
NC-Beschränkungen in Deutschland sinken weiter, Berlin blockiert aber weiterhin über die Hälfte der Studiengänge
Nur 31,6 % der deutschen Studiengänge haben für das Wintersemester 2026/27 Zulassungsbeschränkungen, ein Rückgang von 41 % vor sechs Jahren, doch Berlin schränkt weiterhin über die Hälfte seiner Angebote ein.
Bundestrend
Der Anteil der Studiengänge mit Numerus Clausus (NC), Auswahlverfahren oder Eignungstest ist für das kommende Wintersemester auf 31,6 % gesunken, so die jährliche Analyse des CHE Centrums für Hochschulentwicklung. Vor sechs Jahren, im Studienjahr 2018/19, lag der Wert bei 41 %, und er ist seither fast jedes Jahr gefallen. Im Vergleich zum Vorwinter sank die Quote um 0,9 Prozentpunkte.
Der sogenannte Numerus Clausus verliert für Studieninteressierte in Deutschland an Bedeutung. Die Chancen, den Wunschstudiengang an der Wunschhochschule zu studieren, waren wohl noch nie so gut wie jetzt.
Regionale Unterschiede
Der Bundesdurchschnitt verdeckt große Unterschiede zwischen den Ländern. Berlin liegt mit 53,5 % eingeschränkten Angeboten an der Spitze, gefolgt von Baden-Württemberg (46,2 %) und dem Saarland (44,1 %). Am anderen Ende haben Thüringen (16,8 %), Brandenburg (17,2 %) und Rheinland-Pfalz (17,3 %) die wenigsten Hürden. In Thüringen sind nur 9 % der Studiengänge in Jena und 4 % in Erfurt beschränkt.
- Berlin
- 53.5 %
- Baden-Württemberg
- 46.2 %
- Saarland
- 44.1 %
- Sachsen
- 34.4 %
- Bayern
- 34.2 %
- Hessen
- 20.3 %
- Rheinland-Pfalz
- 17.3 %
- Brandenburg
- 17.2 %
- Thüringen
- 16.8 %
Fächerunterschiede
Die Zulassungshürden variieren auch stark nach Fach. Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie verwandte Disziplinen sind mit 36,2 % bundesweit am stärksten beschränkt. Mathematik und Naturwissenschaften folgen mit 28,1 %, während Ingenieurstudiengänge nur in 24,3 % der Fälle beschränkt sind. Sprach- und Kulturwissenschaften bleiben am offensten, mit weniger als einem Fünftel der Angebote, die einen NC oder Test erfordern.
- Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
- 36.2 %
- Mathematik, Naturwissenschaften
- 28.1 %
- Ingenieurwissenschaften
- 24.3 %
Länder im Überblick
Bayern ist eine bemerkenswerte Ausnahme vom Abwärtstrend: Seine Beschränkungsquote stieg von 30,3 % auf 34,2 %. CHE-Forscher führen den Anstieg auf die Rückkehr des neunjährigen Gymnasiums (G9) zurück, das 2025 die Zahl der Abiturienten vorübergehend reduzierte und dazu führte, dass Universitäten Beschränkungen aussetzten, die nun wieder eingeführt werden. In Sachsen blieb die Quote mit 34,4 % stabil, wobei Leipzig (58 %) weitaus restriktiver ist als Dresden (34 %). Niedersachsen verzeichnete einen deutlichen Rückgang, insbesondere bei Bachelorstudiengängen und an Fachhochschulen. Die Quote des Saarlandes ist mit 44,1 % zwar immer noch hoch, ist aber von 64,1 % vor drei Jahren stark gefallen.
Methodik
Die CHE-Analyse stützt sich auf die Datenbank des HRK Hochschulkompasses, die rund 22.700 Studiengänge für das Wintersemester 2026/27 Stand Ende Mai 2026 umfasst. Ein Studiengang gilt als beschränkt, wenn er einen NC, ein Auswahlverfahren oder einen Eignungstest erfordert. Die Daten zeigen, dass Fachhochschulen (HAW) in der Regel niedrigere Beschränkungsquoten aufweisen als Universitäten, und Masterstudiengänge sind etwas weniger beschränkt als Bachelorstudiengänge.
- 41 % der Studiengänge beschränkt (Winter 2018/19)
- 32,5 % beschränkt (Winter 2025/26)
- 31,6 % beschränkt (Winter 2026/27)


