
Zverev verliert Wimbledon-Finale gegen Sinner; Merz besucht ihn in der Kabine
Alexander Zverev verlor in vier Sätzen gegen die Nummer eins der Welt, Jannik Sinner, in seinem ersten Wimbledon-Finale. Bundeskanzler Friedrich Merz saß in der Royal Box und besuchte ihn anschließend in der Kabine, um ihn zu trösten.
Ein hochklassiges Finale auf dem Centre Court
Alexander Zverev stand am Sonntag in seinem ersten Wimbledon-Finale der Weltnummer eins Jannik Sinner gegenüber. Zverev begann stark und sicherte sich den ersten Tiebreak mit 9:7. Sinner glich im zweiten Satz aus und gewann den Tiebreak mit 7:2. Der Italiener übernahm dann die Kontrolle, holte sich den dritten Satz mit 6:3 und den vierten mit 6:4 und sicherte sich so den Titel. Das Finale dauerte etwas mehr als drei Stunden und wurde von der Süddeutschen Zeitung als „umkämpftes und hochklassiges Finale“ bezeichnet. Zverev, der French-Open-Sieger von 2026, konnte seinen frühen Schwung nicht halten, da Sinner auf dem Rasen des Centre Court sein Spiel steigerte.
- Zverev gewinnt 7:6(7)
- Sinner gewinnt 6:7(2)
- Sinner gewinnt 6:3
- Sinner gewinnt 6:4
Der Kanzler in der Royal Box
Bundeskanzler Friedrich Merz und seine Frau Charlotte reisten für das Rasenspektakel nach London. Sie saßen in der Royal Box des All England Club, mit Prinz William und Prinzessin Kate in der ersten Reihe. Die Anwesenheit des deutschen Regierungschefs bei einem Wimbledon-Finale ist eine Seltenheit und spiegelt Merz‘ persönliches Interesse an Zverevs Karriere wider. Deutsche Medien hoben später die ungewöhnliche politische Unterstützung hervor, wobei ZEIT ONLINE und Der Tagesspiegel beide mit der Begegnung in der Kabine aufmachten.
Trost in der Kabine
Nach dem Match verließ Merz das Gelände nicht einfach. Er begab sich in den Spielerbereich und traf Zverev in der Kabine. Der Tennisspieler schilderte den Moment später Reportern:
Er kam nach dem Spiel in die Kabine. Wir haben ein paar Worte gewechselt, es war schön, dass er da war.
Die Geste erinnerte an ein Telefonat, das Zverev nach seinem French-Open-Titel Anfang Juni vom Kanzler erhalten hatte, und zeigt eine wachsende Verbundenheit zwischen dem Staatschef und dem Sportler. Zverev sagte, der Besuch sei eine angenehme Überraschung gewesen und er sei dankbar für die Unterstützung.
Eine gemischte Grand-Slam-Saison
Zverev hatte in Roland Garros auf dem Pariser Sand seinen ersten Major-Titel nach Jahren der knappen Niederlagen errungen. Der French-Open-Sieg Anfang Juni löste ein Glückwunschtelefonat von Merz aus und nährte die Hoffnung auf ein deutsches Doppel. Das Wimbledon-Finale war Zverevs zweites Grand-Slam-Finale in Folge, aber Sinner war zu stark. Der italienische Weltranglistenerste, der zuvor in diesem Jahr die Australian Open gewonnen hatte, fügte seinem Titel-Sammeljahr 2026 einen zweiten Major-Titel hinzu.
Deutschlands Wimbledon-Durststrecke hält an
Die Niederlage verlängert eine Durststrecke für das deutsche Herrentennis beim All England Club. Wie die Süddeutsche Zeitung anmerkte, muss Tennis-Deutschland weiter auf einen Nachfolger von Boris Becker und Michael Stich warten, den letzten deutschen Herren-Einzel-Champions in Wimbledon 1989 bzw. 1991. Zverev verlässt London mit der Siegerplakette des Zweiten und wird sich nun auf die Hartplatzsaison konzentrieren.


