
Alex Gibney zeigt viereinhalbstündige Elon-Musk-Dokumentation bei TIFF trotz rechtlicher Drohungen
Der Filmemacher Alex Gibney präsentierte seine Dokumentation „Musk“ auf dem Toronto International Film Festival, nachdem Elon Musks Anwaltsteam vor dem Kinostart am 16. Oktober mit einer Verleumdungsklage gedroht hatte.
Festivalaufführung und Laufzeit
Alex Gibney zeigte die nordamerikanische Premiere seiner Dokumentation „Musk“ am 13. September 2026 auf dem Toronto International Film Festival, nachdem die Weltpremiere Anfang des Monats auf den Filmfestspielen von Venedig stattgefunden hatte. Die Dokumentation dauert drei Stunden und 45 Minuten, mit einer zusätzlichen 10-minütigen Pause, und soll am 16. Oktober 2026 in die Kinos kommen. Gibney konzipierte das Projekt ursprünglich als zweistündigen Film vor der zweiten Amtszeit von Donald Trump. Er erweiterte den Umfang auf fast vier Stunden, nachdem Elon Musk Trump unterstützte und als enger Berater in dessen Regierung eintrat. Die Erzählung verfolgt Musk von seinen frühen Dotcom-Unternehmen und dem Kauf eines McLaren für eine Million Dollar bis zu seiner Führung bei Tesla, SpaceX und Twitter und zeichnet seinen Weg zum ersten Billionär der Welt nach.
- Weltpremiere auf den Filmfestspielen von Venedig.
- Nordamerikanische Premiere und Keynote-Diskussion bei TIFF in Toronto.
- Kinostart der Dokumentation im allgemeinen Verleih.
Rechtliche Drohungen und Satellitenbehauptungen
Musk und sein Anwaltsteam reagierten öffentlich feindselig auf die Produktion. Musks Anwalt Alex Spiro schickte einen Brief an Gibneys Firma Jigsaw Productions und drohte mit einer Verleumdungsklage. Der Streit dreht sich um einen in dem Film gezeigten Textaustausch zwischen Musk und Ashley St. Clair, einer früheren Partnerin und Mutter eines seiner Kinder. In der Nachricht über die Präsidentschaftswahl 2024 sagte Musk zu St. Clair, er sei optimistisch, weil „morgen lassen wir die Anomalie in der Matrix los“ und behauptete, er habe über 10.000 Laser im Weltraum. Spiro behauptete, die Dokumentation stelle Tatsachen falsch dar, indem sie andeute, Musk habe Starlink-Satelliten genutzt, um den Wahlausgang für Trump zu beeinflussen.
Erwiderung und Reaktion des Regisseurs
Musk kritisierte den Film auf seiner Plattform X, bezeichnete ihn als „falschen Film“ und „langweiligen … Verriss“ und warf Gibney vor, eine Liste voreingenommener Quellen zusammengestellt zu haben. Gibney bestätigte während einer Keynote in Toronto, dass sein Team umfangreiche Faktenchecks und rechtliche Prüfungen durchgeführt habe, aber auf mehrere formelle Interviewanfragen an Musk keine Antwort erhalten habe. Statt eines persönlichen Auftritts enthält der Film ein simuliertes Interview mit Musk in einer Lederjacke. Jigsaw Productions verteidigte die Arbeit unter Berufung auf den Schutz des Ersten Verfassungszusatzes für faktenbasierte Berichterstattung über öffentliche Personen. Gibney sprach während seiner Festivalauftritte über die öffentliche Reaktion und den Zweck der Dokumentation.
Ich hoffe, es ist der Beginn einer Diskussion für uns alle, nicht nur für Bürger der Vereinigten Staaten, sondern für Bürger der Welt, den Tech-Oligarchen, die die Welt für sich selbst regieren zu wollen scheinen, die Macht wieder zu entreißen.
Inhalt und Quelleninterviews
Die Dokumentation enthält Interviews vor der Kamera mit Personen, die Musks Karriere und Privatleben nahestehen. Zu den Teilnehmern gehören Musks Vater Errol Musk, der ehemalige Tesla-Chef Martin Eberhard und Ashley St. Clair. Gibney verglich den Verlauf von Musks Unternehmenskarriere mit früheren Themen, die er in Dokumentationen über Enron und Elizabeth Holmes behandelt hatte, und beschrieb das Erzählmuster als das eines Hochstaplers, dessen Reichtum auf überhöhten Aktienbewertungen beruht. Der Film untersucht auch Musks Aktivitäten im Ministerium für Regierungseffizienz (DOGE) und seine politischen Verbindungen in Washington.
Dies ist wirklich ein Film darüber, wie absolute Macht korrumpiert. Oder vielleicht darüber, wie Macht den Charakter eines Menschen offenbart. Es ist die Frage, ob Musk immer in diese Richtung gehen würde oder ob die Macht ihn korrumpiert hat.


