
Morante kehrt ein Jahr nach seinem Abschied nach Las Ventas zurück, ohne Ohren abzuschneiden
Morante de la Puebla ist am 12. Oktober 2026 nach Las Ventas in Madrid zurückgekehrt, ein Jahr nach dem Abschied, den er in derselben Arena inszeniert hatte. Von seinen beiden Stieren schnitt er keine Ohren ab, während sich das Publikum bei einer Ceuta gewidmeten Corrida zwischen Applaus und Pfiffen spaltete.
Eine Rückkehr ein Jahr nach dem Abschied
Morante de la Puebla ist am Montag, dem 12. Oktober 2026, in die Arena von Las Ventas in Madrid zurückgekehrt – genau ein Jahr nach jenem Nachmittag, an dem er dort bei einer Abschiedszeremonie seinen Zopf (coleta) abschnitt. Wenige Monate später erwies sich dieser Abschied als Fehlalarm, und seit April tritt er wieder auf. Vor der Corrida waren Gerüchte über einen weiteren Rückzug kursiert, doch am Montag schnitt er seinen Zopf nicht ab. Die Corrida de la Hispanidad war ausverkauft, mit mehr als 20.000 Menschen auf den Rängen und einem großen Anteil junger und weiblicher Zuschauer. Die Abfolge der wichtigsten Momente des Nachmittags ist unten dargestellt.
- Morante schneidet seinen Zopf (coleta) bei einer Abschiedszeremonie in Las Ventas ab
- Morante kehrt für die Ceuta gewidmete Corrida de la Hispanidad nach Las Ventas zurück
- Morante wird am Freitag, dem 16. Oktober, und Samstag, dem 17. Oktober, bei der Feria del Pilar in Zaragoza erwartet
Ceuta-Hommage und politische Spannung
Die Corrida war Ceuta gewidmet. Die Streifen an den Barrieren waren schwarz-weiß gestrichen, nach der Parade und vor der spanischen Hymne wurde die Hymne Ceutas gespielt, und rund um die Plaza hingen Flaggen der Stadt. Die Plaza war zum Nationalfeiertag, dem Día de la Hispanidad, mit spanischen Flaggen geschmückt. Einige Zuschauer beschimpften Ministerpräsident Pedro Sánchez, und Ginés Marín hatte weiße Taschentücher an das Publikum verteilt. Alberto Núñez Feijóo flankierte Isabel Díaz Ayuso, die Präsidentin der Autonomen Gemeinschaft Madrid, auf den Rängen, und die Stimmung war im Vorfeld einer Wahl politisch aufgeladen.
Morantes zwei Stiere
Morantes erster Stier, ein Garcigrande, zeigte wenig Bewegung und bot keine echte Option, sodass er ihn nach wenigen Passes erledigte. Nach seinem Einzug kamen aus Teilen des Publikums Pfiffe und Proteste, wobei eine Gruppe im siebten Tendido am feindseligsten war. Sein zweiter Stier, Rosito von Núñez del Cuvillo, ermöglichte ihm drei Serien von Naturales mit der linken Hand. Danach scheiterte er mit dem Degen und beendete den Kampf mit einer halben Estocada. Morante erhielt eine Ovation und schnitt keine Ohren ab. Am selben Morgen hatte er im Hotel Wellington mit Rallyefahrer Carlos Sainz (Vater) die Outfits getauscht – ein Dakar-Overall gegen ein Anzug des Lichts – und er widmete Sainz einen Stier, der in der Callejón stand.
Palacio und Gutiérrez auf dem Programm
Aarón Palacio, ein aragonesischer Matador, bestätigte an diesem Nachmittag seine Alternativa. Sein erster Stier, der imposante Veraniego von Garcigrande, bot ihm eine gute Gelegenheit, doch sein Degen weigerte sich dreimal einzudringen, und er erhielt nur eine Ovation. Morante umarmte ihn nach der Faena. Sein sechster Stier war stumpf, und er konnte nur seinen Willen zeigen, ihn zu bekämpfen. Héctor Gutiérrez, ein 28-Jähriger aus Aguascalientes, Mexiko, gewann in diesem Jahr die Copa Chenel und stand deshalb auf dem Programm. Er widmete seinen ersten Stier Isabel Díaz Ayuso, die früh ging, um ein Shakira-Konzert in der Hauptstadt zu erreichen.
Wie es weitergeht
Die gespaltene Reaktion auf den Rängen stand der Wärme des Publikums bei der Hommage an Ceuta gegenüber, und der Nachmittag war mehr von den Stieren als von Morantes Degenarbeit geprägt. Morante wird am Freitag, dem 16. Oktober, und Samstag, dem 17. Oktober, bei der Feria del Pilar in Zaragoza erwartet, wo er seine Saison abschließen soll. Diese Termine werden zeigen, ob auf seine Rückkehr in die Madrider Arena in diesem Herbst weitere öffentliche Auftritte folgen.

