
Deutschlands 2:1-Niederlage gegen Ecuador offenbart defensive Schwächen und Manuel Neuers schwindende Aura – Paraguay als wahrscheinlicher Achtelfinalgegner
Die 2:1-Niederlage Deutschlands gegen Ecuador im letzten WM-Gruppenspiel hat Kritik an Julian Nagelsmanns Aufstellung und Manuel Neuers Leistung entfacht, während ein Achtelfinal-Duell mit Paraguay wahrscheinlich wird.
Spiel nach früher Führung gekippt
Deutschland ging in der zweiten Minute durch Leroy Sané in Führung, doch Ecuador glich aus und erzielte in der 78. Minute durch Gonzalo Plata den späten Siegtreffer. Die 1:2-Niederlage war die erste Niederlage Deutschlands nach elf Siegen in Folge und bedeutete vier Gegentore in drei Gruppenspielen, darunter gegen Curaçao und die Elfenbeinküste. Stürmer Deniz Undav sagte über Ecuador:
Sie wollten es mehr als wir.
Defensive Umstellung ohne Schlotterbeck
Nico Schlotterbeck fällt mit einer Knöchelverletzung für den Rest des Turniers aus. Antonio Rüdiger ersetzte ihn, und Nathaniel Browns Abwesenheit zwang David Raum in die Viererkette, sodass die halbe Abwehrreihe neu zusammengestellt war. In der chaotischen Schlussphase musste Rüdiger eingreifen, als ein Missverständnis zwischen Jonathan Tah und Neuer beinahe zu einem dritten Tor geführt hätte. Kapitän Joshua Kimmich sagte, die Mannschaft könne nicht jedes Spiel ein oder zwei Gegentore kassieren.
Neuers Aura und die Torwart-Debatte
Manuel Neuer, der für seine „Aura“ aus dem Nationalmannschafts-Ruhestand zurückgeholt wurde, hat in allen drei Gruppenspielen den ersten Torschuss aufs Tor kassiert. Gegen Ecuador reagierte er beim Ausgleich zu langsam und versuchte dann in der 78. Minute, eine Hereingabe auf Höhe des Fünf-Meter-Raums per Fang zu klären. Platas Fuß erreichte den Ball zuerst, und der Ball ging ins Tor. Der frühere deutsche Kapitän Lothar Matthäus sagte der Bild, Neuer habe „zu zögerlich, fast ängstlich“ gehandelt und fügte hinzu:
Das ist nicht der Manuel Neuer, den wir kennen.
Neuer wies die Schuld von sich, bezeichnete die Aktion als eine routinemäßige Verlängerung eines Kopfballs und sagte, jeder Torwart hätte versucht, den Ball zu fangen. Er argumentierte, dass ein Faustschlag auf Brusthöhe im Fünfmeterraum ein Eigentor hätte verursachen können. Nagelsmann beschrieb die Situation als „extrem undankbar“ und sagte, die Flanke hätte anders verteidigt werden müssen.
Nagelsmanns Auswechslungen und Thomas Müllers Urteil
Da das K.o.-Spiel nur vier Tage entfernt war, ersetzte Nagelsmann Jamal Musiala und Felix Nmecha durch defensiv denkende Einwechselspieler. Der frühere Nationalspieler Thomas Müller, der als TV-Experte arbeitete, sagte, der Mannschaft habe es an „Cleverness“ gefehlt, und bezeichnete ihre Herangehensweise als „naiv“, wobei er sie ungünstig mit einer argentinischen Mannschaft verglich, die eine solche Chance einfach nicht zulassen würde. Müllers Kritik traf tiefer als die Aussagen des Trainers nach dem Spiel, der die Notwendigkeit von „Geduld“ betonte, um Lücken zu öffnen.
Paraguay wartet im Achtelfinale
Ein KI-Modell der Berliner Zeitung gibt Paraguay eine 91,43-prozentige Wahrscheinlichkeit, Deutschlands nächster Gegner zu sein, Schottland liegt bei 8,57 Prozent und Schweden bei 15,67 Prozent in einer parallelen FIFA-ähnlichen Berechnung. Das erste WM-Achtelfinale der Geschichte für Deutschland findet am Montag in Foxborough bei Boston statt. Weltmeister Mats Hummels warnte, dass Paraguay Ecuadors Intensität und enges Mittelfeldspiel nachahmen würde, und sagte:
Sie werden versuchen, die Ballverluste zu erzwingen, die die deutsche Mannschaft gerne herschenkt.


