Sicherheit · Viareggio und Orvieto
Moretti tritt fünfjährige Haftstrafe wegen Viareggio-Katastrophe an – Kassationsgericht beendet 17-jährigen Prozess
Mauro Moretti, früherer Vorstandsvorsitzender der italienischen Staatsbahn, stellte sich am späten Donnerstagabend im Gefängnis von Orvieto, nachdem Italiens oberstes Gericht seine fünfjährige Haftstrafe für die Explosion eines Güterzugs in Viareggio im Jahr 2009 bestätigt hatte, bei der 32 Menschen starben und über hundert verletzt wurden.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Il Fatto Quotidiano, Adnkronos, ANSA.it und weiteren Medien. Geändert . So entsteht er
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Kurz gefasst
Mauro Moretti stellte sich am 25. Juni 2026 im Gefängnis von Orvieto, wenige Stunden nachdem der Kassationsgerichtshof seine fünfjährige Verurteilung für das Eisenbahnunglück von Viareggio bestätigt hatte. Während seiner ersten Stunden in Haft wurde er als gelassen und kooperativ beschrieben.
Ein mit Flüssiggas beladener Güterzug entgleiste am 29. Juni 2009 und löste eine gewaltige Explosion und einen Brand aus, der 32 Menschenleben forderte und über hundert Verletzte verursachte. Ursache war eine unentdeckte korrodierte Achse.
Der Prozess erstreckte sich über mehr als ein Jahrzehnt mit Anhörungen, Berufungen und zwei Kassationsverfahren; das endgültige Urteil erging fast 13 Jahre nach der ersten Gerichtsverhandlung in Lucca.
Der ehemalige Vorstandsvorsitzende beteuert seine Unschuld und warnt, dass das Urteil einen ‚äußerst gefährlichen Präzedenzfall‘ für Unternehmensführer schaffe. Er hat sich nicht bei den Opfern entschuldigt und bezeichnete die Tragödie als ‚sehr unangenehme Episode‘.
Hunderte Eisenbahner posteten ein Foto von Moretti und Elia auf WhatsApp als Unterstützung und erklärten das Urteil für ungerecht. Die Rechtsvertreter der Opfer betonen, dass CEOs von Holdinggesellschaften die Sicherheit nicht ignorieren dürfen, wenn sie Tochtergesellschaften leiten.
- Januar 2024Kassationsgericht bestätigt strafrechtliche Verantwortlichkeit Morettis (erstes Berufungsurteil).
- 25.06.Kassationsgericht macht Verurteilung rechtskräftig; Moretti zu 5 Jahren verurteilt.
- 25.06.Moretti stellt sich im Gefängnis von Orvieto.
Übergabe in Orvieto
Mauro Moretti traf kurz vor Mitternacht am 25. Juni im Gefängnis von Orvieto ein, wenige Stunden nachdem der Kassationsgerichtshof seine Verurteilung rechtskräftig gemacht hatte. Er durchlief die Identifikationsprozeduren und verbrachte die Nacht in einer Gemeinschaftszelle, bevor er in einen anderen Flügel verlegt wurde. Das Gefängnispersonal beschrieb den 72-jährigen Ex-Manager als gelassen und kooperativ; er habe die Organisation der Einrichtung gelobt. Moretti habe Orvieto wegen dessen Rufs gewählt, nachdem er dort als CNEL-Berater bei der Entwicklung von Resozialisierungsprojekten mitgewirkt hatte. Gegenüber dem Corriere della Sera sagte er zuvor: „Wie geht es mir? Ich bin in vollkommen körperlicher und geistiger Verfassung in diesem Moment angekommen, und jetzt bin ich bereit.“
„Ich gehe hinein, und ich hoffe, es wird nicht zu lange dauern.“
Siebzehn Jahre Prozesse
Das Urteil schließt ein justizielles Drama ab, das mit dem erstinstanzlichen Prozess in Lucca im November 2013 begann. Die Katastrophe ereignete sich am 29. Juni 2009, als ein mit Flüssiggas beladener Güterzug kurz vor dem Bahnhof Viareggio entgleiste, Gas freisetzte, das sich entzündete und ein Wohnviertel in Flammen setzte. Vier der 14 Kesselwagen kippten um, einer riss auf, was eine Explosion auslöste, die 32 Menschen tötete, darunter drei Kinder, und über hundert verletzte. Nach einer Untersuchung, die eine korrodierte Achse als Ursache identifizierte, folgte eine Kaskade von Anhörungen, Berufungen und Gegenberufungen. Der Kassationsgerichtshof bestätigte die strafrechtliche Verantwortlichkeit erstmals im Januar 2024; das endgültige Urteil am 25. Juni 2026 schloss den Fall ab.
Was der Kassationsgerichtshof entschied
Das Oberste Gericht bestätigte die fünfjährige Haftstrafe für Moretti, der wegen fahrlässiger Katastrophe verurteilt wurde, sowie Haftstrafen zwischen zwei und sechs Jahren für elf weitere Angeklagte, darunter deutsche Wartungsmanager. Die Anklage wegen Totschlags war aufgrund der Verjährung verfallen, nachdem die Gerichte sich geweigert hatten, den erschwerenden Umstand von Verstößen gegen die Arbeitssicherheit anzuerkennen. Der Anwalt der Opfer, Gabriele Dalle Luche, argumentierte, dass Morettis Haftung aus seiner Doppelrolle als Vorstandsvorsitzender der Ferrovie dello Stato-Holding und des Netzbetreibers RFI resultierte. „Er übte Leitungs- und Koordinierungsbefugnisse aus, griff direkt in das Management der Tochtergesellschaften ein und entschied sich, die Sicherheit bei der Beförderung gefährlicher Güter zu vernachlässigen“, sagte Dalle Luche.
Morettis ‚gefährlicher Präzedenzfall‘
Moretti hat seine Unschuld beteuert und darauf bestanden, stets korrekt gehandelt zu haben. „Dieses Urteil schafft einen äußerst gefährlichen Präzedenzfall für die Verantwortung von Führungskräften“, sagte er dem Corriere della Sera. Er stellte fest, dass die Vier-Jahres-Grenze für tatsächliche Haft „zufällig auf mich angewendet wurde“. Nach dem Urteil bekräftigten ihm nahestehende Personen seine Überzeugung, als unschuldiger Mann im Gefängnis zu sitzen. Er hat sich nicht bei den Familien der Opfer entschuldigt; während einer parlamentarischen Anhörung bezeichnete er die Tragödie einmal als „sehr unangenehme Episode“.
„Ich habe einen geraden Rücken und trage den Kopf hoch.“
Solidarität und Spaltung unter Eisenbahnern
Die Bestätigung des Urteils hat die Meinungen gespalten. Viele aktuelle und ehemalige Eisenbahner posteten ein Foto von Moretti und dem ehemaligen RFI-Chef Michele Mario Elia auf ihren WhatsApp-Status als Zeichen der Solidarität. Ein ehemaliger FS-Manager sagte gegenüber Adnkronos, dass „es ein Bewusstsein dafür gibt, dass dies ein ungerechtes Urteil ist“, da es „anormal“ sei, einen Vorfall dieses Ausmaßes einem CEO zuzuschreiben, und dass die Sicherheitsstandards während Morettis Amtszeit gestiegen seien. Gleichzeitig bestehen die Familien der Opfer und ihre Rechtsvertreter darauf, dass das Top-Management nicht der Verantwortung entgehen könne, wenn es Budgets über die Wartung stelle.
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Quellen und Kontext
- Il Fatto QuotidianoStrage di Viareggio, Moretti condannato: cosa dicono le sentenze | Il Fatto Quotidiano.it
- Il Fatto QuotidianoViareggio, Moretti in carcere: l'avvocato delle vittime spiega le responsabilità
- AdnkronosStrage di Viareggio, la solidarietà dei ferrovieri per Elia e Moretti: postano una loro foto sullo stato di whatsapp
- ANSA.itPrime ore in carcere per Moretti, sereno e collaborativo - Notizie
- Mauro Moretti
- Ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Ferrovie dello Stato und der Rete Ferroviaria Italiana, verurteilt für das Zugunglück von Viareggio.
- Michele Mario Elia
- Ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Rete Ferroviaria Italiana, ebenfalls im Fall Viareggio verurteilt.
- Gabriele Dalle Luche
- Anwalt, der die Familien der Opfer im Viareggio-Prozess vertritt.
- Orte
- Viareggio
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