
Nawrocki will mit Tusk, nicht mit Sikorski über Botschafterposten sprechen
Präsident Karol Nawrocki will nicht erneut mit Radosław Sikorski über Botschafterernennungen verhandeln, ist aber bereit, mit Donald Tusk zu sprechen. Der Streit reicht bis März 2024 zurück und ist bis heute ungelöst.
Präsident Karol Nawrocki hat es abgelehnt, die Gespräche über Botschafterernennungen mit Vize-Regierungschef und Außenminister Radosław Sikorski wieder aufzunehmen, und zugleich signalisiert, dass er zu Verhandlungen mit Ministerpräsident Donald Tusk bereit ist. Seine Position legte er in einem Interview mit Rzeczpospolita dar, das am Dienstag, 13. Oktober 2026, auf rp.pl erscheinen soll und am Mittwoch, 14. Oktober 2026, in der Printausgabe. Nawrocki sagte, die vorgeschlagene Vereinbarung bleibe gültig, doch er beabsichtige nicht, selbst ein Treffen mit dem Regierungschef zu suchen.
Bedingungen für Gespräche
Auf die Frage, ob er zu Gesprächen mit Sikorski bereit sei, sagte Nawrocki, das sei er nicht, und begründete dies damit, dass solche Gespräche keinen Sinn hätten und der Minister die Lage nicht im Griff habe. Er sagte, er habe sich einst mit Sikorski verständigt, und daraus sei nichts geworden. Er fügte hinzu, er könne stattdessen mit dem Vorgesetzten des Ministers sprechen, und wenn Tusk zu der Vereinbarung zurückkehren wolle, die noch auf dem Tisch liege, sei er dazu bereit.
Ich kann mit dem Chef von Minister Sikorski sprechen, also mit Ministerpräsident Tusk.
Ein Signal statt einer Bitte
Auf die Frage, ob er den ersten Schritt machen werde, sagte Nawrocki, er wende sich über das Interview an Tusk. Er betonte, er werde das Treffen nicht persönlich erbitten, und bezeichnete seine Aussage als klare Botschaft an den Regierungschef. In derselben Antwort sagte er, die Vereinbarung sei möglich und er bleibe bereit, den Streit zu beenden.
Ich werde den Ministerpräsidenten nicht bitten, aber ich sende ein klares Signal.
Die Vereinbarung liegt auf dem Tisch. Ich bin bereit, zu Gesprächen zurückzukehren und diese Sache zu beenden.
Hintergrund des Streits
Der Streit über die Botschafterposten begann im März 2024, als das Außenministerium Änderungen an Posten beschloss, die von mehr als 50 Botschaftern besetzt waren. Der damalige Präsident Andrzej Duda widersprach einem Teil dieser Entscheidungen und betonte, dass die Ernennung und Abberufung von Botschaftern die Unterschrift des Staatsoberhaupts erfordere. Rzeczpospolita berichtet, dass die Blockade in der Präsidentschaft Dudas begann und bis heute andauert. wPolityce.pl berichtete, Tusk habe eine frühere, unter Duda erzielte Vereinbarung blockiert – eine Darstellung, die als Schilderung des Portals wiedergegeben wird. Der Konflikt wurde auch nicht gelöst, als Nawrocki sein Amt antrat, und einige polnische Vertretungen werden weiterhin von Diplomaten ohne förmlichen Botschafterstatus geleitet.
- Außenministerium ändert Posten, die von mehr als 50 Botschaftern besetzt sind; Duda widerspricht
- Nawrocki und Sikorski erörtern eine Beendigung der Blockade; keine endgültige Vereinbarung folgt
- Nawrocki sagt Rzeczpospolita, er werde mit Tusk sprechen, nicht mit Sikorski
- Vollständiges Interview zur Veröffentlichung auf rp.pl geplant
- Interview für die Printausgabe von Rzeczpospolita geplant
Posten weiterhin umstritten
Der am stärksten umkämpfte Posten ist die Botschaft in Washington, wo Bogdan Klich die Vertretung als Geschäftsträger leitet. Nawrocki lehnt die Nominierung Klichs zum Botschafter ab. Ebenso lehnt er die Kandidatur von Ryszard Schnepf ab, der die polnische Vertretung in Italien leitet. Beide Männer nehmen die Aufgaben von Missionsleitern wahr, ohne dass eine Botschafternominierung durch den Präsidenten vorliegt. Im Februar 2026 erörterten Nawrocki und Sikorski eine Beendigung der Blockade, und Vertreter des Außenministeriums berichteten von einer konstruktiven Atmosphäre und angenäherten Positionen. Eine endgültige Vereinbarung folgte nicht, sodass beide Posten weiterhin ohne Botschafternominierung bleiben.
