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Wirtschaft·28. Mai

Michelin will in Frankreich bis zu 1.500 Stellen streichen – Konzern verweist auf ‚chaotischen‘ globalen Kontext

Der französische Reifenriese Michelin kündigte einen Plan für freiwillige Abfindungen für bis zu 1.500 Stellen in Frankreich über drei Jahre an und begründete dies mit wirtschaftlicher Instabilität, hohen Kosten und heftigem internationalen Wettbewerb.

Die Ankündigung

Der französische Reifenhersteller Michelin informierte am Donnerstag, den 28. Mai 2026, die Arbeitnehmervertreter und Gewerkschaften über einen Plan zur Anpassung seiner Belegschaft in Frankreich. Das Programm basiert ausschließlich auf freiwilligen Abgängen und betrifft „bis zu 1.500 Stellen über drei Jahre“, so das Unternehmen.

Bis zu 1.500 Stellen könnten in Frankreich gestrichen werden, zwei Drittel in tertiären Funktionen und ein Drittel in der Industrie.

Das Unternehmen beschäftigt derzeit 17.000 Mitarbeiter in Frankreich, sodass der Plan knapp unter 10 % seiner inländischen Belegschaft betreffen würde.

Gründe

Michelin verwies auf ein „chaotisches“ globales Umfeld, um die Umstrukturierung zu rechtfertigen. In seiner Pressemitteilung erklärte der in Clermont-Ferrand ansässige Konzern, das Projekt ziele darauf ab, „eine heute zu hohe Kostenstruktur zu optimieren, die Entwicklung der Berufe zu unterstützen und die Betriebsabläufe zu vereinfachen.“

Der Hersteller hob auch den zunehmenden internationalen Wettbewerb, makroökonomische und geopolitische Spannungen sowie einen nationalen Kontext hervor, der „durch starke wirtschaftliche und regulatorische Zwänge gekennzeichnet“ sei.

Unterstützungsmaßnahmen

Das geplante Unterstützungspaket umfasst „interne oder externe Mobilitätswege, Umschulungen und Schulungen“. Das Unternehmen verpflichtet sich, jeden betroffenen Mitarbeiter individuell zu unterstützen. Der gesamte Prozess basiert auf Freiwilligkeit; betriebsbedingte Kündigungen sind nicht vorgesehen.

Jüngere Geschichte

Diese Ankündigung erfolgt etwa anderthalb Jahre nachdem Michelin Ende 2024 beschlossen hatte, zwei Fabriken in Vannes (Morbihan) und Cholet (Maine-et-Loire) zu schließen. Damals kritisierte CEO Florent Menegaux die „Hyperkonkurrenz“ chinesischer Reifen.

Wir stehen vor einer Hyperkonkurrenz durch chinesische Reifen.

Der neue freiwillige Abfindungsplan erweitert die Umstrukturierungsbemühungen des Konzerns, während er sich in einem anhaltend schwierigen Wettbewerbsumfeld bewegt.

Aufschlüsselung der Streichungen

Laut Olivier Faure-Vauris, Personalchef für Frankreich und Südeuropa, entfallen etwa zwei Drittel des Stellenabbaus auf tertiäre Funktionen – Verwaltung, Handel und Unterstützung – und das verbleibende Drittel auf industrielle Positionen. Der Zeitplan von drei Jahren deutet auf eine schrittweise Umsetzung hin und nicht auf eine abrupte Verringerung der Belegschaft.

Clermont-Ferrand · Vannes · Cholet

5 Quellen

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