
Angela Merkel ruft Deutsche zur Verteidigung der Demokratie vor der Wahl in Sachsen-Anhalt auf
Bei einer Veranstaltung in Berlin warnte die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel vor Zugewinnen der AfD in ganz Deutschland und rief die Bürger dazu auf, vor der Wahl am 6. September in Sachsen-Anhalt für demokratische Institutionen einzustehen.
Die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel rief die Bürger bei einer Veranstaltung in Berlin am 29. August 2026 dazu auf, sich aktiv für die demokratische Regierungsführung einzusetzen. Ihr öffentlicher Auftritt erfolgte eine Woche vor der Landtagswahl im ostdeutschen Bundesland Sachsen-Anhalt. Merkel, Mitglied der Christlich Demokratischen Union (CDU), die von 2005 bis 2021 die Bundesregierung führte, sprach über die politische Landschaft und den Wahlschwung der Alternative für Deutschland (AfD). Sie erklärte, die Bürger müssten Mut zeigen, um Verfassungsgrundsätze zu verteidigen, und bezeichnete das bürgerschaftliche Engagement als notwendig nach Jahrzehnten, in denen demokratische Grundlagen keinen vergleichbaren Schutz erforderten.
Ich glaube, dass wir jetzt, wieder einmal, das, was wir seit vielen Jahrzehnten nicht tun mussten, wirklich für diese Demokratie kämpfen und einfach aufstehen und auch ein bisschen mutig sein und unser Wort halten und sagen müssen, das ist eine wunderbare Art zu leben.
Bundesweite Reichweite und Wahlkampfdominanz
In ihrer Einschätzung des Parteienwachstums betonte Merkel, dass die Mehrheit der Wähler in ganz Deutschland die AfD nicht unterstützt. Sie stellte jedoch fest, dass die Partei ihre anfängliche Konzentration auf die ostdeutschen Bundesländer überwunden und in ganz Deutschland einen bedeutenden Fuß gefasst habe. Sie bezeichnete die AfD als gesamtdeutsches Phänomen und verwies auf ihre Stimmengewinne bei westdeutschen Landtagswahlen, darunter in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Merkel erklärte, dass die Präsenz der Partei den öffentlichen Diskurs während der Landtagswahlkämpfe, insbesondere in Sachsen-Anhalt, verändert habe. Sie stellte fest, dass es der Partei teilweise gelungen sei, die täglichen politischen Debatten von morgens bis abends zu bestimmen, sodass die Wähler unsicher über die konkreten politischen Ziele und Vorschläge der konkurrierenden demokratischen Parteien seien.
Umfragen und Einstufung durch den Verfassungsschutz
Die bevorstehende Landtagswahl am 6. September 2026 in Sachsen-Anhalt sieht die AfD in den Meinungsumfragen mit deutlichem Vorsprung. Aktuelle Umfragewerte setzen die AfD mit über 41 % der Stimmen auf den ersten Platz. Die CDU liegt mit 22,6 % auf dem zweiten Platz, gefolgt von der Linken mit 12,5 % und der SPD mit 7,5 %. Die Grünen stehen bei 5,3 %, knapp über der 5 %-Hürde, die für den Einzug in den Landtag erforderlich ist. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) und die FDP liegen beide zwischen 3 % und 4 % und verfehlen damit die für den Einzug in den Landtag erforderliche Schwelle.
- Der Verfassungsschutz Sachsen-Anhalt stuft den AfD-Landesverband als gesichert rechtsextremistisch ein.
- Angela Merkel spricht in Berlin und ruft zur Verteidigung demokratischer Institutionen auf.
- Sachsen-Anhalt wählt seinen Landtag.
Rechtlicher Status und historischer Kontext
Der Landesverfassungsschutz Sachsen-Anhalt stufte den Landesverband der AfD im Jahr 2023 als gesichert rechtsextremistische Bestrebung ein. Nach den landesrechtlichen Definitionen wird diese Kategorie vergeben, wenn die Verfassungsschutzbehörden mit Sicherheit zu dem Schluss kommen, dass eine Organisation darauf abzielt, die freiheitlich demokratische Grundordnung zu untergraben. Merkel selbst wuchs in der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR) auf und wurde sowohl die erste Bundeskanzlerin als auch die erste in Ostdeutschland sozialisierte Führungspersönlichkeit in diesem Amt. Ihre Äußerungen in Berlin thematisieren die politische Neuausrichtung in Ostdeutschland, während die Landespolitik in die letzte Wahlkampfwoche vor der Wahl am 6. September eintritt.


