
Mercedes-Benz Gewinn im 2. Quartal dank Kostensenkungen um 13,5% gestiegen, aber Einbruch der Autoverkäufe in China erzwingt Herabstufung der Prognose
Der Konzernüberschuss im zweiten Quartal stieg auf 1,09 Milliarden Euro, aber ein Rückgang der Autoverkäufe in China um 30% löste eine Warnung aus, dass Umsatz und Auslieferungen im Gesamtjahr unter dem Niveau von 2025 liegen werden.
Kostensenkungen treiben Gewinn nach oben
Mercedes-Benz meldete einen Anstieg des Konzernüberschusses im zweiten Quartal um 13,5% auf rund 1,09 Milliarden Euro, den ersten Anstieg im Jahresvergleich seit dem zweiten Quartal 2023. Das operative Ergebnis (EBIT) stieg um 22% auf rund 1,55 Milliarden Euro, lag aber leicht unter dem Analystenkonsens von Visible Alpha in Höhe von 1,6 Milliarden Euro. Der Umsatz sank jedoch um 3,3% auf knapp über 32 Milliarden Euro, und die gesamten Fahrzeugverkäufe (Pkw und Transporter) gingen um 6% auf rund 512.000 Einheiten zurück. Die Gewinnverbesserung wurde durch ein Kostensenkungsprogramm, Effizienzsteigerungen und starke Beiträge der Sparten Vans und Finanzdienstleistungen ermöglicht. Ein Gewinn von 131 Millionen Euro im Zusammenhang mit dem geplanten Verkauf der Leasingtochter Athlon stützte ebenfalls das Konzernergebnis.
Trotz eines anspruchsvollen Marktumfelds sind wir im zweiten Quartal auf Kurs geblieben und haben unser Produkteinführungsprogramm weiter vorangetrieben.
Mercedes erklärte, man werde sich in der zweiten Jahreshälfte darauf konzentrieren, den Kunden weitere neue Modelle zu bringen und die Kostenposition und Produktivität weiter zu verbessern.
- Nettogewinn 2025
- 957 Mio. €
- Nettogewinn 2026
- 1086 Mio. €
- Pkw-EBIT 2025
- 783 Mio. €
- Pkw-EBIT 2026
- 49 Mio. €
China-Sorgen dezimieren Pkw-Rentabilität
Das Pkw-Geschäft erlitt einen schweren Schlag durch den zusammenbrechenden chinesischen Markt. Die Autoverkäufe in China brachen im Quartal im Jahresvergleich um 30% ein und zogen das Gesamtvolumen nach unten. Das Betriebsergebnis der Pkw-Sparte stürzte um rund 94% ab, von 783 Millionen Euro im Vorjahr auf nur noch 49 Millionen Euro. Diese Zahl beinhaltet eine Wertminderung von mehr als 700 Millionen Euro auf chinesische Joint Ventures. Selbst auf bereinigter Basis sank das Pkw-EBIT um 26% auf 909 Millionen Euro. Das Unternehmen nannte erhöhten Marktdruck, einen ungünstigeren Modellmix und Kosten für Einführungskampagnen als Hauptbelastungsfaktoren in China.
Jahresprognose gesenkt
Mit Verweis auf das „weiterhin herausfordernde Marktumfeld in China“ senkte Mercedes seine Erwartungen für 2026. Das Unternehmen prognostiziert nun Pkw-Verkäufe und Konzernumsatz leicht unter dem Vorjahresniveau, während es zuvor eine Stagnation erwartet hatte. Die Gewinnmargenprognose für das Kern-Pkw-Geschäft wurde bei 3% bis 5% belassen, aber Finanzvorstand Harald Wilhelm sagte, sie werde am unteren Ende dieser Spanne liegen. Im ersten Halbjahr insgesamt sank der Konzernüberschuss um 6,3% auf rund 2,52 Milliarden Euro.
In der zweiten Jahreshälfte werden wir uns darauf konzentrieren, unseren Kunden weitere neue Modelle zu bringen und unsere Kostenposition und Produktivität weiter zu verbessern.
E-Autos und Transporter stützen
Während das Geschäft mit Verbrennermotoren kämpfte, bot das Segment der Elektrofahrzeuge einen Lichtblick. Die Verkäufe von batterieelektrischen Fahrzeugen stiegen weltweit um 51%, darunter ein Anstieg von 87% in Europa. Die Sparte Transporter und der Bereich Finanzdienstleistungen entwickelten sich weiterhin solide und halfen, die Schwäche bei den Pkw auszugleichen. Das Unternehmen betonte, dass seine laufende Produktoffensive und der beschleunigte Rollout neuer Modelle der Schlüssel zur Bewältigung des Wandels seien.
Kostenmaßnahmen in deutschen Werken werden verschärft
Mercedes hat die Fixkosten seit 2019 bereits um 25% gesenkt und begann im Juni, die globalen Produktivitätsmaßnahmen zu intensivieren, mit besonderem Fokus auf die deutschen Standorte. Das Unternehmen steht unter wachsendem Druck durch Zollkosten und den harten Wettbewerb chinesischer Rivalen, die die jahrzehntelange Dominanz ausländischer Autohersteller im größten Automarkt der Welt beendet haben. Die kommenden Quartale werden zeigen, ob die Kosteneinsparungsdynamik anhalten kann, um die Umsatzgegenwinde auszugleichen.

