
Dänischer Künstler enthüllt goldene Statue des nackten Donald Trump im Europäischen Parlament in Straßburg
Der dänische Bildhauer Jens Galschiøt und der EU-Abgeordnete Per Clausen haben im Europäischen Parlament in Straßburg eine 2,5 Meter hohe vergoldete Statue mit dem Titel Orange Plague installiert, die dort bis Donnerstag zu sehen bleibt.
Vergoldete Satire im Parlamentskorridor
Eine 2,5 Meter hohe satirische Skulptur, die den Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, nackt und auf den Schultern eines sich abmühenden Mannes hockend zeigt, wurde am Dienstag im Europäischen Parlament in Straßburg enthüllt. Das Werk mit dem Titel „Orange Plague“, auch bekannt als „King of Injustice“, steht während der Plenarsitzung in einem zentralen Durchgang, der zwei Parlamentsgebäude verbindet. Die aus Kupfer gefertigte und mit 23-karätigem Gold überzogene Statue zeigt Trump mit geschlossenen Augen, in der rechten Hand die Waage der Gerechtigkeit, mit der linken auf einem lang gestreckten Golfschläger ruhend, über einem kleinen Modell der Erde, das als Golfball gestaltet ist.
Der Sockel der Skulptur trägt eine eigens angebrachte Inschrift, die auch auf Visitenkarten gedruckt wurde, die neben der Installation verteilt wurden: „Ich sitze auf dem Rücken eines Mannes. Er sinkt unter meinem Gewicht. Ich werde alles tun, um ihm zu helfen. Nur nicht von seinem Rücken steigen.“ Der dänische Bildhauer Jens Galschiøt ließ sich von Hans Christian Andersens Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ inspirieren, um mächtige Staaten darzustellen, die kleinere Nationen beherrschen; der erschöpfte Mann, der die Last trägt, steht demnach für die Europäische Union.
Plenarinstallation und Ausstellungszeitplan
Die Ausstellung in Straßburg wurde von dem dänischen EU-Abgeordneten Per Clausen organisiert, einem Mitglied der Fraktion Die Linke. Transportteams brachten die Skulptur am Montagmorgen unter einer orangefarbenen Hülle verborgen in den Parlamentskomplex, bevor sie die vergoldete Figur am Dienstagmorgen enthüllten, als die Abgeordneten zu den Plenardebatten eintrafen.
- Die Skulptur wird während der UN-Klimakonferenz in Brasilien ausgestellt
- Die Skulptur wird auf der Münchner Sicherheitskonferenz gezeigt
- Das Kunstwerk trifft unter einer orangefarbenen Hülle im Europäischen Parlament ein
- Die Skulptur wird offiziell im Straßburger Parlamentsgebäude enthüllt
- Geplanter letzter Tag der Ausstellung im Europäischen Parlament
Vor ihrer Ankunft in Straßburg war die Statue auf dem UN-Klimagipfel in Brasilien und auf der Münchner Sicherheitskonferenz zu sehen. Die Organisatoren des Parlaments planten, das Werk bis Donnerstag auszustellen, und positionierten es an einem der meistfrequentierten Fußgängerknotenpunkte im Komplex des Europäischen Parlaments.
Politische Reaktionen und Künstlerstatements
Die Ausstellung zog Scharen von Abgeordneten und Parlamentsmitarbeitern an; Beobachter hielten inne, um die Skulptur zu fotografieren oder Kollegen zu benachrichtigen. Per Clausen verteidigte die Ausstellung gegen politische Einwände und argumentierte, Figuren auf der Weltbühne müssten öffentliche Satire aushalten.
Wenn jemand so dünnhäutig ist, dass er diese Skulptur im Europäischen Parlament nicht ertragen kann, dann hat er auf der Weltbühne nichts zu suchen.
Galschiøt erklärte, die Skulptur behandle die Risiken, die er durch Trump für die internationale Ordnung, die multilaterale Diplomatie und Klimaschutzabkommen sieht. Der Bildhauer merkte an, dass er in Gesprächen mit chinesischen Bekannten historisch westliche Normen wie Meinungsfreiheit und Privateigentum verteidigt habe, nun aber argumentiere, dass Trumps politisches Handeln diese Prinzipien untergraben habe.
Es ist eine wirklich große Aussage, einen nackten Präsidenten in Gold ins Zentrum des Parlaments zu stellen.
Die Installation stieß auf öffentlichen Widerspruch von rechten Abgeordneten, darunter der belgische EU-Abgeordnete Tom Vandendriessche und die Abgeordnete Barbara Bonte, beide von der Fraktion Patrioten für Europa. Auf mögliche Anfechtungen oder Forderungen nach Entfernung reagierte Galschiøt mit der Aussage, die Organisatoren würden die Skulptur auf einen Roller stellen und durch die öffentlichen Straßen Straßburgs transportieren.


