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Gesundheit & Bildung·vor 3 Std.

Mette-Marits Wartezeit auf Lungentransplantation löst Ansturm auf Organspenderregistrierungen in Norwegen aus

Fast 6.000 Norweger registrierten sich innerhalb weniger Tage als Organspender, nachdem der Palast bestätigt hatte, dass Kronprinzessin Mette-Marit eine Lungentransplantation benötigt – ein 30-facher Anstieg gegenüber den normalen täglichen Anmeldungen.

Eine Nation mobilisiert sich

Als der norwegische Palast am Freitag bestätigte, dass Kronprinzessin Mette-Marit (52) auf die Transplantationswarteliste gesetzt wurde, war die Reaktion sofort. Laut der Stiftung Organdonasjon registrierten sich noch am selben Tag 2.178 Menschen als Organspender – 31-mal so viele wie der durchschnittliche Tageswert im Mai. Weitere 312 hatten sich bereits am Donnerstag angemeldet, und in den folgenden Tagen stieg die Gesamtzahl auf fast 6.000. Die App der Stiftung verzeichnete allein am Freitag 3.568 Nutzer, von denen 665 zum ersten Mal einen Spenderausweis ausfüllten – ein 26-facher Anstieg gegenüber der üblichen Rate.

In den 14 Jahren, die ich für die Stiftung arbeite, habe ich noch nie ein solches Interesse an Organspenden erlebt.

Der Zustand der Prinzessin

Mette-Marit leidet an Lungenfibrose, einer unheilbaren Krankheit, bei der das Lungengewebe fortschreitend vernarbt und versteift, wodurch die Sauerstoffaufnahme reduziert wird. Ihr Arzt, der Lungenspezialist Are Holm, erklärte, dass ihre Lebenserwartung ohne Transplantation etwa ein Jahr beträgt – die Schwelle für die Aufnahme auf die Warteliste. Sie verwendet im Alltag ein tragbares Sauerstoffgerät und tritt nicht mehr ohne Atemunterstützung in der Öffentlichkeit auf.

Tägliche Organspenderregistrierungen in Norwegen · Registrierungen
Mai-Tagesdurchschnitt
70 Registrierungen
Donnerstag (Tag vor der Ankündigung)
312 Registrierungen
Freitag (Tag der Ankündigung)
2178 Registrierungen

Ein System, das auf mutmaßlicher Einwilligung beruht

Norwegen praktiziert ein Opt-out-System: Jeder Verstorbene gilt als Spender, es sei denn, er hat zu Lebzeiten ausdrücklich widersprochen. Angehörige werden stets konsultiert und können die Organentnahme ablehnen. Die Stiftung ermutigt Norweger, ihren Willen zu dokumentieren und ihre Familien zu informieren, um die Entscheidung in einer schwierigen Situation zu erleichtern. Rund 600 Patienten warten derzeit in Norwegen auf ein Organ; die Liste für Lungentransplantationen ist laut Holm relativ kurz.

Der Epstein-Schatten und eine Familie unter Druck

Die öffentliche Stimmung gegenüber der Kronprinzessin war angespannt. Im Januar kam heraus, dass sie eine enge Beziehung zu dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein hatte und darüber öffentlich gelogen hatte. Ihr Sohn Marius Høiby steht vor Gericht wegen etwa 40 Anklagepunkten, darunter vierfache Vergewaltigung und Drogendelikte; ein Urteil wird bald erwartet. Umfragen des Senders NRK zeigen, dass weniger als zwei Drittel der Norweger die Monarchie jetzt noch unterstützen. Kronprinz Haakon brach eine Reise nach Japan ab, und die Tochter des Paares, Prinzessin Ingrid Alexandra, unterbrach ihr Studium in Australien.

Der Angelina-Jolie-Effekt

Kommentatoren haben Parallelen zum „Angelina-Jolie-Effekt“ von 2013 gezogen, als die Offenlegung ihrer BRCA1-Genmutation und die präventive doppelte Mastektomie der Schauspielerin einen weltweiten Anstieg von Gentests und Krebsberatungen auslöste. In der Schweiz verdoppelten sich die Brustkrebsberatungen am Berner Inselspital innerhalb von zwei Jahren nach Jolies Gastbeitrag auf 250 pro Jahr. Der norwegische Spenderansturm folgt dem gleichen Muster: Eine prominente persönliche Gesundheitskrise verwandelt öffentliches Mitgefühl in messbare Maßnahmen des Gesundheitssystems.

Kulturelle Solidarität

Norwegens Literatur- und Kunstszene, die zunächst angesichts der Epstein-Verbindung schwieg, hat sich um die Kronprinzessin geschart. Der Schriftsteller Tore Renberg hatte sie bereits in Aftenposten verteidigt und argumentiert, es sei unanständig, jemanden zu treten, der bereits am Boden liege. Mette-Marit ist seit langem eine feste Größe bei Literaturfestivals und Lesungen und betrieb einst einen „Literaturzug“, der Autoren an Bord einlud. Der 89-jährige König Harald, wenn auch gebrechlich, bleibt die stabilisierende Figur der Monarchie und hält einen vollen Terminkalender mit Beerdigungen, WM-Kaderbekanntgaben und Regionalbesuchen aufrecht.

Oslo

8 Quellen

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