern
Manuel Neuers Rückkehr ins deutsche Tor hat nach der 1:2-Gruppenniederlage gegen Ecuador eine Debatte entfacht, während Toni Kroos und Lukas Podolski deutliche Warnungen über die defensive Anfälligkeit der Mannschaft und die nachlassende Form von Jamal Musiala und Florian Wirtz aussprachen.
Eine kostspielige Rückkehr für die Legende
Deutschland hatte vor dem Spiel gegen Ecuador bereits den Gruppensieg sicher, doch die 1:2-Niederlage am Donnerstag in Philadelphia rückt den 40-jährigen Torwart Manuel Neuer ins Rampenlicht. Der Weltmeister von 2014, von Bundestrainer Julian Nagelsmann aus dem Nationalmannschafts-Ruhestand zurückgeholt, kassierte zwei Gegentore – durch Nilson Angulo und Gonzalo Plata – und wirkte bei einer Ecke, die zum Siegtreffer führte, unsicher. Zwar gab es keinen offensichtlichen Patzer, doch seine Entscheidung, eher auf den Ball zu warten als herauszurücken, rief Kritik hervor.
Manu hätte früher zum Ball gehen sollen, anstatt darauf zu warten. Ein Torwart seiner Klasse muss in solchen Situationen aktiver handeln.
Der frühere Nationaltorwart Timo Hildebrand verteidigte Neuer auf Instagram und argumentierte, dass Feldspieler – David Raum, der einen Kopfball verlor, Jamal Musiala, der weggeschubst wurde, und Jonathan Tahs Positionierung – gleichermaßen schuld seien. Die größere Sorge ist jedoch, dass Neuers Aura nicht mehr in Zu-Null-Spielen resultiert; Deutschland hat in jedem Gruppenspiel ein Gegentor kassiert, und die Abstimmung zwischen Torwart, Abwehr und Mittelfeld wirkt fragil.
Kroos und Podolski schlagen Alarm
Die Weltmeister Toni Kroos und Lukas Podolski hielten sich am Freitag in einer TikTok-Liveshow nicht zurück. Kroos benannte zwei kritische Schwachstellen: die Unfähigkeit, sich auf unangenehme, kämpferische Weise zu verteidigen, und den Formverlust von Musiala und Wirtz. „Wenn sich beide nicht ändern, wird es nicht mehr lange so weitergehen“, sagte er.
Podolski sah die Niederlage als möglichen Weckruf. „Vielleicht ist eine solche Niederlage gut – ein Schlag, damit sich jeder in sein Zimmer zurückzieht und nachdenkt“, bemerkte er. Die Botschaft ist klar: Das Talent ist da, aber die Einstellung und die Schärfe fehlen.
Die schwächelnden Stars
Musiala und Wirtz kamen mit enormen Erwartungen nach Nordamerika, doch beide kämpfen. Musiala hat die Slalomläufe, die ihn vor einem harten Foul bei der vergangenen Klub-Weltmeisterschaft unspielbar machten, nicht wieder gefunden, während Wirtz nach seinem Rekordtransfer in der Premier League zu Liverpool anscheinend an kreativem Funken verloren hat. Gegen Ecuador wurden beide von den Gegenspielern physisch überrannt, und keiner konnte effektiv kombinieren. Nagelsmann räumte ein, dass mehr Ruhe nötig sei, nachdem seine Mannschaft nach der Führung die Kontrolle verloren hatte.
Wie es weitergeht
Deutschland trifft nun am Montagabend (22:30 MESZ) in Foxborough, Massachusetts, im Achtelfinale auf Paraguay. Ein Sieg würde am darauffolgenden Samstag in Philadelphia ein mögliches Achtelfinal-Duell mit Topfavorit Frankreich um Kylian Mbappé bedeuten. Frankreich hatte zuvor Norwegens B-Mannschaft mit 4:1 abgefertigt, wobei Ousmane Dembélé einen Hattrick erzielte. Nagelsmann betonte Geduld und Ruhe, während sich die Mannschaft darauf vorbereitet, ihre defensiven Schwächen zu beheben und ihr unterperformendes Kreativ-Duo wiederzubeleben.
- Deutschland verliert 1:2 gegen Ecuador im letzten Gruppenspiel; Neuer kritisiert, Musiala und Wirtz wirkungslos.
- Kroos und Podolski warnen öffentlich vor frühem Aus, wenn sich die Defensive nicht stabilisiert und die Stars nicht zu alter Form zurückfinden.
- Achtelfinale: Deutschland gegen Paraguay in Foxborough, Massachusetts.
- Mögliches Achtelfinal-Duell: Deutschland (falls Paraguay besiegt) trifft auf Frankreich (falls Schweden besiegt) in Philadelphia.


