
Telefónica-Chef Marc Murtra fordert Europa und Katalonien zu Investitionen in Verteidigung und souveräne Technologien auf
In einer Rede vor dem Foment del Treball in Barcelona forderte Telefónica-Vorstandsvorsitzender Marc Murtra souveräne europäische Satellitenkonstellationen, künstliche Intelligenz und Verteidigungsindustrien, um die Abhängigkeit von ausländischen Mächten zu verringern.
Aufruf zur strategischen Autonomie
Telefónica-Vorstandsvorsitzender Marc Murtra wandte sich am 4. September 2026 an Wirtschaftsführer beim Arbeitgeberverband Foment del Treball in Barcelona und argumentierte, dass Europa, Spanien und Katalonien ohne Zögern eine unabhängige Verteidigungsindustrie aufbauen müssten. Murtra bezeichnete die europäische Abhängigkeit von ausländischer kritischer Technologie als gefährlich und erklärte, dass die Abhängigkeit von externen Mächten wie den Vereinigten Staaten und China demokratische Gesellschaften verwundbar mache. Er verwies auf einen hybriden Angriff im August 2026 mit sprengstoffbeladenen Drohnen, die außerhalb des Flughafens Leipzig in Deutschland entdeckt wurden, als direkten Beleg für die europäische Verwundbarkeit. Murtra erklärte, dass demokratische Nationen ausländischer Aggression ausgesetzt seien und die Sicherheitsfähigkeit über Wohlfahrt und Wohlstand stellen müssten.
Es ist außerordentlich gefährlich für Europa, und hier schließe ich Katalonien und Spanien ein, von kritischen Technologien abhängig zu sein, die nicht europäisch sind, weil wir sehen, dass dies eine außerordentliche Fragilität erzeugt.
Souveräne Weltraum- und Computerinfrastruktur
Murtra erklärte, dass die autonome Infrastruktur auf kritische Software, Datenarchitekturen und Weltraumkommunikation ausgedehnt werden müsse. Er forderte die Europäische Union auf, eine souveräne Satellitenkonstellation aufzubauen, anstatt sich auf kommerzielle Anbieter zu verlassen, und wies darauf hin, dass Starlink-Eigentümer Elon Musk während des Krieges in der Ukraine einseitig die Macht hatte, Satellitenzugang zu gewähren oder zu beschränken. Über die Weltraumkommunikation hinaus forderte Murtra die europäische Entwicklung von Algorithmen-Überwachung für soziale Medien, proprietäre KI-Software, Quantencomputing und Suchmaschinen. Murtra stellte fest, dass die europäische Technologieentwicklung langsam, komplex und teuer sein werde, begrüßte jedoch die jüngsten regulatorischen Anpassungen der Europäischen Union, die es Unternehmen ermöglichen, grenzüberschreitende Partnerschaften einzugehen und Größe aufzubauen.
- Ingenieure führen Spaniens ersten Telefontest in Barcelona durch.
- Marc Murtra beendet seine Amtszeit als Vorsitzender des Rüstungskonzerns Indra.
- Sprengstoffbeladene Drohnen werden nahe des Flughafens Leipzig in Deutschland gefunden.
- Marc Murtra spricht beim Foment del Treball in Barcelona.
Industrielle Mobilisierung in Katalonien
In seiner Ansprache an die Teilnehmer im Hauptsitz des Arbeitgeberverbands erklärte Foment-del-Treball-Präsident Josep Sánchez Llibre, dass die Region den Sektor zuvor vernachlässigt habe. Sánchez Llibre, der eine Organisation leitet, die 2026 ihr 250-jähriges Bestehen feiert, forderte, dass Investitionen in Dual-Use-Technologien in Katalonien bleiben, und forderte lokale Unternehmen auf, sich um Verteidigungsaufträge zu bewerben. Zum Publikum gehörten Banc-Sabadell-Präsident Josep Oliu, Grifols-Vizevorsitzender Raimon Grífols Roura, Glovo-Mitbegründer Sacha Michaud und La-Vanguardia-Verleger Javier Godó sowie die ehemaligen Regionalminister Felip Puig, Carles Mundó und die ehemalige Parteisprecherin Elsa Artadi.
Katalonien, das der Verteidigungsindustrie den Rücken gekehrt hat, kann Chancen haben.
Telefónica-Geschäft und Branchenintegration
Murtra, der bis 2025 den spanischen Rüstungskonzern Indra leitete, bevor er die Führung von Telefónica übernahm, erläuterte, dass Telekommunikationsbetreiber Verteidigungssysteme unterstützen können, indem sie Kommunikation und militärische Drohnensteuerung verwalten. Er wies darauf hin, dass Satellitenverbindungen in abgelegenen Gebieten wie den Monegros oder dem ländlichen Brasilien eine Ergänzung zu terrestrischen Türmen darstellen, nicht in dicht besiedelten Stadtzentren. Murtra verknüpfte die technologische Entwicklung mit frühen Telekommunikationstests und erinnerte daran, dass Spaniens erster Telefonversuch im Dezember 1877 an der Ingenieurschule in Barcelona stattfand. Telefónica beschäftigt derzeit 1.043 Mitarbeiter in Katalonien, unterhält 6,5 Millionen Zugangspunkte und hat im vergangenen Jahr über seine Movistar-Plus-Sparte vier Film- und Serienprojekte in der Region produziert.


