
Bombenanschlag auf Moskauer Restaurant: Drei Tote, Angriff galt Chef der russischen Luft- und Weltraumstreitkräfte
Am 1. August detonierte eine ferngesteuerte Bombe während einer privaten Geburtstagsfeier für General Aleksandr Czajko im Moskauer Restaurant Balzi Rossi. Drei Menschen starben, 21 wurden verletzt. Der General, Kommandeur der russischen Luft- und Weltraumstreitkräfte und von der Ukraine wegen Kriegsverbrechen gesucht, überlebte den Anschlag.
Der Anschlag
Am Abend des 1. August gegen 20:00 Uhr Ortszeit detonierte eine selbstgebaute Bombe am Eingang des Restaurants Balzi Rossi am Kudrinskaja-Platz im Moskauer Stadtzentrum. Das Restaurant war Gastgeber einer privaten Feier mit rund 50 Gästen. Eine junge Frau näherte sich mit einer Schachtel, die sie als Geschenk bezeichnete, doch ein Sicherheitsbeamter hinderte sie am Betreten. Der mit Metallkugeln gefüllte Sprengsatz wurde ferngezündet und tötete die Frau, den Sicherheitsbeamten und einen Gast sofort. Zunächst gaben die Behörden eine Gasexplosion an, doch der Nationale Anti-Terrorismus-Ausschuss (NAK) bestätigte später, dass es sich um einen selbstgebauten Sprengsatz handelte.
Das Ziel
Die Feier war der 55. Geburtstag von General Aleksandr Czajko, Kommandeur der russischen Luft- und Weltraumstreitkräfte (WKS). Czajko war im Mai 2026 auf diesen Posten berufen worden, nachdem er zuvor den Militärbezirk Ost geführt hatte, dessen Truppen in Kriegsverbrechen in Butscha, Ukraine, verwickelt waren. Die ukrainische Justiz verfolgt ihn wegen Verbrechen gegen Zivilisten. Ein vom ukrainischen Blogger Anatoli Scharij veröffentlichtes Video zeigt eine Frauenstimme, die sagt: „Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, Alexander wird heute 55.“ Czajko überlebte die Explosion. Zu den Gästen gehörten laut dem Telegram-Kanal „Tscheka-OGPU“ hochrangige FSB-Offiziere, Generäle des Verteidigungsministeriums, Abgeordnete und Regierungsbeamte.
Opfer
Drei Menschen starben am Tatort: die weibliche Kurierin, der Sicherheitsbeamte und ein Restaurantgast. Die staatliche Agentur TASS berichtete von 21 Verletzten. Unabhängige Quellen und Telegram-Kanäle aus dem Sicherheitsumfeld gaben später an, dass zwei weitere Opfer im Krankenhaus starben, was die Zahl der Todesopfer auf fünf erhöht. Mindestens sechs der Verletzten befanden sich weiterhin in einem kritischen Zustand. Die Metallkugeln verursachten bei vielen Anwesenden schwere Verletzungen.
Ermittlungen und Reaktion
Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin bezeichnete die Explosion als „brutalen Terrorakt“ und sprach sein Beileid aus.
Gestern ereignete sich in Moskau ein brutaler Terrorakt, der Menschenleben forderte. Ich spreche den Familien der Verstorbenen mein tiefstes Beileid aus und wünsche den Verletzten eine schnelle Genesung.
Das Ermittlungskomitee leitete ein Terrorismusverfahren ein und prüft die Theorie, dass die Bombe in einer Geschenkschachtel versteckt und ferngezündet wurde, wobei die Frau nichts von deren Inhalt wusste. Keine Gruppe hat sich zu dem Anschlag bekannt, und die Behörden haben keinen Verdächtigen genannt.
Kontext gezielter Tötungen
Der Anschlag reiht sich ein in eine Serie von Attentaten auf russische Militärangehörige, die Moskau Kiew zuschreibt. Im August 2022 wurde Darja Dugina, Tochter des nationalistischen Ideologen Alexander Dugin, durch eine Autobombe getötet, die vermutlich ihrem Vater galt. Im Dezember 2024 starb General Igor Kirillow, Chef der russischen Truppen zum Schutz vor chemischen Waffen, als eine an einem Roller befestigte Bombe vor seiner Moskauer Wohnung explodierte. Im Jahr 2026 kündigte der FSB an, den Schutz hochrangiger Offiziere zu verstärken.
- Darja Dugina durch Autobombe in Moskau getötet
- General Igor Kirillow durch Rollerbombe vor seiner Wohnung getötet
- Bombenanschlag auf Restaurant Balzi Rossi zielt auf General Aleksandr Czajko


