
Disneys Live-Action-‚Moana‘ floppt mit 95 Mio. US-Dollar weltweitem Start – kommt zu schnell nach animierter Fortsetzung für Nostalgie
Disneys Live-Action-‚Moana‘ startete mit 43 Mio. US-Dollar in Nordamerika und 95 Mio. US-Dollar weltweit – 45 Mio. US-Dollar unter den eigenen Projektionen des Studios. Das weckt erneut Zweifel am Timing der Live-Action-Remake-Strategie.
Ein desaströser Start
Disneys Live-Action-„Moana“ startete mit 43 Millionen US-Dollar an 3.827 nordamerikanischen Standorten und 52 Millionen US-Dollar international, was einem weltweiten Gesamtergebnis von 95 Millionen US-Dollar entspricht. Das lag 45 Millionen US-Dollar unter den vom Studio prognostizierten 140 Millionen US-Dollar; die Inlandseinnahmen blieben rund 30 Prozent unter dem Ziel von 60 Millionen US-Dollar. Das Ergebnis zählt zu den schwächsten Starts für Disneys Live-Action-Remakes, neben „Schneewittchen“ (2025), das mit 42 Millionen US-Dollar im Inland und 87 Millionen US-Dollar weltweit startete. Bei einem Produktionsbudget von 250 Millionen US-Dollar und weltweiten Marketingausgaben von rund 145 Millionen US-Dollar droht dem Film selbst bei einem weltweiten Einspielergebnis von 250 Millionen US-Dollar ein Verlust von 100 bis 125 Millionen US-Dollar, so Quellen von Deadline.
Dieser Start kommt nicht an Disneys frühere Remakes heran.
Zu viel Moana, zu früh
Kinoanalysten machten eine Überfrachtung des Franchises verantwortlich. Der Original-„Moana“ kam 2016, aber die milliardenschwere Fortsetzung „Moana 2“ startete nur 22 Monate zuvor, im November 2024. Die Marke ist mittlerweile allgegenwärtig: Die beiden Animationsfilme sind die meistgestreamten auf Disney+, die Soundtracks haben 26 Milliarden Streams erzielt, 22 Millionen Spielzeuge wurden verkauft, und 35 Moana-Attraktionen schmücken Disney-Parks und Kreuzfahrtschiffe. Der Trailer verzeichnete 182 Millionen Aufrufe in 24 Stunden – der zweithöchste Wert jemals für einen Nicht-Marvel-, Nicht-Star-Wars-Live-Action-Titel von Disney –, was auf ein anfängliches Interesse hindeutet, das sich schlicht nicht in Ticketverkäufe umsetzen ließ. Im Gegensatz dazu zielten Disneys erfolgreiche Remakes von „Lilo & Stitch“, „Der König der Löwen“, „Aladdin“ und „Die Schöne und das Biest“ auf Stoffe aus den 1990er- und frühen 2000er-Jahren ab, wo die Nostalgielücke groß genug war, um Begeisterung zu erzeugen. Ein Remake von „Rapunzel – Neu verföhnt“ (2010) ist für 2028 geplant.
- Der animierte Original-„Moana“ kommt in die Kinos.
- „Moana 2“ startet und spielt weltweit über 1 Milliarde US-Dollar ein.
- Die Live-Action-„Moana“ debütiert mit 95 Millionen US-Dollar weltweit und verfehlt die Prognosen um 45 Millionen US-Dollar.
Selbstkannibalisierung in einem vollen Juli
Die Konkurrenz aus dem eigenen Disney-Programm verschärfte die Misere. Pixars „Toy Story 5“ spielte am vierten Wochenende 45 Millionen US-Dollar international ein und erhöhte sein weltweites Gesamtergebnis auf 879 Millionen US-Dollar, während Illumination/Universals „Minions & Monsters“ 39 Millionen US-Dollar aus 79 Ländern einnahm. In familienorientierten Märkten wie Mexiko und Brasilien wurde „Moana“ von „Toy Story 5“ geschlagen, obwohl Disney den Live-Action-Film als weiblich ausgerichtet positioniert hatte. International waren die Top-Märkte Australien (5,3 Millionen US-Dollar), Frankreich (5,2 Millionen US-Dollar) und Südkorea (3,8 Millionen US-Dollar), während China enttäuschende 1,2 Millionen US-Dollar beisteuerte.
- Inland tatsächlich (43 Mio. $)
- 43 $M
- Inland prognostiziert (60 Mio. $)
- 60 $M
- Weltweit tatsächlich (95 Mio. $)
- 95 $M
- Weltweit prognostiziert (140 Mio. $)
- 140 $M
Disneys Verteidigung und der schwierige Weg
Disney bezeichnete den Start öffentlich als „guten Auftakt vor einem ganzen Monat Sommerferien-Kino mit Familien“ und verwies auf ein A-Minus-CinemaScore und eine 90-prozentige positive Zuschauerbewertung auf Rotten Tomatoes – ein scharfer Kontrast zur negativen Kritik. Unter der Regie von Thomas Kail und mit Catherine Laga'aia als Moana an der Seite von Dwayne Johnson als Maui setzt der Film nun auf sommerliche Wochentagsbesucher und Mundpropaganda, um die Verluste zu begrenzen. Gross nannte die Wochenendperformance „schwach“ und eine Abweichung von der Erfolgsbilanz des Studios. Ob die Gunst des Publikums einen längeren Kinostart ermöglichen kann, bleibt die offene Frage eines Sommers, der für Disney ernüchternd begann.


