
Ehemaliger portugiesischer Parlamentsvizepräsident Narana Coissoró im Alter von 94 Jahren gestorben
Der frühere CDS-Fraktionschef und Vizepräsident der Versammlung der Republik, Narana Coissoró, ist im Alter von 94 Jahren gestorben, wie die Partei mitteilte.
Parlamentsdienst und Führungsrolle
Narana Coissoró, langjähriger führender Kopf der portugiesischen CDS-PP und früherer Vizepräsident der Versammlung der Republik, starb am 29. August 2026 im Alter von 94 Jahren. 1976 erstmals ins Parlament gewählt, war Coissoró in acht Legislaturperioden Abgeordneter während des Übergangs nach der Autoritarismus-Ära und in den folgenden Jahrzehnten. Von 1978 bis 1991 führte er 13 Jahre lang die CDS-Fraktion und koordinierte die parlamentarische Strategie der Partei in prägenden politischen Debatten. Nach einer vierjährigen Parlamentspause kehrte er 1999 in ein nationales Amt zurück und war bis 2005 Vizepräsident der Versammlung der Republik. Die christdemokratische Partei gab seinen Tod in einer offiziellen Erklärung bekannt, in der sie seiner Familie kondolierte und sein jahrzehntelanges öffentliches Wirken würdigte.
Professor Narana Coissoró hat einen Großteil seines Lebens der öffentlichen Sache, der Hochschulbildung, der Rechtswissenschaft, der Justiz und der CDS-PP gewidmet.
Akademische Laufbahn und nationale Ehrungen
Geboren als Narana Sinai Coissoró am 3. Oktober 1931 in Goa, zog er im Alter von 18 Jahren nach Portugal, um Jura zu studieren. Er erwarb einen Abschluss in Rechtswissenschaften an der Universität Coimbra und promovierte anschließend in Politikwissenschaft an der University of London. Coissoró baute eine lange akademische Karriere als ordentlicher Professor am Instituto Superior de Ciências Sociais e Políticas (ISCSP) auf und wurde schließlich emeritierter ordentlicher Professor (professor catedrático jubilado). Seine wissenschaftlichen Veröffentlichungen befassten sich mit Gewohnheitsrecht und überseeischen Rechtsordnungen. Im Laufe seiner Karriere verlieh ihm der portugiesische Staat mehrere nationale Auszeichnungen, darunter den Großoffizier des Ordens für öffentliches Unterrichtswesen, den Großoffizier des Christusordens, das Großkreuz des Ordens des Infanten Dom Henrique und das Großkreuz des Ordens für öffentliches Unterrichtswesen.
- Geboren in Goa
- Erstmals in die Versammlung der Republik gewählt
- Beginn der 13-jährigen Führung der CDS-Fraktion
- Ende der Führung der CDS-Fraktion
- Übernahme des Vizepräsidentenamts der Versammlung der Republik
- Ende der Amtszeit als Vizepräsident der Versammlung der Republik
- Im Alter von 94 Jahren gestorben
Ideologischer Beitrag und politisches Vermächtnis
Der frühere Staatssekretär und frühere CDS-Vizepräsident Adolfo Mesquita Nunes erinnerte sich, 1994 der Parteijugend Juventude Centrista beigetreten zu sein, als die CDS fünf Sitze mit 4 % der Stimmen innehatte. Nunes bemerkte, dass Coissoró, der sich später zurückzog, bevor er unter der Führung von Paulo Portas ins Parlament zurückkehrte, zeigte, wie christdemokratische Politik als nicht-konfessioneller politischer Rahmen auf der Grundlage der Soziallehre funktionieren könne. Da Coissoró selbst nicht gläubig war, verkörperte seine Führung die Anwendung christdemokratischer Prinzipien auf die Politik und nicht auf die Religionslehre. Nunes wies auf Coissorós intellektuelle Strenge und seinen Witz während seiner gesamten politischen Laufbahn hin.
Er war ein außergewöhnlicher Führer der CDS, und ich denke, die CDS, eine Partei, der ich nicht mehr angehöre, der ich aber einen Großteil meines Lebens angehört habe, ist eindeutig ärmer.
Reaktion der Partei und historische Rolle
Der derzeitige CDS-Vorsitzende Nuno Melo und die Parteiführung betonten Coissorós Engagement in schwierigen Kapiteln der portugiesischen Demokratieentwicklung. Die Partei stellte fest, dass seine Arbeit die Menschenwürde, die Demokratie und die Freiheit verteidigte und gleichhalf, die Christdemokratie in Portugal zu etablieren. Parteivertreter erklärten, dass seine Beiträge einen nachhaltigen Eindruck in der portugiesischen Hochschulbildung, im Rechtssystem und in der zeitgenössischen politischen Geschichte hinterlassen würden. Die christdemokratische Führung sprach seiner Familie offiziell ihr Beileid aus und schloss ihre Würdigung mit einem Dank für seinen Dienst.


