
Tim Merlier gewinnt zweite Tour-de-France-Etappe in Folge im Massensprint von Bergerac
Der belgische Sprinter Tim Merlier von Soudal Quick-Step setzte sich im Massensprint gegen Biniam Girmay und Olav Kooij durch und holte sich am 11. Juli 2026 in Bergerac seinen zweiten Etappensieg in Folge sowie seinen fünften Karriereerfolg bei der Tour.
Merliers zweiter Sieg in Folge
Der Belgier Tim Merlier gewann seinen zweiten Massensprint innerhalb von zwei Tagen und holte sich die 8. Etappe der Tour de France nach 176 Kilometern von Périgueux nach Bergerac. Der Fahrer von Soudal Quick-Step zog mit einem späten Antritt am Eritreer Biniam Girmay (Intermarché-Wanty) und dem Niederländer Olav Kooij (Decathlon AG2R La Mondiale) vorbei. Jasper Philipsen (Alpecin-Deceuninck), erneut angeführt von Mathieu van der Poel, wurde Vierter. Der 33-jährige Merlier hat nun fünf Tour-Etappensiege auf dem Konto und bestätigt damit seinen Status als schnellster Sprinter dieser Austragung.
Wenn ich die Ziellinie sehe, bekomme ich einen Adrenalinschub. Es macht süchtig. Ich lebe, als wäre es die letzte Minute meines Lebens, als würde ich in die Leere fallen und trotzdem versuchen zu überleben.
Die Ausreißergruppe und Slocks Solo
In den ersten Kilometern bildete sich eine dreiköpfige Ausreißergruppe: der Tscheche Jakub Otruba (Caja Rural-Seguros RGA), der Franzose Thibault Guernalec (TotalEnergies) und der Belgier Liam Slock (Lotto). Slock, der im Juni durch seinen Sieg beim GP Gippingen viral ging, bei dem er nach einem Sturz über die Linie rutschte, griff auf der Steigung von Buisson-de-Cadouin 40 Kilometer vor dem Ziel an und ließ Otruba hinter sich, nachdem Guernalec bereits den Anschluss verloren hatte.
Slock baute seinen Vorsprung aus und hatte 10 Kilometer vor dem Ziel noch eine Minute Vorsprung, was bei den Zügen der Sprintteams für Panik sorgte. Das Peloton, das im Finale fast 57 km/h fuhr, holte ihn schließlich 1,4 Kilometer vor der Linie ein. Er erhielt die Kämpferischster-Auszeichnung des Tages.
- Liam Slock greift auf dem Buisson-de-Cadouin an, setzt sich von Otruba ab und fährt allein
- Slock behält eine Minute Vorsprung vor dem Peloton
- Slock wird vom Peloton eingeholt
- Tim Merlier gewinnt den Massensprint, Girmay Zweiter, Kooij Dritter
Gesamtwertung und Rennkontext
Tadej Pogacar (UAE Team Emirates) kam sicher im Peloton ins Ziel und verteidigte das Gelbe Trikot mit einem Vorsprung von 2 Minuten und 42 Sekunden vor dem Dänen Jonas Vingegaard. Der Slowene bemerkte, dass die Etappe einfach aussah, es aber entscheidend sei, die Körpertemperatur niedrig zu halten und städtische Hindernisse zu vermeiden. Das Peloton fuhr bei großer Hitze einen Schnitt von fast 44 km/h, was Direktoren und Journalisten dazu veranlasste, über mögliche Regel-, Design- oder Kalenderänderungen zu diskutieren.
Historische Parallelen und belgischer Stolz
Der Zielort Bergerac hat Radsportgeschichte geschrieben: Hier demontierte Miguel Indurain 1994 bei einem Zeitfahren die Konkurrenz auf dem Weg zu seinem vierten Tour-Titel. An jenem Morgen soll er die Strecke getestet und dann ein Nickerchen gemacht haben, bevor er eine 55-12-Übersetzung montierte. An diesem Tag herrschte ein anderer belgischer Tyrann und brachte einen kleinen Trost nach Belgiens Ausscheiden aus der Fußball-Weltmeisterschaft gegen Spanien.
Wie es weitergeht
Das Rennen führt nun in Richtung Zentralmassiv, wobei die Gesamtklassement-Fahrer eine Waffenruhe einzuhalten scheinen. Mads Pedersen behielt das Grüne Trikot. Merlier widmete seinen Sieg seinem kranken Vater. Der Kampf der Sprinter bleibt jedoch offen: Girmay wurde erneut Zweiter, Philipsen wartet bei dieser Tour noch auf seinen ersten Sieg.


