Kurz gefasst
- 20.10.Milei landet in Madrid zu seinem siebten Spanien-Besuch
- 21.10.Konferenz im Real Casino Gran Círculo de Madrid
- 21.10.Berichtetes Treffen mit Isabel Díaz Ayuso, Ort noch nicht festgelegt
- 29.11.Parlamentswahl in Spanien
Milei landet in Madrid
Argentiniens Präsident Javier Milei ist am Dienstag, 20. Oktober, in Madrid gelandet – zu seinem siebten Spanien-Besuch seit seinem Amtsantritt im Dezember 2023. Wie bei früheren Besuchen sind keine Treffen mit dem König, Ministerpräsident Pedro Sánchez oder einem anderen Mitglied der Zentralregierung vorgesehen. Die Reise soll rechte Parteien vor der spanischen Parlamentswahl am 29. November unterstützen. Die Autonome Gemeinschaft Madrid hat ein Treffen mit ihrer Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso nicht bestätigt, obwohl die Begegnung aus Argentinien angekündigt worden war. Aus dem engsten Beraterkreis Ayusos hieß es, das Treffen stehe nicht auf ihrer Agenda.
Abascal hält Distanz
Vox-Chef Santiago Abascal wird voraussichtlich weder mit Milei posieren noch ein vertrauliches Gespräch führen – das erste Mal, dass er diese Begegnung bei den Spanien-Besuchen des Argentiniers auslässt. Milei war am 19. Mai 2024 Hauptredner bei der Vox-Kundgebung „Europa Viva“, mit der die Partei ihren Europawahlkampf eröffnete. Am Mittwoch, 21. Oktober, wird Abascal zu einem Medientermin am Vormittag in A Coruña und zu einer Kundgebung am Nachmittag in Avilés erwartet. Milei wird die mit Vox verbundene Stiftung Disenso in Madrid besuchen, wo Ignacio Garriga und Stiftungsdirektor Jorge Martín Frías ihn empfangen sollen. Auch das Kettensägen-Image ist für Vox inzwischen unangenehm geworden, nachdem der wirtschaftspolitische Sprecher José María Figaredo Spaniens Rentensystem als Zombie und kaputt bezeichnet hatte.
Opposition protestiert gegen den Besuch
Manuela Bergerot, Sprecherin von Más Madrid im Regionalparlament, lehnte den Besuch bei einer Kundgebung auf dem Platz Callao ab, zu der Argentina Soberana unter dem Motto „Milei no es bienvenido“ aufgerufen hatte. Sie bezeichnete Milei als Vorbild für Ayuso, Abascal und Feijóo und für jene, die die öffentlichen Renten abschaffen wollten.
„Mileis Kettensäge ist der feuchte Traum von Abascal und Feijóo.“
Sie lobte zudem Studierende der Universität Rey Juan Carlos, die einen Protest gegen die Veranstaltung angekündigt hatten, und begrüßte einen Streik in allen Bildungsstufen gegen die Madrider Regierung. Auf die Frage nach den Treffen zwischen Milei und der Rechten sagte sie, deren gemeinsames Interesse sei das, was sie eine reaktionäre Internationale nannte, und tat sie als sektiererisch ab.
Die Gewerkschafterin Afra Blanco hinterfragte, warum Ayuso und Abascal den Besuch mieden.
„Ich verstehe einfach nicht, warum Díaz Ayuso oder Abascal sich jetzt verstecken.“
Sie verknüpfte die Frage mit Mileis Arbeitsmarkt- und Rentenpolitik in Argentinien und legte nahe, dass die Rechte nicht mehr mit ihm fotografiert werden wolle.
Mileis Äußerungen zur Armut
Am Montag, 19. Oktober, spottete Milei über Menschen, die sagen, Familien hätten Mühe, bis zum Monatsende über die Runden zu kommen. Er fragte, wie Menschen, denen am 20. das Geld ausgehe, zehn Tage ohne Essen und Trinken überleben könnten. Oppositionspolitiker kritisierten seinen Ton als zynisch und empathielos und erinnerten ihn an die steigende Verschuldung der Haushalte in Argentinien. Vor dem Flug nach Madrid hatte er zudem auf einer Fachmesse für Energie und Öl in Neuquén gesprochen, wo er argumentierte, eine wohlklingende Formulierung mache eine Sache noch nicht vernünftig. Das argentinische Statistikinstitut Indec meldete, die Armut sei im ersten Halbjahr 2026 gegenüber 2025 um 4,1 Punkte auf 32,3 Prozent der Bevölkerung gestiegen.
Mittwochsprogramm und das Treffen mit Ayuso
Am Mittwoch, 21. Oktober, beginnt Mileis Programm um 9.45 Uhr mit einer Konferenz im Real Casino Gran Círculo de Madrid, moderiert von dem Ökonomen Daniel Lacalle. Anschließend fährt er zum Campus Vicálvaro der Universität Rey Juan Carlos, wo er Professor Jesús Huerta de Soto treffen und an der Vorstellung eines Masterstudiengangs für Ökonomie der Österreichischen Schule teilnehmen soll. Ein Bericht nennt ein Treffen mit Ayuso um 17.00 Uhr an einem noch nicht festgelegten Ort, andere Berichte besagen, die Autonome Gemeinschaft Madrid habe es nicht bestätigt. Studierendenorganisationen haben Proteste gegen seine Anwesenheit an der Universität angekündigt. Die folgende Zeitleiste zeigt die wichtigsten Termine vom Eintreffen bis zur Wahl am 29. November.