
Mitsotakis stellt sich hinter Abgeordnete im OPEKEPE-Fall und kritisiert europäische Staatsanwälte
Der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis schloss eine Sitzung der Nea Dimokratia-Fraktion, indem er Abgeordnete verteidigte, die in die OPEKEPE-Subventionsuntersuchung verwickelt sind, und die Arbeit der Europäischen Staatsanwaltschaft in Frage stellte, nachdem Verfahren gegen neun der 13 betroffenen Abgeordneten eingestellt worden waren.
Verfassungsrevision und Boykott der Opposition
Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis eröffnete seine Schlussbemerkungen an die Fraktion der Nea Dimokratia, indem er den Abgeordneten dankte, die am Verfassungsrevisionsausschuss teilgenommen hatten, und deren Arbeit als substanziell und gut vorbereitet beschrieb. Er sagte, die Bemühung sei untergraben worden, weil die Opposition im Gegensatz zu früheren Versuchen nicht teilgenommen habe. Mitsotakis rief zu einer starken Beteiligung an der bevorstehenden Plenardebatte auf und stellte sie als Chance dar, sowohl die Bedeutung der zu prüfenden Artikel als auch die von ihm als heuchlerisch bezeichnete Haltung der anderen Parteien, angeführt von der PASOK, hervorzuheben. Er warf der PASOK vor, gegen Geist und Buchstaben der Verfassung zu verstoßen, indem sie behaupte, die nötigen 180 Abgeordneten im nächsten Parlament zu sichern, anstatt im derzeitigen zu arbeiten.
Der OPEKEPE-Fall und die Parteisolidarität
Der Großteil der Sitzung, die über zwei Stunden dauerte und in der 26 Abgeordnete das Wort ergriffen, konzentrierte sich auf die Untersuchung der Agrarbeihilfen OPEKEPE. Mitsotakis dankte Kollegen, die mit Würde und Aufrichtigkeit gesprochen hatten, und räumte ein, dass die Emotion verständlich sei. Er wandte sich sowohl an diejenigen, deren Verfahren eingestellt wurden, als auch an diejenigen, die der Justiz noch Erklärungen schulden. Bei neun der 13 ursprünglich von der Europäischen Staatsanwaltschaft ins Visier genommenen Abgeordneten der Nea Dimokratia wurden die Verfahren eingestellt. Mitsotakis sagte, es werfe die berechtigte Frage auf, warum dies nicht von Anfang an möglich gewesen sei, wenn die Argumente und die Aktenlage äußerst schwach gewesen seien.
- Eingestellte Verfahren
- 9
- Noch aktive Verfahren
- 4
Den vier Abgeordneten, gegen die noch Verfahren laufen, sicherte Mitsotakis volle Unterstützung zu. Er sagte, er habe Makis Voridis und anderen Abgeordneten aufmerksam zugehört, und äußerte den Wunsch, dass der Fall bald abgeschlossen werde, damit die Partei die Prüfung hinter sich lassen könne. Er sagte den betroffenen Abgeordneten, dass ihnen das, was passiert sei, jedem passieren könne, und dass die Partei in dieser Sache eine Faust sei. Gleichzeitig betonte er, dass die Regierung nicht da sei, um Rechtswidrigkeiten zu vertuschen, aber die Situation sei grundlegend anders als ursprünglich dargestellt.
Kritik an der Europäischen Staatsanwaltschaft
Mitsotakis wandte sich der Rolle der Europäischen Staatsanwaltschaft zu und erklärte, es gebe kein Zurück von der Institution selbst, stellte aber Fragen dazu, wie sie diese spezifischen Fälle behandelt habe. Er sagte, Staatsanwälte würden an ihren Ergebnissen gemessen, und ihre Aufgabe sei es, solide Fälle vor Gericht zu bringen. In diesem Fall habe der Ausgang gezeigt, dass die Arbeit nicht so erledigt worden sei, wie sie hätte sein sollen. Die Äußerungen spiegeln die anhaltende Frustration innerhalb der Partei über die zweite OPEKEPE-Akte wider, die viele Abgeordnete während der Sitzung zur Sprache brachten.
Staatsanwälte werden an ihren Ergebnissen gemessen. Ihre Aufgabe ist es, fundierte Fälle vor Gericht zu bringen, und der Ausgang hat gezeigt, dass diese Arbeit nicht so erledigt wurde, wie sie hätte sein sollen.
Institutionelle Sicherungen und nächste Schritte
Über den unmittelbaren Fall hinaus sagte Mitsotakis, das Kernproblem betreffe die Grenzen der Rolle eines Abgeordneten und wie die öffentliche Verwaltung abgeschirmt werden könne, damit die Abgeordneten so handeln können, dass Transparenz und Rechenschaftspflicht gewährleistet seien. Er kündigte keine konkreten gesetzgeberischen Maßnahmen an, deutete aber an, dass die Diskussion mit der gleichen Regelmäßigkeit fortgesetzt werde. Der Ministerpräsident schloss mit einem erneuten Dank an die Abgeordneten und drückte seine Zufriedenheit mit der Debatte aus, was signalisierte, dass die Partei beabsichtigt, die OPEKEPE-Episode hinter sich zu lassen, während der Druck auf die europäische Anklagebehörde aufrechterhalten wird.
