
ZDF gibt Unterlassungserklärung ab, nachdem Elon Musk wegen Bericht über Belfast-Ausschreitungen mit rechtlichen Schritten droht
Der deutsche öffentlich-rechtliche Sender ZDF hat eine Unterlassungserklärung abgegeben und einen Beitrag aus seiner Sendung vom 12. Juni entfernt, nachdem der US-Milliardär mit rechtlichen Schritten gedroht hatte wegen der Behauptung, er habe während der Belfast-Ausschreitungen zu einer „Jagd auf Migranten“ aufgerufen.
Der Rechtsstreit
Der deutsche öffentlich-rechtliche Sender ZDF gab am 16. Juni eine Unterlassungserklärung ab, nachdem Elon Musk über seinen in Hamburg ansässigen Anwalt Joachim Nikolaus Steinhöfel mit rechtlichen Schritten gegen einen vier Tage zuvor ausgestrahlten Nachrichtenbeitrag gedroht hatte. Der Sender entfernte die strittige Passage und räumte ein, dass die ursprüngliche Formulierung „ungenau und daher irreführend“ gewesen sei. Das ZDF teilte der Katholischen Nachrichten-Agentur KNA mit, dass Musk die Erklärung über eine deutsche Anwaltskanzlei gefordert habe und der Sender nachgekommen sei – vor der in der Unterlassungsaufforderung gesetzten Donnerstagsfrist.
Was veröffentlicht wurde, ist kein kleiner Fehler mehr. Es fügt sich auch in ein Muster von Vorfällen ein, das die Frage aufwirft, was in dieser Organisation schiefläuft.
Die Belfast-Sendung
Der am 12. Juni in der Sendung „ZDF heute live“ unter dem Titel „Ausschreitungen in Belfast: Wie Musk die Proteste anheizt“ ausgestrahlte Beitrag behandelte gewalttätige rechtsextreme Ausschreitungen, die in der nordirischen Hauptstadt nach einer Messerattacke ausgebrochen waren. Die Moderatorin erklärte, „ein rassistischer Mob jagt Migranten“ und die Aufrufe seien gekommen von „einem britischen Rechtsextremisten und Tech-Milliardär Elon Musk“. Nachdem Musk rechtliche Schritte angekündigt hatte, fügte das ZDF am 13. Juni einen klarstellenden Hinweis hinzu, um dann am 16. Juni die Einleitung komplett zu entfernen mit einem Hinweis auf „rechtliche Gründe“.
Die Behauptung, unser Mandant habe zu einer ‚Jagd auf Migranten‘ durch einen ‚rassistischen Mob‘ aufgerufen, ist offensichtlich unwahr.
Die Ausschreitungen und Musks Beitrag
Die Gewalt in Belfast folgte auf eine Messerattacke am 8. Juni, bei der ein Sudanese laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung versuchte, einen Passanten auf offener Straße zu enthaupten. Das Opfer wurde schwer verletzt und verlor ein Auge, berichtete die britische Polizei. Bei den anschließenden Ausschreitungen wurden Autos und Häuser in Brand gesetzt, Bewohner mussten evakuiert werden. Der britische rechtsextreme Aktivist Tommy Robinson und Rupert Lowe, Vorsitzender der rechtsextremen Partei Restore UK, riefen zu Straßenprotesten auf. Musk teilte Robinsons Beitrag auf X und fügte hinzu: „Nur durch WIEDERHOLTES und LAUTES Protestieren wird es eine Veränderung geben!!“ Das Center for Countering Digital Hate (CCDH) schätzte, dass die Beiträge der drei Konten rund 115 Millionen Mal aufgerufen wurden, wobei 55 Prozent der Aufrufe auf Musks Konto zurückzuführen waren.
- Sudanese verübt Messerattacke in Belfast; Opfer wird schwer verletzt und verliert laut Polizei ein Auge
- ZDF strahlt Beitrag in ‚heute live‘ aus, in dem es heißt, Musk habe zusammen mit Rechtsextremisten Tommy Robinson zu einer ‚Jagd auf Migranten‘ aufgerufen
- ZDF fügt der Sendung einen klarstellenden Hinweis hinzu und bezeichnet die ursprüngliche Formulierung als ‚ungenau und irreführend‘
- Musks Anwalt sendet Unterlassungsaufforderung; ZDF kommt nach, gibt Erklärung ab und entfernt die strittige Passage
Politische Folgen
Der Streit zog die deutsche Politik hinein, als Alice Weidel, Co-Vorsitzende der rechtsextremen Alternative für Deutschland (AfD), am Dienstag ihre Unterstützung für Musk bekundete. Musk selbst bezeichnete den ZDF-Bericht auf X als „ungeheuerliche Lügen“ und kündigte an, rechtliche Schritte einzuleiten. Steinhöfel argumentierte in einem Interview mit der Berliner Zeitung, der Sender habe „eine rote Linie überschritten“ und der Vorfall spiegele breitere institutionelle Probleme beim ZDF wider. Er bezeichnete die Aussagen als „ehrverletzend, herabsetzend und journalistisch nicht haltbar“, insbesondere angesichts des Status des ZDF als öffentlich-rechtlicher, staatsnaher Sender.
Was als Nächstes kommt
Das schnelle Einlenken des ZDF auf die Unterlassungsaufforderung scheint einen sofortigen Gerichtsprozess abgewendet zu haben, obwohl Steinhöfel in seinem Interview andeutete, dass derzeit über keine weiteren Schritte gesprochen werde. Der Sender teilte der Frankfurter Allgemeinen mit, man habe die Bedingungen „bereitwillig und vor Ablauf der Frist“ akzeptiert. Ob der Vorfall eine breitere Debatte über redaktionelle Standards bei den deutschen öffentlich-rechtlichen Sendern auslösen wird, bleibt offen. Der Vorfall unterstreicht auch die Spannungen zwischen wohlhabenden Plattformbesitzern und traditionellen Medien bei Streitigkeiten über die Berichterstattung über Online-Äußerungen.
Dies hat nichts mit Journalismus zu tun. Es ist genau die Art von Verhalten, das dieser Sender sonst seinen politischen Gegnern vorwirft.


