
Griechische Polizei fasst 17 Migranten nach Flucht von 35 aus Haftzentrum Sintiki nahe bulgarischer Grenze
Fünf Migranten wurden ins Krankenhaus eingeliefert und 17 wieder gefasst, nachdem am Samstagabend Unruhen im geschlossenen Lager Sintiki ausgebrochen waren, die den Einsatz von Blendgranaten und Schäden an Sicherheitsanlagen zur Folge hatten.
Unruhen in der Einrichtung Sintiki
Am Samstagabend brachen in einem geschlossenen Migrantenhafteinrichtung in der Gemeinde Sintiki in Nordgriechenland nahe der bulgarischen Grenze gewalttätige Unruhen aus. Eine Gruppe von Häftlingen riss einen Teil des inneren Zauns nieder und bewarf die postierten Polizeibeamten mit Steinen und verschiedenen Gegenständen. Die Auseinandersetzungen verursachten umfangreiche Sachschäden in der gesamten Einrichtung: Überwachungskameras wurden zerstört, Wohngebäude beschädigt und Gemeinschaftsbereiche verwüstet. Die griechischen Behörden schickten erhebliche Polizeiverstärkung, um die eskalierenden Unruhen einzudämmen. Die Beamten setzten Blendgranaten gegen die aufständischen Bewohner ein. Die Einsätze dauerten die ganze Nacht an und zogen sich bis in die frühen Morgenstunden des Sonntags hin. Mindestens fünf Migranten erlitten bei den Auseinandersetzungen Verletzungen und wurden zur ärztlichen Untersuchung und Behandlung in ein örtliches Krankenhaus gebracht.
Ausbruch und polizeiliche Fahndung
Während der Unruhen gelang es mehreren Häftlingen, die Sicherheitsperimeter zu durchbrechen, indem sie einen äußeren Drahtzaun durchtrennten, sodass insgesamt 35 Menschen in die Umgebung fliehen konnten. Polizeibeamte nahmen unmittelbar nach dem Durchbruch drei Personen vor Ort fest. Anschließende Suchaktionen im angrenzenden Gelände führten kurz darauf zur Festnahme von 14 weiteren Flüchtigen, sodass die Zahl der wieder gefassten Häftlinge auf 17 stieg.
- Häftlinge reißen innere Zäune nieder und bewerfen Polizei mit Steinen, Auseinandersetzungen beginnen.
- Polizei setzt Blendgranaten ein; Einsätze dauern bis Sonntagmorgen.
- Behörden bestätigen 17 wieder gefasste Häftlinge und setzen Suche nach 18 weiteren fort.
Die 17 Wiederergriffenen sollen vor einem Staatsanwalt erscheinen, um sich formellen Anklagen zu stellen. Die griechische Polizei setzte am Sonntag ihre aktiven Suchoperationen nach den verbleibenden 18 Migranten fort, die weiterhin flüchtig sind. Zusätzlich zu der laufenden Fahndung leiteten Sicherheitsbeamte eine interne Überprüfung ein, um festzustellen, ob während der Unruhen weitere Insassen unbemerkt den abgeschlossenen Komplex verlassen haben.
- Vor Ort festgenommen
- 3 Migranten
- In der Umgebung wieder gefasst
- 14 Migranten
- Von der Polizei gesucht
- 18 Migranten
Lagerbedingungen und frühere Unruhen
Das vorübergehende Aufnahmezentrum in Sintiki beherbergt zu jeder Zeit zwischen 450 und 500 Personen. Die meisten der in der geschlossenen Einrichtung Festgehaltenen warten auf Entscheidungen über ihre formellen Asylanträge oder stehen vor bevorstehenden Abschiebungsanordnungen nach abgelehnten Anträgen. Die rechtliche und administrative Bearbeitung dieser Bewohner ist ein langwieriges Verfahren, das oft lange dauert und die Häftlinge unter strenger Aufsicht festhält. In derselben Grenzeinrichtung hat es bereits zuvor Spannungen gegeben. Das Lager Sintiki erlebte im Herbst 2025 einen weiteren Aufstand, der von einem Fluchtversuch begleitet war. Auch bei dieser früheren Störung kam es zu Auseinandersetzungen mit Sicherheitspersonal wegen der Haftbedingungen und Verwaltungsverzögerungen für Personen, die auf Abschiebungsentscheidungen warteten.
Breitere Durchsetzung des Asylrechts
Der Vorfall im Norden Griechenlands fällt mit einer strengen Einwanderungspolitik zusammen, die vom konservativen Ministerpräsidenten des Landes verfolgt wird. Seine Regierung hat strenge Regeln eingeführt, um die Abschiebung von Antragstellern zu beschleunigen, deren Asyl abgelehnt wurde. Griechenland dient als wichtiger Einreisepunkt in die Europäische Union für Migranten auf den Routen des östlichen Mittelmeers. Im Rahmen eines umfassenderen Versuchs, die irreguläre Einwanderung zu kontrollieren, haben Griechenland und mehrere andere EU-Mitgliedstaaten Verhandlungen mit afrikanischen Ländern über die mögliche Einrichtung von Rückführungszentren für abgelehnte Asylbewerber außerhalb der EU-Grenzen geführt. Diese Vorschläge zur Auslagerung von Asylverfahren sind von internationalen Menschenrechtsorganisationen kritisiert worden, die die Externalisierung von Asylverfahren ablehnen.


