
Italiens Maturità 2026: Über 527.000 Schüler bereiten sich auf reformiertes Abitur mit neuem mündlichen Format und Teilnahmepflicht vor
Ab Donnerstag, dem 18. Juni, werden über 527.000 italienische Schüler ein grundlegend neu gestaltetes Maturità-Examen ablegen. Die Reform führt den historischen Namen wieder ein, begrenzt die Anzahl der mündlichen Prüfungsfächer auf vier und macht die aktive Teilnahme an der mündlichen Prüfung zur Pflicht, um ein automatisches Nichtbestehen zu vermeiden.
Countdown zur neuen Maturità
Am Donnerstag, dem 18. Juni, um 8:30 Uhr werden sich 527.607 Abiturienten in ganz Italien der ersten schriftlichen Prüfung eines radikal reformierten Abschlussexamens stellen. Die Reform, die nach dem Minister für Bildung und Verdienst Giuseppe Valditara als Valditara-Reform bekannt ist, stellt den historischen Namen „Maturità“ anstelle von „Esame di Stato“ wieder her und schreibt die Philosophie der Prüfung neu, um neben akademischem Wissen auch persönliches Wachstum, Autonomie und bürgerschaftliche Verantwortung zu betonen. Insgesamt 13.989 Prüfungskommissionen werden 27.884 Klassen beaufsichtigen; 273.854 Kandidaten kommen von Licei, 167.136 von technischen Instituten und 86.617 von Berufsschulen.
Schriftliche Prüfungen bilden das Fundament
Die schriftliche Phase beginnt mit der nationalen Italienisch-Prüfung, bei der sieben Themen zur Auswahl stehen. Die Kandidaten haben sechs Stunden Zeit, um die Arbeit zu beenden, und dürfen den Raum nicht vor Ablauf von drei Stunden verlassen. Am folgenden Tag, dem 19. Juni, folgt die zweite schriftliche Prüfung, die auf den jeweiligen Studiengang zugeschnitten ist — von Latein am klassischen Gymnasium bis hin zu technischen Disziplinen an Berufsinstituten.
- Prüfungskommissionen werden eingesetzt und ziehen den Anfangsbuchstaben für die mündlichen Sitzungen.
- Erste schriftliche Prüfung (Italienisch) beginnt um 8:30 Uhr.
- Zweite schriftliche Prüfung (fachspezifisch).
- Frühestmöglicher Beginn der mündlichen Prüfungen (zwei Tage nach der letzten schriftlichen).
Überarbeitung der mündlichen Prüfung: vier Fächer, Teilnahmepflicht
Nach den neuen Regeln schrumpft die mündliche Prüfungskommission von sieben auf fünf Mitglieder (zwei interne, zwei externe und ein Vorsitzender) und konzentriert sich auf nur vier vorab angekündigte Fächer, was das alte System ersetzt, das den gesamten Lehrplan des fünften Jahres abdecken konnte. Die mündliche Prüfung beginnt nicht mit einer Überraschungsaufgabe, sondern mit der Reflexion des Kandidaten über seinen eigenen Bildungsweg, unterstützt durch das Schüler-Curriculum, das Nachweise über schulische Arbeitserfahrungen, digitale Kompetenzen und Aktivitäten zur politischen Bildung sammelt.
Die auffälligste Änderung ist die Abschaffung der sogenannten „scena muta“ — der ehemaligen Lücke, die es Schülern mit einer ausreichenden Punktzahl ermöglichte, die mündliche Prüfung schweigend zu überstehen. Ab diesem Jahr führt die Verweigerung einer aktiven Beteiligung zum automatischen Nichtbestehen, unabhängig von den gesammelten Punkten.
Die Schule misst nicht nur, was man auswendig gelernt hat, sondern wer man in fünf Jahren geworden ist.
Bewertung von persönlichem Wachstum und Reife
Zum ersten Mal vergibt das Bewertungsschema bis zu 5 der 20 Punkte der mündlichen Prüfung für den „Grad der persönlichen Reife, Autonomie und Verantwortung“ des Kandidaten. Neben dem Fachwissen berücksichtigt die Prüfung nun systematisch die Teilnahme an arbeitsbezogenem Lernen, die Entwicklung digitaler Kompetenzen und das außerschulische Engagement. Die Endnote umfasst weiterhin insgesamt 100 Punkte, wobei die mündliche Prüfung 20 Punkte wert ist, aber die diskretionären Bonuspunkte wurden von 5 auf 3 reduziert, was den Weg zu Bestnoten erschwert.
Der Schatten der KI bei der Vorbereitung
Eine von Rai News zitierte Umfrage zeigt, dass 77 % der Maturandi künstliche Intelligenz zur Vorbereitung genutzt haben — hauptsächlich, um persönliche Reflexionen zu entwerfen, das Schüler-Curriculum zusammenzustellen oder Materialien für die mündliche Prüfung zu erstellen. Während KI zu einem Lernbegleiter geworden ist, stellt die Betonung des neuen Examens auf autonomes Urteilsvermögen und persönliche Authentizität eine andere Herausforderung dar: Die Schüler müssen ihre eigene Stimme in einem Umfeld unter Beweis stellen, das echtes individuelles Wachstum belohnt und nicht algorithmisch polierte Ergebnisse. Die Reform führt zudem ein digitales Diplom ein, um den Abschluss zu modernisieren.
- Licei
- 273854
- Istituti tecnici
- 167136
- Istituti professionali
- 86617


