
Jannik Sinner bezwingt Alexander Zverev 6-7, 7-6, 6-3, 6-4 im Wimbledon-Finale und verteidigt den Titel
Zverev gewann den ersten Satz, konnte aber im gesamten Match Sinners Aufschlag nicht breaken; der Italiener gewann seinen fünften Grand-Slam-Titel und das zehnte Aufeinandertreffen in Folge gegen den Deutschen.
Das Finale
Alexander Zverev betrat den Centre Court fünf Wochen nach seinem ersten Grand-Slam-Titel in Paris, doch auf Rasen konnte er diesen Erfolg nicht wiederholen. Jannik Sinner, die Nummer 1 der Welt und Titelverteidiger, drehte einen Ein-Satz-Rückstand in einen 6-7(7), 7-6(2), 6-3, 6-4-Sieg nach 3 Stunden und 48 Minuten. Die beiden Männer tauschten Tiebreaks in den ersten Sätzen aus: Zverev rettete einen Satzball und gewann den ersten 9-7, seinen ersten Satzgewinn gegen Sinner seit Oktober 2025. Sinner antwortete mit einem dominanten zweiten Tiebreak 7-2 und übernahm dann die Kontrolle.
Die Wendepunkte
Der entscheidende Moment ereignete sich tief im dritten Satz bei 3-3. Zverev rutschte auf der Grundlinie aus, fasste sich ans Knie und blieb liegen. Sinner eilte herbei, um ihm aufzuhelfen, aber die Unterbrechung brach den Rhythmus des Deutschen. Sinner erzielte seinen ersten Break des Nachmittags, als Zverevs Vorhand an Biss verlor, und der Italiener beendete den Satz mit einem Ass zum 6-3. Im vierten Satz rettete Zverev zwei Breakbälle bei 3-3, konnte aber Sinners Returns nicht standhalten. Ein scharfer Inside-Out-Vorhand-Winner brachte Sinner den entscheidenden 5-3-Vorteil, und er servierte den Matchgewinn zu 15 aus.
- Zverev gewinnt Tiebreak 9-7, holt ersten Satz 7-6(7).
- Sinner gewinnt Tiebreak 7-2, gleicht zum 1:1 aus.
- Zverev rutscht bei 3-3 aus; Sinner breakt und gewinnt Satz 6-3.
- Sinner breakt bei 3-3, gewinnt Satz 6-4 und sichert sich den Titel.
Historischer Kontext
Zverev wollte der dritte Deutsche werden, der nach Boris Becker (1985, 1986, 1989) und Michael Stich (1991) die Trophäe gewinnt. Ein Sieg hätte ihn zudem zum ersten Spieler der Open-Ära gemacht, der seine ersten beiden Grand-Slam-Titel hintereinander gewinnt – ein Kunststück, das als Channel Slam bekannt ist. Stattdessen erlitt er seine vierte Niederlage in fünf Major-Finals und verlängerte die Durststrecke der deutschen Männer auf 35 Jahre. Der letzte deutsche Wimbledon-Einzeltitelträger war Angelique Kerber im Jahr 2018.
Sinners Dominanz
Sinner verteidigte den Titel und holte seinen fünften Grand-Slam-Crown, alle seit Anfang 2024. Er hat Zverev nun in allen 10 Begegnungen seit dem letzten Sieg des Deutschen vor fast drei Jahren besiegt und führt den direkten Vergleich 11-4. Der Italiener breakte Zverevs Aufschlag nur einmal im Match, stand aber selbst nie vor einem Breakball, was seine Aufschlagstärke unter Druck unterstreicht.
Prominente Zuschauer
In der Royal Box saßen Prinzessin Catherine, Prinz William und ihre Kinder George und Charlotte sowie der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz, der sich während des Spiels mit dem Prinzen unterhielt. Hollywood-Größen wie Nicole Kidman, Ben Stiller und Jennifer Lopez waren ebenfalls im Publikum.
Preisgeld und Rangliste
Sinner kassierte 4,22 Millionen Euro für seinen Sieg, Zverev erhielt 2,11 Millionen Euro. Das Ergebnis bringt Zverev dennoch auf Platz 2 der Weltrangliste, wenn die Rangliste am Montag aktualisiert wird.
- Alexander Zverev
- 2110000 EUR
- Jannik Sinner
- 4220000 EUR


