Nachtzug Paris–Berlin hält erstmals in Hamburg – European Sleeper erweitert grenzüberschreitende Strecke
Die Nachtzugverbindung zwischen der französischen und der deutschen Hauptstadt hat am Sonntagmorgen ihren ersten und einzigen deutschen Zwischenhalt in Hamburg eingelegt und stärkt damit die grenzüberschreitenden Schlafwagenverbindungen über Belgien.
Ein neuer Halt in einem wachsenden Netz
Der Nachtzug zwischen Paris und Berlin machte am 13. Juli 2026 um 6:55 Uhr planmäßig seinen ersten Halt am Bahnhof Hamburg-Harburg. Die Erweiterung ist der einzige Zwischenhalt in Deutschland für den grenzüberschreitenden Schlafwagenzug, der von der niederländisch-belgischen Bahngesellschaft European Sleeper betrieben wird. Die erste vollständige Fahrt der Verbindung Paris–Berlin war bereits Ende März gestartet.
Die Nachtzugverbindungen zwischen Frankreich, Belgien und Deutschland werden weiter gestärkt.
Das Unternehmen bestätigte die Erweiterung in einer Mitteilung und positionierte den neuen Halt in Hamburg als Teil eines breiteren Vorhabens, den Nachtzugverkehr in Westeuropa auszubauen.
Fahrplan und Streckenverlauf
Der Zug verkehrt dreimal pro Woche in jede Richtung. Die Züge von Paris nach Berlin fahren dienstags, donnerstags und sonntags. In der Gegenrichtung verlassen die Züge Berlin montags, mittwochs und freitags. Neben Hamburg-Harburg umfasst die Strecke Halte in Aulnoye-Aymeries in Nordfrankreich sowie in den belgischen Städten Mons, Brüssel und Lüttich.
Hamburg ist der einzige deutsche Bahnhof zwischen den beiden Hauptstädten. Die Einbeziehung mehrerer belgischer Halte und einer französischen Provinzstadt spiegelt eine Streckenführung wider, die sowohl Neben- als auch Hauptstädte verbinden soll.
Komfort an Bord und praktische Details
Fahrgäste können bei der Buchung zwischen drei Komfortklassen wählen. Der Zug besteht aus Schlaf- und Liegewagen. European Sleeper wies darauf hin, dass das rollende Material seit den 1990er Jahren im Einsatz ist, aber an moderne Standards angepasst wurde. Fahrräder sind ebenfalls an Bord erlaubt, was die Attraktivität des Zuges für Freizeitreisende und Radtouristen erhöht, die zwischen Frankreich, Belgien und Deutschland unterwegs sind.
In der Ankündigung wurden keine konkreten Preise genannt, ebenso wenig Details zu Bordrestaurant oder WLAN-Verfügbarkeit. Die Dreiklasseneinteilung deutet auf eine Spanne von einfachen Liegeplätzen bis hin zu privaten Schlafabteilen hin.
European Sleepers wachsende Präsenz
European Sleeper, ein niederländisch-belgischer Betreiber, hat sein Netz an Nachtzügen, die eine Alternative zu Kurzstreckenflügen bieten sollen, schrittweise ausgebaut. Die im März 2026 gestartete Strecke Paris–Berlin ist eine seiner Flaggschiff-Verbindungen. Die Aufnahme Hamburgs als Zwischenhalt stärkt die Präsenz des Unternehmens in Norddeutschland und bietet der Metropolregion Hamburg eine direkte Nachtverbindung sowohl in die französische Hauptstadt als auch in belgische Städte, ohne in Berlin umsteigen zu müssen.
Dieser Schritt erfolgt zu einer Zeit, in der mehrere europäische Bahnbetreiber ihre Schlafwagenangebote ausweiten, um der steigenden Nachfrage nach kohlenstoffärmeren Reisemöglichkeiten und einer besseren Nachtverbindung zwischen großen Ballungszentren gerecht zu werden.


