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Film & Medien·vor 4 Std.

Tyra Banks verklagt Netflix wegen Verleumdung im Zusammenhang mit „America's Next Top Model“-Dokumentation

Das ehemalige Supermodel behauptet, die Doku-Serie „Reality Check: Inside America's Next Top Model“ habe ein 3,5-stündiges Interview gezielt auf 16 Minuten zusammengeschnitten, um die falsche Darstellung zu erzeugen, sie habe einen sexuellen Übergriff geduldet und das Trauma einer Teilnehmerin für Einschaltquoten ausgenutzt.

Die Klage

Tyra Banks reichte am Samstag vor einem Bundesgericht in Los Angeles eine Verleumdungsklage gegen Netflix, die Regisseure Daniel Sivan und Mor Loushy sowie EverWonder Studio wegen der Doku-Serie „Reality Check: Inside America's Next Top Model“ ein. Banks, die die langlebige Wettbewerbsshow „America's Next Top Model“ (ANTM) entwickelte und moderierte, wirft den Produzenten vor, ein 3,5-stündiges Interview, das sie für das Projekt gab, selektiv bearbeitet und auf 16 Minuten Filmmaterial reduziert zu haben, das anschließend manipuliert wurde, um eine falsche Erzählung zu stützen.

Die Verantwortung, die Frau Banks übernahm, landete auf dem Schneidetisch. Sie war vorhanden, aber den Zuschauern wurde nie die Gelegenheit gegeben, sie zu sehen.

Anwälte von Tyra Banks

Die Vorwürfe zur Bearbeitung

Die Klage behauptet, der finale Schnitt sei durch „selektive Bearbeitung, vorsätzliches Weglassen und chirurgische Manipulation von kontinuierlichem Filmmaterial“ entstanden, um den Anschein zu erwecken, Banks habe wissentlich zugelassen, dass eine Teilnehmerin während der Produktion der Show sexuell missbraucht wurde. Laut der Klageschrift suggerierte die Dokumentation zudem, sie habe das daraus resultierende Trauma genutzt, um die Einschaltquoten zu steigern, und bei der Befragung zu dem Vorfall während des Interviews so getan, als hätte sie ihn vergessen. Das Anwaltsteam von Banks hält dagegen, dass sie während des Interviews nie nach dem sexuellen Übergriff gefragt oder darüber informiert wurde.

Die Beklagten bearbeiteten die Netflix-Serie so, dass es den Anschein erweckte, Frau Banks wisse, dass sie nach einem sexuellen Übergriff gefragt werde, und versuche absichtlich, dem Thema auszuweichen.

Die Klageschrift

Was Banks fordert

Banks fordert einen Geschworenenprozess und nicht näher bezifferten Schadenersatz wegen emotionaler Belastung. Zudem strebt sie eine einstweilige Verfügung an, um Netflix und die anderen Beklagten daran zu hindern, ihr Bildnis in Verbindung mit dem Soundtrack der Doku-Serie zu verwenden, der als Album veröffentlicht wurde. Die Klage besagt, dass es Banks nicht gestattet war, die Serie vor dem Tag ihrer Veröffentlichung zu sichten, was impliziert, dass sie kaum eine Chance hatte, die Bearbeitung anzufechten.

Das umstrittene Erbe von ANTM

„America's Next Top Model“ startete 2003 und umfasste 24 Staffeln. Die Show wurde zu einem kulturellen Phänomen, zog in den letzten Jahren jedoch auch Kritik auf sich. Vorwürfe wegen Body-Shamings, psychologischer Manipulation von Teilnehmerinnen und rassistisch unsensibler Fotoshootings führten zu einer kritischen Neubewertung der Serie. Banks hat öffentlich „die Unsensibilität vergangener ANTM-Momente“ und „einige wirklich schlechte Entscheidungen“ eingeräumt, doch die Netflix-Dokumentation beansprucht für sich, einen tieferen Blick auf die Vorgänge hinter den Kulissen der Show zu werfen.

Bisher keine Reaktion

E-Mails an Vertreter von Netflix und die anderen Beklagten blieben am Sonntag zum Zeitpunkt der Berichterstattung unbeantwortet. Mehrere Medien, darunter die New York Times und Deadline, berichteten, dass Netflix eine Stellungnahme zunächst abgelehnt habe. Der Fall wird sich wahrscheinlich darum drehen, ob die Bearbeitung die Grenze von kritischer Dokumentararbeit hin zu verleumderischer Falschdarstellung überschritten hat.

Los Angeles

4 Quellen

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