
Guardia Civil ermittelt nach mutmaßlichem Femizid an einer Frau in Valverde de Júcar
Eine 37-jährige Frau und ein Mann wurden am Donnerstag mit Gewaltspuren in einem Haus in Valverde de Júcar tot aufgefunden; sie hinterlassen zwei Töchter im Alter von sechs und 14 Jahren. Das Paar befand sich nach Angaben des Bürgermeisters im Trennungsverfahren.
Der Fund
Eine Person, die nicht in ein Haus in der Calle Mayorazgo in Valverde de Júcar gelangen konnte, einem Dorf mit etwas mehr als 1.100 Einwohnern in der Provinz Cuenca, rief am Donnerstag, dem 8. Oktober, die Notrufnummer 112 an. Die Rettungsdienste gaben den Zeitpunkt der Entdeckung mit 19:43 Uhr an, während LaSexta 19:30 Uhr meldete. Beamte der Guardia Civil und Feuerwehrleute der etwa 40 Kilometer entfernten Wache Motilla del Palancar betraten das Haus und fanden beide Leichen, die Spuren von Gewalt aufwiesen. Ein Arzt bescheinigte beide Todesfälle, und der 112-Dienst aktivierte das psychosoziale Team des Roten Kreuzes. El País berichtet, der Anrufer sei der Vater der Frau gewesen, der gewusst habe, dass seine Tochter und der Mann sich im Haus befanden.
Die Opfer
Die Frau war 37 Jahre alt und stammte nach Angaben von El País aus Rumänien. Der Mann ist demselben Bericht zufolge Spanier, sein Alter wurde nicht festgestellt. Das Paar hatte zwei Töchter im Alter von sechs und 14 Jahren und befand sich nach Angaben von Bürgermeister Eduardo Mena im Trennungsverfahren; er erklärte, es lägen keine früheren Beschwerden vor. El País berichtet zudem, dass bei den Behörden keine Hinweise auf frühere Gewalt zwischen den beiden vorliegen. Quellen der Regionalregierung erklärten gegenüber Europa Press, die Frau sei nicht in VioGén registriert gewesen, dem System zur Erfassung von Opfern geschlechtsspezifischer Gewalt.
Ermittlungen
Die Guardia Civil ermittelt in den Todesfällen wegen geschlechtsspezifischer Gewalt. Die Regierungsdelegation gegen geschlechtsspezifische Gewalt erklärte in den sozialen Medien, sie sammle Daten zu dem mutmaßlichen Femizid an einer Frau in der Provinz Cuenca. El País berichtet, erste Ermittlungen deuteten darauf hin, dass der Mann die Frau mit einer Stichwaffe erstochen und anschließend sich selbst das Leben genommen habe. Der Fall wird in die offizielle Statistik aufgenommen, sobald er bestätigt ist. El País berichtet außerdem, dass in diesem Jahr bislang 1.381 Frauen von Partnern oder Ex-Partnern getötet wurden.
Reaktionen
Mena sagte, das Dorf sei „bestürzt, traurig und wütend“, und der Gemeinderat werde offizielle Trauertage ausrufen, die Flaggen auf halbmast setzen, die Veranstaltungen am Wochenende absagen und zu einer Versammlung aufrufen. Regionalpräsident Emiliano García-Page schrieb auf X, er empfinde „tiefe Trauer und Bestürzung“ über den Tod der Frau und, sollte sich der Fall als neuer Femizid bestätigen, auch „enorme Wut und Empörung“.
Es schmerzt sehr, dass wir weiterhin Leben durch eine Gewalt verlieren, die wir niemals akzeptieren oder normalisieren dürfen. Wir können uns nicht damit abfinden.
Gleichstellungsrätin Sara Simón schrieb auf X, „alles deute darauf hin“, dass es sich um einen neuen Femizid handele.
Erschüttert über die schreckliche Nachricht aus Valverde de Júcar. Die Regierung von Kastilien-La Mancha drückt ihre scharfe Verurteilung aus und übermittelt der mutmaßlich getöteten Frau ihre ganze Unterstützung und Zuneigung.
LaSexta berichtet, dass die Telefonhilfe 016 Opfern geschlechtsspezifischer Gewalt Unterstützung bietet.

