Kurz gefasst
„Iris“ wurde am Donnerstag, 22. Oktober, laut Sotheby's für 50 Millionen Euro inklusive Aufgeld verkauft – bei einer Schätzung von 22 bis 30 Millionen Euro.
Die Versteigerung von 23 Werken aus der Sammlung Schlumberger erbrachte 74,4 Millionen Euro (83,7 Millionen Dollar), den höchsten Gesamterlös, den Sotheby's bei einer Kunstauktion in Frankreich je erzielt hat.
Drei als nationales Kulturgut eingestufte Cézanne-Gemälde wurden Stunden vor Beginn der Versteigerung zurückgezogen, im Hinblick auf eine Rückkehr nach Aix-en-Provence, wo die Stadt einen Ankauf für das Musée Granet prüft.
Ein Rekordverkauf in Paris
Sotheby's hat Claude Monets „Iris“ am Donnerstag, 22. Oktober, in Paris für 50 Millionen Euro inklusive Aufgeld verkauft. Nach Angaben des Auktionshauses ist es damit das teuerste Kunstwerk, das jemals in Frankreich versteigert wurde. Die monumentale Leinwand entstand zwischen 1924 und 1925, also in Monets späten Lebensjahren, und war vor der Auktion auf 22 bis 30 Millionen Euro geschätzt worden. Sie misst 1,60 Meter in der Höhe und 1,80 Meter in der Breite und wurde bei dieser Auktion erstmals öffentlich gezeigt. Das Gemälde hatte das Pariser Stadtpalais der Familie Schlumberger nie verlassen. Thomas Bompard, Co-Leiter der Abteilung für moderne und zeitgenössische Kunst bei Sotheby's Frankreich, sagte, die Sammlerin Jeanne Schlumberger (1889–1983) habe es von der Familie des Malers erworben.
Das Bietergefecht und die Sammlung Schlumberger
Sechs Bieter beteiligten sich an einem Gefecht, das 45 Minuten dauerte; die entscheidende Phase fiel in die letzten 20 Minuten. Zwei Sammler boten per Telefon über Jen Hua, stellvertretender Vorsitzender von Sotheby's Asien, und Josephine Viat, Associate Specialist der Abteilung für Impressionismus und moderne Kunst. Hua erhielt den Zuschlag im Namen eines privaten asiatischen Sammlers. „Iris“ war das Hauptlos der Versteigerung der Sammlung Schlumberger, 23 Werken, die lange vom Markt ferngeblieben waren. Die gesamte Auktion erbrachte 74,4 Millionen Euro, umgerechnet 83,7 Millionen Dollar – der höchste Gesamterlös, den Sotheby's bei einer Kunstauktion in Frankreich je erzielt hat. Der Monet-Preis übertrifft zudem den bisherigen französischen Auktionsrekord, den 2010 Amedeo Modiglianis Kalksteinskulptur „Tête de Caryatide“ mit 43,2 Millionen Euro aufgestellt hatte.
- Iris (Sotheby's, 2026)
- 50 Mio. Euro
- Tête de Caryatide (2010)
- 43.2 Mio. Euro
Daten aus dem Artikeltext
Cézanne-Werke und die Auktion bei Christie's
Drei als nationales Kulturgut eingestufte Cézanne-Gemälde wurden wenige Stunden vor Beginn der Versteigerung zurückgezogen. Sotheby's zufolge geschah dies im Hinblick auf eine Rückkehr der Werke nach Aix-en-Provence, dem Geburtsort des Malers. Das Haus erklärte, die derzeitigen Eigentümer und die Stadt prüften mit Unterstützung des Kulturministeriums einen Ankauf der Werke für das Musée Granet. Christie's veranstaltete am selben Tag eine separate Auktion, bei der 26 Werke zusammen 41,6 Millionen Euro inklusive Aufgeld erbrachten. Zwei Monets waren unter den Losen: „Bord des falaises à Pourville“ erzielte 12,7 Millionen Euro, „Trois pots de tulipes“ 3,1 Millionen Euro. Ein Renoir, „Jeunes filles au bord de la mer“, wurde für 5,8 Millionen Euro verkauft, Picassos „Nature morte au gruyère“ erreichte 3 Millionen Euro.
- Bord des falaises à Pourville
- 12.7 Mio. Euro
- Jeunes filles au bord de la mer
- 5.8 Mio. Euro
- Trois pots de tulipes
- 3.1 Mio. Euro
- Nature morte au gruyère
- 3 Mio. Euro
Daten aus dem Artikeltext
Was offen bleibt
Der Ankauf der Cézanne-Werke wird noch geprüft, und keine Quelle berichtet, dass er abgeschlossen ist. Sotheby's nannte das Musée Granet als vorgesehenen Standort für die Werke. Der Käufer von „Iris“ wird lediglich als privater asiatischer Sammler beschrieben; keine Quelle nennt seinen oder ihren Namen. Der Gesamterlös von 41,6 Millionen Euro bei Christie's und die 74,4 Millionen Euro bei Sotheby's stammen aus getrennten Auktionen desselben Tages.