
Homophobe Gesänge und Lärm am Hotel: Mexikanische Fans überschatten WM-Achtelfinale gegen Ecuador
Ecuador reichte eine formelle Beschwerde ein, nachdem mexikanische Anhänger über Nacht mit Lautsprechern und Motorradmotoren vor dem Teamhotel versammelt waren und später Torhüter Hernán Galíndez während des Achtelfinal-Spiels im Estadio Azteca mit einem homophoben Gesang angriffen.
Störung vor dem Spiel
In den frühen Morgenstunden vor Mexikos WM-Achtelfinale gegen Ecuador versammelten sich mehrere Dutzend mexikanische Fans vor dem Hotel der Gastmannschaft im Stadtteil Santa Fe von Mexiko-Stadt. Laut lokalen Medienberichten setzten die Anhänger Lautsprecher, Trommeln, Trompeten, Hörner und Motorradmotoren ein, um von Mitternacht bis in die frühen Morgenstunden Lärm zu erzeugen. Ziel war es, den ecuadorianischen Spielern den Schlaf zu rauben – eine Taktik, die in einer polarisierenden lateinamerikanischen Fußballtradition verwurzelt ist und zunehmend als psychologische Waffe gegen Gastmannschaften eingesetzt wird.
Die Polizei traf gegen Mitternacht ein, um die Menge zu zerstreuen, doch die Störung hatte bereits eine starke Reaktion ausgelöst. Stunden vor dem geplanten späten Anpfiff reichte der Ecuadorianische Fußballverband (FEF) eine formelle Beschwerde bei den WM-Organisatoren ein.
Dieses Verhalten ist weit entfernt von den Prinzipien des Fairplay, der Fairness und der Einheit, die eine Fußball-Weltmeisterschaft repräsentieren sollte.
Homophobe Gesänge im Stadion
Sobald das Spiel im Aztekenstadion begann, brach eine weitere Kontroverse aus. Mehrere Medienberichte, darunter von der Associated Press, deuteten darauf hin, dass mexikanische Anhänger bei jedem Abstoß des ecuadorianischen Torhüters Hernán Galíndez eine homophobe Beleidigung riefen. Die Gesänge waren trotz der extrem lauten Atmosphäre in der ikonischen Spielstätte zu hören.
- Fans stören Ecuadors Hotel mit Lautsprechern, Hörnern und Motorrädern; Polizei trifft ein
- Ecuadorianischer Fußballverband reicht formelle Beschwerde bei WM-Organisatoren ein
- Spiel beginnt nach Wetterverzögerung; homophobe Gesänge gegen ecuadorianischen Torhüter
Offizielle Reaktionen
Der FEF forderte die Behörden auf, den Vorfällen größere Aufmerksamkeit zu schenken und die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Sicherheit seiner Spieler, Trainer und Fans zu gewährleisten. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die unsportlichen Aktionen das Fußballfest nicht überschatten würden, und betonte, dass Ecuador stets auf dem Platz antworten werde. Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum sprach das Thema an und rief zu respektvollem Verhalten auf.
Wir müssen stets respektvoll gegenüber anderen sein.
Sie fügte hinzu, dass Siege der mexikanischen Nationalmannschaft enorme Freude bereiten und dass sie darauf vertraue, dass das mexikanische Volk verantwortungsvoll handele.
Ein wiederkehrendes Problem
Homophobe Gesänge sind ein anhaltendes Problem im mexikanischen Fußball. Etwa drei Wochen vor der Weltmeisterschaft ordnete die FIFA die Schließung von Fanblöcken bei einem Testspiel in Puebla aus demselben Grund an. Der Mexikanische Fußballverband hatte zudem eine Kampagne mit dem Titel „Die Welle ja, der Ruf nein“ gestartet, an der Mitglieder der historischen Meistermannschaft des Landes teilnahmen. Sie bezieht sich auf das Erbe von La Ola, der Stadionwelle, die während der WM 1986 in Mexiko ihren Ursprung hatte.
Ecuadors Reise in die Hauptstadt wurde zudem durch Reiseverzögerungen behindert. Trainer Sebastián Beccacece stellte fest, dass die Fahrt ohne Erklärung drei Stunden länger dauerte als geplant. Das Spiel selbst begann aufgrund widriger Wetterbedingungen etwa eine Stunde später.


