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Konflikte·vor 3 Std.

Ukrainische Drohnen treffen Moskauer Ölraffinerie zum zweiten Mal innerhalb von drei Tagen – Feuer und Flugausfälle

Ukrainische Drohnen trafen die Gazprom-Neft-Ölraffinerie im Südosten Moskaus, lösten mehrere Brände aus und legten alle großen Flughäfen lahm. Es war der zweite Angriff innerhalb von drei Tagen und der größte Drohnenangriff auf die Hauptstadt seit Kriegsbeginn.

Angriff auf die Raffinerie

Ukrainische Drohnen trafen die Gazprom-Neft-Ölraffinerie im Moskauer Bezirk Kapotnja in den frühen Morgenstunden des 18. Juni und entzündeten nach Angaben des unabhängigen Mediums Astra mindestens fünf separate Brände. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin räumte auf Telegram ein, dass „mehrere Drohnen die Moskauer Ölraffinerie erreichen konnten“. In sozialen Netzwerken geteilte Videos zeigten eine gewaltige Explosion, dichten schwarzen Rauch und Flammen, die Treibstofftanks verschlangen.

Mehrere Drohnen konnten die Moskauer Ölraffinerie erreichen.

Sergej Sobjanin

Ausmaß des Angriffs

Die russische Luftabwehr habe rund 180 Drohnen über der Hauptstadt abgefangen, so Sobjanin, während das Verteidigungsministerium mitteilte, dass in der Nacht insgesamt 555 Drohnen über mehreren Regionen zerstört worden seien. Der kremlkritische Sender Doschd bezeichnete es als den größten Drohnenangriff auf Moskau seit Kriegsbeginn und übertraf damit den bisherigen Rekord von 74 abgefangenen Drohnen am 11. März 2025.

Die Luftverteidigungskräfte wehren weiterhin einen groß angelegten Angriff ab.

Sergej Sobjanin
Abgefangene Drohnen über Moskau
2025-03-11
74
2026-06-18
180

Auswirkungen auf Infrastruktur und Wohngebiete

Der Angriff führte zu einer vorübergehenden Einstellung des Flugverkehrs an allen großen Moskauer Flughäfen – Wnukowo, Scheremetjewo und Schukowski – und der Verkehr auf der Moskauer Ringstraße nahe der Raffinerie wurde gestoppt. Der Gouverneur des Moskauer Gebiets, Andrej Worobjow, berichtete von Schäden an Wohngebäuden: Ein mehrstöckiges Apartmenthaus im Bezirk Schukowski wurde getroffen und evakuiert, ein Haus in Elektrostal wurde beschädigt, wobei eine Frau eine leichte Schulterverletzung erlitt, und Trümmer einer abgeschossenen Drohne beschädigten ein Fitnessstudio, ein Einkaufszentrum und eine Industriezone in Ljuberzy. Auch in Tschechow und Pawlowski Possad wurden Brände in Häusern gemeldet. Todesfälle wurden keine bestätigt.

Ein mehrstöckiges Apartmenthaus wurde beschädigt und seine Bewohner wurden evakuiert.

Andrej Worobjow

Vorheriger Angriff und strategischer Kontext

Die Raffinerie war bereits am 16. Juni, nur zwei Tage zuvor, von ukrainischen Drohnen getroffen worden. Bei diesem Angriff wurde nach Reuters-Quellen eine Verarbeitungseinheit beschädigt, die für etwa 53 Prozent der Kapazität des Werks verantwortlich ist. Gazprom Neft bestritt, dass die Einheit außer Betrieb gesetzt worden sei, aber Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete den Angriff als „gerechte Antwort“ auf russische Luftangriffe und stellte fest, dass ukrainische Streitkräfte Ziele 500 Kilometer von der Frontlinie entfernt getroffen hätten. Die Moskauer Raffinerie, eine der größten in Russland mit einer Kapazität von 11 Millionen Tonnen pro Jahr, versorgt einen bedeutenden Teil des Treibstoffbedarfs der Hauptstadt – laut Il Messaggero bis zu 40 Prozent des Moskauer Treibstoffmarktes und rund 70 Prozent ihres Benzins.

Es war eine gerechte Antwort auf russische Luftangriffe, die die Raffinerie aus einer Entfernung von etwa 500 Kilometern traf.

Wolodymyr Selenskyj

Weitere Angriffe und Reaktionen

Berichte von der besetzten Halbinsel Krim deuteten darauf hin, dass ukrainische Drohnen auch eine Eisenbahnbrücke getroffen hätten, was einen Brand und etwa 20 Explosionen verursachte, so die Beobachtungsgruppe Krymskiy Veter. Die wiederholten Angriffe auf die Energieinfrastruktur tief im Inneren Russlands sind Teil einer ukrainischen Kampagne, um die Treibstoffversorgung des russischen Militärs zu unterbrechen und die Kriegsfinanzierung Moskaus zu untergraben. Während der Krieg in sein viertes Jahr geht, werden solche Langstreckendrohnenangriffe immer häufiger und stellen die russische Luftabwehr selbst um ihre Hauptstadt herum auf die Probe.

Moskau

8 Quellen

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